Poesiemeister

Auswertung 13

Auswertung 12
Auswertung 14

Mir ist immer noch nix Gutes für die Ewigenliste eingefallen. Habt Ihr irgendwelche vernünftigen Ideen?

Zum letzten Mal sind noch einige Fortsetzungen abgegeben worden, die ich in der Auswertung nicht wiedergegen habe, und das aus gutem Grund :-) Aber ich will sie Euch jetzt nicht länger vorenthalten:

> Drauf ließ er heim sein Silberhorn
> von Dach und Zinnen schallen.

Tja, was könnte man da dichten?

     Es wogt in Oldesloe das Korn
     er ließ den Schlüssel fallen.

Nicht so gut. Außerdem, wenn schon dann Oldenburg statt Oldesloe. Aber in Oldenburg wogt das Korn leider nicht... vielleicht so:

     Der Worf trifft Riker in 10 vorn
     Das Haar von Troi tut wallen

Nun ja, das hat ein bißchen Torfrock-Niveau. Vielleicht ein sich in der Ferne verlierender Hechtbauer-Reim? Oder eine Qualle-Version?

     Der Freiheitsklang, auf Blut gebor'n,
     wo Fehdenschwüre hallen

Oder den Poesiemeister-Punktereißer:

     Der König ritt herbei im Zorn
     aus der Ferne hörte man Lokomotiven hallen.

Das war ein Einblick in die Alexsche Gedankenwelt, gebührenfrei und unverbindlich, wie immer.

Und der übliche Hinweis: Gebt nichts auf die Satzzeichen! Ich behalte mir vor, insbesondere das Satzzeichen am Ende einer Vorgabe oder Fortsetzung zur Irritation aller abzuändern oder wegzulassen.

Die Vorgabe war:

     Drauf ließ er heim sein Silberhorn
     von Dach und Zinnen schallen.

Und hier die Wertungen der Poesiemeisterlehrlinge:

3-1 (Uwe Waldmann)

     zur Ehr des, der gefallen,
     der Opfer ward von Golos Zorn.

3 Punkte von Fred, Armin Michel und Benjamin.

Nicht schlecht. Besonders das Reimschema a-b-b-a gefällt mir. Aber wer ist Golo? Und das 'des' zerstört das Flair. Nein. [Jörg Schleicher]

Golo ist übrigens ein Vetter zweiten Grades von Magdalena Amalie und Magdalena Isolde, und irgendwie ist er sicherlich auch mit Brunhild und dem Sachsenfürsten verwandt. [Uwe Waldmann]

Gewagt. Doch wer wagt, gewinnt. Ernster Konkurrent war nur der Sachsenfürst (3-12), aber das war zu quallig: Zum einen war es qualliger als diese Fortsetzung, zum anderen weiß ich, daß Qualle in letzter Zeit viel 1835 gespielt hat. [Benjamin] Erinnert mich sofort wieder an diese ausgesperrte Baden - Rolos Meisterstück...

3-2 (Peter Kretschmar)

     Der Waffenruf ging nicht verlorn
     bald füllten sich die Hallen,

Leider keinen Punkt von keinem.

Vielleicht sollten wir uns darauf einigen, Satzzeichen am Ende einfach wegzulassen. Dieser Kommatrick ist langsam abgegriffen. [Jörg Mintel] Wie wär's?

Ein Glück! Der Waffenruf ging nicht verlorn! Ein Knappe hat ihn beim Aufräumen wiedergefunden! [Meister Qualle]

Das ist eigentlich recht gut gelungen! "Der Waffenruf" ist aber eigentlich schon etwas zu erklärend. Und dann noch das auffordernde Komma am Schluß. Verdächtig! Und dann paßt auch das verschluckte e in verlorn nicht zu schallen. Ich nehm alles zurück. Das Gedicht ist schlechter, als es zunächst aussieht. :) [Doc Haudrauf]

3-3 (Frank Schmidt)

     Verkündete laut gerechten Zorn
     und rief den Bürgern allen

Für diesen Vorschlag konnte sich auch keiner erwärmen. Die Verkündigung gerechten Zorns im Gegensatz zu derjenigen ungerechten Zorns zeugt von grandioser Voreingenommenheit. Normalerweise ist man ja zornig, und es ist an den anderen zu bewerten, ob das gerecht oder ungerecht ist - man selbst ist viel zu zornig dafür.

