List & Tücke 56 - 64

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L&T 51-55

L&T 56

Messe "Das Spiel" in Essen 1991

Viele haben mich darauf angesprochen, wo ich gewesen war. Ja (schäm), ich habe mich am Freitag, ehrlich gesagt, ein bißchen mit der Zeit verschätzt. Erst mußte ich dringend noch etwas einkaufen, dann mußte ich dringend die vielen tollen Spiele auspacken und die Regeln studieren (ich liebe Regeln) und dann mußte ich unbedingt "Ogre" und "Awful Green Things From Outer Space" (völlig geniales Spiel) ausprobieren. Und wupps war es schon ungefähr 18 Uhr. Da spürte ich, daß es nun aber Zeit würde, wie versprochen zum Hexagon-Stand zu eilen - aber halt! Ich wollte unbedingt noch ein paar Würfel kaufen, und die billigen TSR-Fantasy-Romane in Halle 13 mußte ich auch kaufen, ehe es ein anderer tat, und besonders den AD&D-Band über Krynn.

Ingrid traf mich schließlich gegen halb neun vor der Messehalle beim Jackenzyklieren und sprach mich zurecht darauf an, wo ich denn gewesen wäre. Ein Tag auf der Messe hat einfach zuwenig Stunden.

Jackenzyklieren: Einige Freunde und ich hatten in der Summe zuwenig Jacken, so daß wir in kurzen Zeitabständen die Jacken reihum wechselten - jeder kam mal dran mit Frieren.

Essen war wie immer nett. Beeindruckend unser erster Gastgeber, der mir vorwarf (allen Ernstes!), daß ich ein neues Blatt Küchenrolle verbrauchte, wo doch noch ein inzwischen wieder trockenes gebrauchtes Blatt herumlag. [Inzwischen kann ich es ja sagen: das war Matthias Klapper.] Naja. Das lag wohl daran, daß er selbst das Glas Cola umgestoßen hatte, was den Einsatz der Küchenrolle bedingte, und dabei auch noch sein eigenes Grass-Spiel verklebte. Da hätte ich auch irgendjemanden köpfen müssen, um meinen inneren Frieden wiederzufinden.

Und dann war da noch ein Ork-Spieler, der ziemlich viel trank, wie ein gigantischer Käfer durch die Wohnung kroch (das Aufrechtgehen ist offenbar alkoholsensiblen Gehirnzentren zugeordnet) und des Nachts einen Haufen Gläser... Nee, nun mach ich lieber Schluß, nachher nimmt mir noch irgendwer irgendwas übel. Der Grieche in Bochum jedenfalls war gut. Dort konnte man den Knoblauch so fein im Budweiser ertränken.

In Ork 21 wird von Miraculix (Marcus Mauermann) der Circle of Protection gegründet. Es werden einige Lanx-Regeländerungen vorgestellt.

L&T 57

Face-To-Face-Ork in Velbert

Markus Eschberger hat vom 15. bis 17. 11. 1991 wieder einen Ork-Con in der Nähe von Velbert organisiert. Diesmal war ich kurzfristig verhindert (jedenfalls teilweise) und konnte erst am Sonnabend nachmittag anfangen, beim Spielleiten zu helfen. Aber Markus hatte ja das Programm und konnte bereits am Freitag abend beginnen. Gewonnen hat Hinricht Schädelspalter (Achim Bietmann). Schon wieder Achim - da sollte man das nächste Mal was dagegen tun.

Die Unterbringung war diesmal sehr gut. Hoffentlich bekommen wir das Haus nächstes Jahr wieder. Und nochmal vielen Dank an Michael für das Nachhausebringen!

Klagelieder eines Orkhäuptlings
Zu Folge 6

Folge 7: Abgesang oder Manchmal kommt es anders!