Ein e zuviel. "verkündet'" wäre reimiger gewesen. Außerdem: Mit "Silberhorn" assoziiere ich eher eine waidmännische oder kriegerische Thematik als ein "bürger"liche. [Markus Freericks]

3-4 (Markus Freericks)

     Der König aber, aufgebracht
     ob angemaßter Rechte

Schön. Eine Königsfolge, daher sowieso schon ein vorprogrammierter Hit. Jörg Schleicher, Uwe, Meister Qualle und Stefan P. Wolf gaben diesem Vorschlag ihre Stimme.

Genial. Wenn das nicht das Original ist, verdient der Dichter den Punkt auf jeden Fall. Für mich klingt die Vorgabe eindeutig eher nach dem Abschluß eines Vierzeilers als nach dem Beginn eines neuen. [Jörg Schleicher]

Mutig, aber vielleicht doch ein möglicher Kandidat. Gab's eigentlich in der ersten Runde schon mal ein reimloses Original? <Später> Vier Fortsetzungen haben die Vorauswahl überstanden, Nummer 4, 10, 13 und 18. Streiche ich den spitzen Dorn und die gefälligen Götter, dann verbleiben die angemaßten Rechte und die güldnen Hallen. (Einmal völlig reimlos, einmal zwei Zeilen ohne Reim -- "Horn" ist doch ein harter Brocken.) Eigentlich gefallen mir die angemaßten Rechte etwas besser. Mal sehen, wessen Mut hier belohnt wird. [Uwe Waldmann]

Der alte plumpe Trick der nicht-reimenden-Fortsetzung. Muß ich auch mal irgendwann probieren. [Armin Michel]

3-5 (Mark Rose)

     Der Töne Echo lies fast verlorn'
     eine Saite in ihr hallen.

Die Originalrechtschreibung hat sicherlich alle verschreckt. "verlorn'" ist halt schon eine harte Apostrophierung. Kein Punkt.

Dichter! Wenn Du in der Vorgabe "ließ" geschrieben hast, könntest Du es hier eigentlich wieder machen! Wie? Du bist gar nicht der Dichter? Ach so. [Meister Qualle]

3-6 (Alex Mottok)

     Und mit dem Klang entschwand der Zorn
     der tapferen Vasallen

"Vasallen" ist schon nicht schlecht (das Originalreimwort). Olav und Ralf Reske haben sich für diesen Vorschlag entschieden.

O wunderbar beruhigende Wirkung der Militärmusik. Oder blies er etwa Choräle? [Uwe Waldmann]

Ganz nett. Die Vasallen sind natürlich ein sehr passendes Reimwort. Was mir nicht so zusagt, ist das "entschwand". Das gilt mehr für Leute als für Zorn. Zorn "ver"schwindet eher. [Meister Qualle]

Sowas - ich kann tun und machen, was ich will - immer findet sich mindestens eine Fortsetzung, die einen meiner Reime enthält. Diesmal sind's schon alle beide. Wenigstens können es nächstes mal nicht noch mehr mehr werden. [Doc Haudrauf]

3-7 (Gottfried August Bürger)

     Herangesprengt, durch Korn und Dorn,
     kam stracks ein Heer Vasallen.

So. Das war nun sowas von unbekannt, das hat keiner von Euch erraten. Dazu ist "Korn und Dorn" auch noch schön abgefahren, so daß auch ein Zufallstreffer kaum noch möglich war. Das Zitat ist aus der endlos langen Ballade "Die Entführung". Die Strophen drumherum gehen so:

   "Risch auf und fort!" - Wie Sporen trieb
   des Ritters Wort die Dirne.
   Tief holt' er wieder Luft und rieb
   sich's klar vor Aug' und Stirne.
   Dann schwenkt' er hin und her sein Roß,
   daß ihm der Schweiß vom Buge floß,
   bis er sich Rat ersonnen
   und den Entschluß gewonnen.