Hallo Freunde, da seid Ihr ja wieder. Also, ich kann Euch sagen, in der letzten Zeit hatte ich richtig was zu tun. Erst erzählen mir diese Eierköpfe von Wissenschaftlern, daß sie die großartige Entdeckung von C-Produkten gemacht hätten und sich ihnen nur noch ein klitzekleines Problem in den Weg stellt, und dann können sie mir noch nicht einmal sagen, was das für Produkte sind. Und bei einer etwas peinlicheren Befragung in meinem Hobbykeller stellt sich heraus, daß sie noch einen Sud brauchen, von dem sie überhaupt keine Ahnung haben, wie er sich zusammensetzt. Da hilft dann alles nichts, ich muß selbst die Ärmel hochkrempeln und tatkräftig mit anfassen. So habe ich dann zusammen mit Newtork und Steinbein so manche Nacht in der Alchimistenküche zugebracht. Seltsamerweise nehmen dabei ausgerechnet die Schnapsvorräte rapide ab.

Immerhin ist es uns dann schließlich gelungen, etwas zusammenzubrauen, von dem wir zuversichtlich annehmen, daß es seinen Zweck erfüllt. Leider hat dieses Rezept einen kleinen Haken: es muß fast ein ganzes Jahr lang kochen, und da fang ich dann auch langsam an zu kochen. Am liebsten hätte ich den Verursacher dieses Schriftstückes gleich mit den Schlangen bekannt gemacht, aber leider hat das schon jemand anders vor 260 Jahren getan. Na, mal sehen, wie ich die Wartezeit am besten verbringe.

Vielleicht ziehe ich mich wieder auf meinen Südturm zurück. Gerade als ich den nun etwas kahl aussehenden (ich habe alle Efeuranken ausreißen lassen) Turm betreten will, kommt ein atemloser Soldatenork auf mich zugerannt:

"Herr, Herr, Ihr müßt sofort kommen und sehen, was sich vor unserem Burgtor tut."

Seufzend kehre ich also um, um zu sehen, was den Ork so aus der Fassung gebracht hat. Wie ich so am Burgtor ankomme und nach draußen sehe, da erblicke ich zu meiner Freude meinen alten Freund Mischnick Rabenklaue, der wohl mit einigen seiner Getreuen zu einem kleinen Besuch vorbeikommt. Meine anfängliche Freude weicht jedoch bald echter Besorgnis. Wer kommt schon mit mehr als 2.000 Soldaten (für die Orks unter uns: das sind viele, viele Handvoll mal zwei Handvoll Soldaten und noch mehr), um einen Freundschaftsbesuch zu machen, und bringt dazu noch seine Katapulte mit? Nein, mir scheint, der gute Mischnick ist auf Händel aus.

Sofort lasse ich das Burgtor schließen und verriegeln. Danach begebe ich mich auf die Zinnen meiner Burg und betrachte den Gegner. 2.200 Leute kann Mischnick unmöglich alleine auf die Beine gestellt haben. Und wie ich mich ein wenig in der Gegend umschaue, tatsächlich, der dahinten mit dem grünen Kapuzenumhang sieht mir verdammt nach Robin aus, der sich zwischen zwei Ginstersträuchen verstecken will. So steht die Sache also. Wenn man solche Freunde hat, braucht man wahrlich keine Feinde mehr.

Und siehe da, sie fackeln auch nicht lange und blasen zum Angriff. Na, wartet. Euch werde ich's zeigen! Leider habe ich nur 400 Verteidiger zur Verfügung, aber meine stolze Burg wird uns gut beschützen. Zzzzschkrch, Zzzzschkrch... Aaargh, verdammte Katapulte, was habt Ihr mit meiner Burg gemacht? Wo sind die Kerle mit den Brandpfeilen? Wie, Urlaub? Wer hat denen Urlaub gegeben? Verdammt, jetzt heißt es Kampf Ork gegen Ork (dabei wäre mir ein hinterhältiger Überraschungsangriff mit 10:1-Überlegenheit viel lieber).