   Drauf ließ er heim sein Silberhorn
   von Dach und Zinnen schallen.
   Herangesprengt, durch Korn und Dorn,
   kam stracks ein Heer Vasallen.
   Draus zog er Mann bei Mann hervor,
   und raunt' ihm heimlich Ding' in's Ohr: -
   "Wohlauf! Wohlan! Seid fertig,
   und meines Horns gewärtig!"

   Als nun die Nacht Gebirg' und Tal
   vermummt in Rabenschatten,
   und Hochburgs Lampen überall
   schon ausgeflimmert hatten,
   und alles tief entschlafen war;
   doch nur das Fräulein immerdar
   voll Fieberangst noch wachte
   und seinen Ritter dachte:

   Da horch! Ein süßer Liebeston
   kam leis' empor geflogen.
   "Ho, Trudchen, ho! Da bin ich schon!
   Risch auf! Dich angezogen!
   Ich, ich, dein Ritter, rufe dir;
   Geschwind, geschwind herab zu mir!
   Schon wartet dein die Leiter.
   Mein Klepper bringt dich weiter." -

Nun, sicher nicht die Nummer 1 aus dem Dichtwerk Bürgers, aber so eine Zeile wie "Wohlauf! Wohlan! Seid fertig, und meines Horns gewärtig!", das ist doch nicht ohne einen gewissen Reiz. Mal sehen, was Euch dazu eingefallen ist, warum es sich bei 3-7 nicht um das Original handelt:

Korn und Dorn erinnern mich zu sehr an Messing, Pfirsich, Pflaum. Außerdem: wenn "er" das Horn "heim"schallen läßt, impliziert das eine größere Entfernung; das "stracks" widerspricht dem. [Markus Freericks]

"Durch Korn und Dorn"! Eine geniale Konstruktion. "Ich geh mit Dir durch Korn und Dorn"! Allerdings auch verdächtig. Weil Korn und Dorn wahrscheinlich beide der systematischen Reimwortsuche des Dichters entsprungen sind. Und das "stracks" ist mir dann zu flapsig. [Meister Qualle]

GROEL! Zuviel Korn getrunken, der/die Gute? Herzlich gelacht ich hab. [Olav]

3-8 (Jörg Mintel)

     Die Leute freuten sich ums Korn
     und stritten um die Ballen.

Das hat tatsächlich jemand gewählt: Lewando war's.

Da hat wohl wieder jemand nach der Devise "zuerst der Reim, dann der Sinn" gedacht und gedichtet. [Markus Freericks]

Hm. Korn wird ja eigentlich nicht zu Ballen verarbeitet. Das ist mehr Stroh. Aber Stroh reimt sich wieder nicht auf Horn. Zu dumm. [Meister Qualle]

Nachdem ich jetzt sowohl die wallenden Mäntel als auch den Fürsten geköpft habe, muß ich doch nochmal alle Vorschläge anschauen - hmm. Dieser scheint mir sinnmäßig (und vom Versmaß und so) ganz passabel zu sein. Das einzige, was mich hier stört, ist das 'ums'. Wieso 'ums' Korn und nicht 'aufs' Korn? Na, vielleicht hieß das ja früher so ... Wer freut sich diesmal über den Punkt? [Lewando]

3-9 (Steven)

     Die Wanderung beginnt von vorn
     auf daß die Korken knallen

Und dafür hat Gottfried ein so schönes Silberhorn gedichtet... Kein Punkt.

"Auf daß" war doch out, oder? Und dann noch der Tempuswechsel. Und die Sinnkrise ... [Meister Qualle]

3-10 (Benjamin)

     Dies nahm der Sehnsucht spitzen Dorn,
     die Sorgen ließ er fallen.

"Sehnsucht spitzen Dorn". Das ist ja fast so schlimm wie die "schwarzende Leere". Aber wieder zeigt sich: je kitschiger, desto mehr denken die Leute, es handele sich um Dichtkunst. Jörg Mintel, Nicole Grochowina und Stefan Schiller entschieden sich für Benjamin: drei Punkte.

Ist ja nicht schlecht, aber der Sinn fehlt ein wenig. Warum sollte es denn jemandem die Sorgen nehmen, nur weil er ein Horn heimwärts schallen läßt? Auf der anderen Seite wird hier gut auf das "heim" in der Vorgabe eingegangen. Vielleicht ist es ja doch das Original, auch wenn es eigentlich zu glatt ist. [Jörg Mintel]

Das ist ja anscheinend ein sehr wundertätiges Silberhorn. Ob er nicht vielleicht eher draus gesoffen hat? [Meister Qualle]

Ist es! Heimgekommen erschallt das Silberhorn und die Sehnsucht nach der Heimat hat sich erfüllt. Brilliante Dichtkunst. [Nicole] Burps!

3-11 (Ralph Jacobs)

     Der Klang verebbt, in seinem Zorn:
     Zurück! Die Mäntel wallen

Alex Mottok hat sich für diesen Vorschlag ausgesprochen: ein Punkt.

"Verebbt" kann als "verebbt'", und damit als korrekte Verkürzung von "verebbte", gelesen werden und ist damit korrekt. Aber aus dem "wallen" wird nie und nimmer ein "wallten". Sorry. [Markus Freericks]

Ging in der Vorgabe noch ein Satz gemächlich über zwei Zeilen, holt der Dichter hier wieder mächtig auf: es wird mitgeteilt, daß in den verebbenden Klang hinein jemand in seinem Zorn den Rückmarsch befiehlt und dem auch gleich mit solchem Tempo nachgekommen wird, daß die Mäntel nur so wallen. Oder sollen sie zurückkehren, gerade weil die Mäntel wallen? Da wurde die Eindeutigkeit vom Versuch, das "Zurück" reimverträglich hineinzuquetschen, ein wenig sabotiert. [Jörg Mintel]

Verständnislos, verwirrt, verworrn
laß diesen Vers ich fallen.
[Uwe Waldmann]

DAS ist mein Tip. Das paßt und stimmt. Die Mäntel wallen zwar etwas zu Qualle-pathetisch, aber dennoch bin ich der Ansicht, daß diese Fortsetzung das Rennen macht. [Alex]

3-12 (Meister Qualle)

     Des Sachsenfürsten eitler Zorn
     sollt' auf ihn selber fallen.

Hubertus Hinse hat Meister Qualle nicht durchschaut, was immerhin einen Punkt macht.

"Eitler Zorn" gefällt mir. Formal korrekt ist es auch. Kam (mit 3-10 und 3-16) in die engere Wahl. Fiel durch, weil Zorn so schlecht auf jemanden zurückfällt. [Markus Freericks]

Hehe. Da hat mich doch auch der Royalismus gepackt, diese Vorgabe war einfach zu königsmäßig. Mal sehen, wem ich den König durch die Hintertür unterjubeln kann. [Meister Qualle]

Ganz zuerst wollt' ich ja diese zwei Zeilen wählen. Aber was soll bitte 'eitler Zorn' sein? Zorn, der sich gewaschen hat?? Selbst dann ist mir die Reihenfolge der Handlungen nicht ganz klar: Wer ist hier zornig und warum? Und wieso sollte des Fürsten Zorn durch das Silberhorn auf ihn selber fallen (schlägt er sich dann selbst die Rübe ab??)? Fragen über Fragen ... [Lewando] Eitler Zorn: Zorn, der vergebens ("eitel") ist. Tja, Pech für Meister Qualle, daß er hier an der fehlenden Bildung des Wahlvolks scheitert, aber so ist das eben in einer demokratischen Dichterrunde.

Nö, nö, Qualle. Auslassungszeichen sind doch ein klares Zeichen mangelnder Courage, das macht kein echter Dichter. [Benjamin] Um der Nachfrage gleich zuvorzukommen: Nein, ich habe Benjamin nicht verraten, daß diese Folge von dir stammt, Meister Qualle.

3-13 (Armin Michel)

     Und alsbald füllten sich zum Fest
     des Schlosses güldne Hallen;

Diese Fortsetzung wurde von Digger gewählt.