Um mich herum ertönt der Kampflärm von Hunderten von Schwertern und den Schreien derer, die bei der Waffenausgabe keine mehr gekriegt haben. Aber was sind das da für Typen in den Roben mit den komischen Symbolen? Verfluchte Tat, das sind Magier bei einem höchst unangenehmen Ritual. Unangenehm für mich. Ich muß sie schleunigst erledigen, bevor sie mich erledigen. Achtung, jetzt komme ich! Wenn's sein muß, erledige ich Euch alle ganz allein wie Errkoll Fynn. Ha, Schurke, nimm das! Hier, schmeck mein Schwert! Und da, ab ist der Kopf, ha ha. Schönen Gruß aus Solingen, zack, ein Bein weniger. Und da, ha... ha... argh... wo kommt denn dieses Schwert her? Ich fühl mich auf einmal so müde, so müde...

Ah, es wird wieder hell. Was ist passiert? Ich fühle mich nun so leicht. Ach, du Schreck, wo ist meine Burg und wo ist mein Stamm? Ich fürchte... GENAU, DU BIST TOT! Oh, dachte ich's mir doch. Das ist schlecht. ES GEHT SO. KOMM, ES WIRD ZEIT. Seid Ihr der Tod? ZU EUREN DIENSTEN, ABER NUN KOMM, ICH HABE HIER NOCH EINE MENGE ZU TUN, WIE DU SIEHST. Äh - natürlich. Ich will Euch auch nicht aufhalten, aber was ist mit Fluch der Toten oder Rache aus dem Grab und so? DAFÜR BIN ICH NICHT ZUSTÄNDIG, DAS MUSST DU SCHON MIT KHURRAD SELBST AUSHANDELN. Ich verstehe, nun gut, das wird schon klar gehen, denke ich. Aber so eine kleine Botschaft an die Nachwelt wird doch drin sein. NUN GUT, ICH DENKE SCHON, ABER FASSE DICH KURZ! Ok. Also:

Hütet Euch, Ihr Verräter! Meine Rache wird furchtbar sein! Ich kehre zurück... ich kehre zurück...

Das letzte Gefecht
Zu Teil 4

Der Drache und sein Töter

"Tja", seufzte Xarn, und nahm einen langen Schluck von seinem Vanilletee, "früher war alles noch so schön. Da konnte man noch rauben, brandschatzen und den Himmel unsicher machen. Einfach sein Geld noch auf so richtig ehrliche Art verdienen."

"Schön und gut", sagte Ryan, während er nachdenklich an seinem Butterkeks herumknabberte, "aber dafür war es auch nicht ungefährlich. Du darfst nicht vergessen, selbst Dein Großvater ist noch von so ein paar wildgewordenen Zwergen geschlachtet worden und das nur, weil so ein Hobbit oder war es vielleicht... Oje, man wird alt! Aber eins mußt Du doch zugeben: Hier im Schwarzen Reich geht es uns auch nicht schlecht. Die Orks haben so richtig Respekt; man hat eine geregelte Arbeitszeit..."

"Geregelte Arbeitszeit!", platzte es aus Xarn heraus, "daß ich nicht lache! Die wissen doch gar nicht, wieviel Arbeit es ist, alles so aufeinander abzustimmen, daß es schön echt aussieht, und außerdem ist Fliegen und Akrobatik und noch Zauberei ganz schön knifflig."

"Wenn's Dir zuviel ist, können wir ja gerne mal tauschen. Aber glaub ja nicht, daß die Schwertschwingerei einfacher ist. Aber jetzt mal im Ernst, wir schieben doch echt 'ne ruhige Kugel, wenn da nicht diese Scheiß-Insel wäre. Erst der lange Anreiseweg und dann muß ich Dich immer wieder gleich erschlagen. Gut, es sind nur vier Möglichkeiten, aber wir sollten es doch echt mal schaffen, zu zwei verschiedenen Häuptlingen zu gehen. Bei denen sollten wir uns aber mal was anderes ausdenken, sonst fällt es denen vielleicht noch auf, daß wir immer dasselbe machen, und ich wollte immer schon mal die Illusion mit..."