Dies ist die einzige Version, die nicht vorzeitig rausgeflogen ist und daher auch mein Tip. Darüberhinaus scheint nur hier das Horn Anlaß für eine Feier zu sein, während es in den anderen Vorschlägen (Ausnahme: das Blindenhorn von 3-24) einem kriegerischen Zweck dient. Die Silbenzahl kommt auch hin, "güldene" klingt dennoch etwas aufgesetzt. Trotzdem ist dies mein Tip! [Digger]

Silberhorn und güldne Hallen, das soll es jetzt also sein. Dahinter schwarzet die Leere ... [Meister Qualle]

Argh. "Alsbald". [Alex]

3-14 (Lewando)

     Er blies es fest und voller Zorn,
     es pochte durch die Hallen.

Das war nicht schlecht und hätte das Original sein können. Aber das Original hatte ja auch keiner gewählt.

Die erste Zeile ist toll; die zweite fällt wegen des "pochte" durch. [Markus Freericks]

Komische Akustik. Er läßt es von Dach und Zinnen schallen, und dann pocht es durch die Hallen. Wieso pochte? Hier hätte fast sogar "dröhnte" besser gepaßt. Aber das hätte ich natürlich erst recht nicht gewählt. [Meister Qualle]

3-15 (Cordula)

     zum Kreuzzug hat er auserkorn
     die kühnsten Recken von allen

Weia. Da muß man ganz schön eilig werden in der zweiten Zeile. Kein Punkt.

Ich zähl die Silben voller Zorn,
auch dies will mir nicht gefallen.
[Uwe Waldmann]

3-16 (Digger)

     Zu warnen vor der Feindesschar
     durchdrang mit lautem Hallen

Markus Freericks wählte 3-16. Schön für Digger, aber ist es auch verdient?

Paßt ganz gut. Kein zwanghafter Reim auf "-orn". Den Reim "schallen - hallen" kann man trotz Ähnlichkeit noch durchgehen lassen. Klingt um eine Haaresbreite besser als 3-10 und 3-12. [Markus Freericks]

Irgendwie kann ich mir keine Fortsetzung dieser Fortsetzung vorstellen, die das Ganze noch halbwegs zu einem sinnvollen, korrekten Satz integriert. [Meister Qualle]

3-17 (Nicole Grochowina)

     Doch er war ein schlechter Musiker,
     und alle kotzten aus Gallen.

Ein sicherer Unpunkt für jeden Poesiemeisterlehrling. Sowas kann nicht das Original sein, und siehe: Ihr habt diesen Vorschlag auch nicht gewählt. Schade, Nicole. Das üben wir nochmal. Vielleicht kam das Wechseln des Sujets gar zu forsch? Vielleicht aber ist es auch so, daß "kotzen" in der Dichterei nur mit äußerster Vorsicht verwendet werden sollte? Wer weiß - eine Menge Stoff zum Nachdenken.

Ist das wieder Benjamin? ("er brach und spie ganz hundsgemein") [Uwe Waldmann]

3-18 (Ralph Menzel)

     Des Kampfes Sieger ist erkorn.
     Den Göttern hats gefallen.

Ralph Jacobs gab hier einen Punkt, trotz des leicht zweifelhaften "erkorn".

Aha, da wartet jemand drauf, daß ich schreibe: "Mir auch" - aber ich werds nicht machen! [Doc Haudrauf]

3-19 (Petra Mehrmann)

     doch die Tiere hatten mal nicht verlorn:
     die Jäger hatten die größten Verluste von allen.

Kein Punkt für Petra.

Hier ist das Nicht-Versmaß wohl Absicht.
Passend zur Vorgabe ist es trotzdem nicht.
[Jörg Schleicher]

So viele Silben, und dann noch nicht mal 'ne Lokomotive. [Uwe Waldmann]

Nicht nur die Jäger haben gelitten. Auch das Gedicht ist leicht indisponiert. [Meister Qualle]

3-20 (Stefan P. Wolf]

     Und später dann beim Kutscher vorn
     die Peitsche hört' man knallen

Erinnert ein wenig an den Schwager vorn, den ein bekannter ehemaliger Bundespräsident besang. Kein Punkt.

Das Horn schallte doch von den Zinnen und nicht vom Kutschbock. Wenn der Mann heimwärts fahren will, warum dann erst schallen? [Jörg Mintel]

Später? Was war denn inzwischen? Werbung? [Meister Qualle]

3-21 (Gulp)

     Brunhild vernahm die Kund mit Zorn
     und rief herbei Vasallen.

Das erinnert mich an die diesjährige Kieler Woche, bei der im Werftpark eine völlig schlechte Rockgruppe namens "Highlander" auftrat. Die beiden Frontleute hatten jeweils eine Gitarre: die eine in Form einer Axt, die andere in Form eines Schwertes. Meine Güte, war das grauenhaft, was die so zum besten gaben. Ach so: hier gab es leider keine Punkte für Gulp.

Wer ist denn bei den Nibelungen als Hobbyhornist in Erscheinung getreten? (Ich weiß, ich sollte hier nicht lästern.) [Uwe Waldmann] Wieso das denn nun schon wieder nicht?

Ein Schallen macht noch keine Kund. [Markus Freericks]

3-22 (Hubertus Hinse)

     Und im Winde siegestoll
     Sein stolzes Banner wallen.

Ralph Menzel entschied sich hierfür.

Nett. Erst hatte ich den Sinn gesucht, aber dann stieg ich durch die Konstruktion durch. Aber ob ein Satz über vier Zeilen wirklich glaubhaft ist? Ganz davon abgesehen klingt ein siegestoll im Wind wallendes Banner ein klein wenig dick aufgetragen. [Jörg Mintel]

Das Versmaß hätte hier ein weiteres "ließ" verlangt, aber die Wiederholung hätte natürlich auch nicht gut geklungen. "Im rauhen Winde ..." oder "Im kalten Winde ..." wäre wohl gegangen. [Uwe Waldmann]

Der Verdacht liegt nahe, daß das stolze Banner nur deshalb wallt, weil das Silberhorn schallt. Sonst würde es bestimmt wehen. [Meister Qualle] Bei dir hätte das stolze Banner gequallt, harharharharhar.

3-23 (Fred)

     Und stolz geschmückt mit Helm und Sporn
     zieht ein in Ruhmeshallen

"Sporn" ist hübsch. Der Lohn: kein Punkt. Die Welt ist schlecht. Im Gegensatz zum Wetter übrigens.

He, da ist doch ein Tempusfehler! Glück gehabt (ich, nicht der Dichter), ich hatte dies schon in die engere Wahl gezogen. [Jörg Mintel]

3-24 (Doc Haudrauf)

     Oh, wenn sie ihn doch holen kämen,
     der Weg war ihm entfallen.

Leider nix.

Blödsinnig, aber originell. [Jörg Mintel]

Soll er doch dem Hornsignal nachgehen! Immerhin hat er schon zu Hause angerufen, damit sie das Silberhorn anschmeißen! [Meister Qualle]

3-25 (Oliver Klink)

     Die Hunnen er vertreiben wollt, doch
     die Schlacht war bereits verlor'n.

Immerhin eine Abweichung von diesem langweiligen abab-Gereime, aber das alleine macht noch keine Meisterfortsetzung aus. Null Punkte.

Vielleicht hätte er es mit einem Schwert versuchen sollen. Hunnen durch Hörnerklang verscheuchen ist fast so unmöglich wie Poesiemeisterlehrlinge durch Polemik. [Uwe Waldmann]

Hu, hu, das ist das verdammte Versmaß,
ich krieg's nicht gebacken, so schwierig ist das. [Meister Qualle]

Und hier die Tabelle der dritten Runde:

                                alt   neu    gesamt
Benjamin                        7     3      10
Markus Freericks                5     4      9
Meister Qualle                  7     1      8
Alex Mottok                     5     2      7
Ralf Menzel                     5     1      6
Uwe Waldmann                    3     3      6
Jörg Mintel                     4     1      5
Gulp                            3     -      3
Stefan "Lupus" P. Wolf          3     -      3
Hubertus Hinse                  2     1      3
Cordula Müller                  2     -      2
Max                             1     -      1
Werner Ente                     1     -      1
Frank Schmidt                   1     -      1
Peter Kretschmar                1     -      1
Steven                          1     -      1
Armin Michel                    -     1      1
Digger                          -     1      1
Ralph Jacobs                    -     1      1

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