"Moment mal", unterbrach Ryan. "Wenn wir hier noch etwas verändern, dann ist es der Tod des Drachen. Ich bin hier schließlich der Held und muß klar gewinnen. Und außerdem, was soll's denn, wir sind eh die letzten Drachen, die sich noch in Menschen verwandeln können. Wo soll eigentlich die Konkurrenz herkommen?"

"Stimmt", pflichtete ihm Xarn bei, nippte an seinem Vanilletee und genoß den Sonnenuntergang.

Zu Teil 6

L&T 58

HP Deskjet 500

So heißt mein neuer Drucker, der die ganze Zeit in Draft druckt und damit die Ork-Ausdrucke dieses ZATs produziert hat. Stellt Euch mal vor, das ist DRAFT (Entwurfsdruck)! Das hätte mein alter NEC P6 Plus kaum in LQ (Schönschrift) hingekriegt.

Leider ist der Drucker teurer im Unterhalt, weil die Tintenkassetten verflucht teuer sind (30 DM) und schnell leergelutscht werden. Falls es mit dem Nachfüllen klappt, macht das ja nichts, aber ansonsten werdet Ihr Euch und ich mich mit dem Gedanken einer moderaten Preiserhöhung anfreunden müssen (zum Beispiel auf 2 DM). Ich sage aber noch rechtzeitig Bescheid.

Spiel des Jahres

Das Computerspiel das Jahres ist für mich nicht etwa Lemmings oder das unverwüstliche Nethack und auch nicht Bards Tale II und schon gar nicht Wasteland (denn das habe ich letztes Jahr schon gespielt), sondern - täterätä:

Might & Magic III.

Das muß man einfach gespielt haben. Völlig genial. Supergrafik (VGA auf dem PC) und tausende von Waffen und Rüstungen und einen schön verdröselten Handlungsfaden - sehr nett! Besonders erwähnenswert ist, daß auch solche Leute wie ich, die sich in einem Bard's-Tale-Dungeon immer verlaufen, eine Chance haben, weil MM3 ein wunderbares Automapping hat. Es notiert sogar die Aufgaben für einen.

1999 habe ich dann noch Might & Magic IV/V gespielt. Die Begeisterung über die Grafik war natürlich etwas geringer als 1991.

Mehr Presse!

Es könnte mehr Schreiber geben. L&T mit so wenig Spielen weiterzuführen, wie jetzt gerade laufen, geht nur, wenn Ihr alle mal überlegt, welchen Unsinn Ihr anderen Spielern gerade noch zumuten könnt. Ich drohe ja höchst ungern, aber wenn sich das nicht ändert, könnte es sein, daß L&T eingestellt werden muß. Und das vor der 100. Ausgabe - daß Ihr das zulassen könnt!

Das letzte Gefecht
Zu Teil 5

Das neunte Jahr

Nun geht schon das neunte Jahr ins Land. Ich klettere mißmutig auf den Nordturm (es gibt zwar nur einen, aber der steht im Norden) und blicke mißmutig nach Westen. Ich sehe Heere, große Heere, meine Heere und Schlachten auf sturmumtosten Ebenen, wie ich meine Standarte auf einem Berg toter Gegner aufrichte. Wie ich auf den Zinnen meiner mächtigen Burg stehe und über die endlosen Ebenen schaue, sehe ich einen Sturm aufziehen. Er kommt schnell näher. Er umgibt meine Burg. Ich liebe es, im Sturm zu stehen. Blitze zucken vom Himmel.

Plötzlich, inmitten des Sturmes, erscheint ein Heer. Ich sehe den Anführer... Aaaaah...

Ich wache auf. Schon wieder dieser Alptraum. Aber mir ist, als hätte ich das alles schon erlebt. Jetzt, wo ich wach bin, sehe ich, wie mickrig alles ist. Wie gerne würde ich etwas an meiner Burg herumbasteln! Die Bausteine existieren ja schon, aber die Baumeister schwafeln irgendwas von Beweisen der Macht - ob die wohl Unterhäuptlinge meinen? Aber bei drei potentiellen Opfern hat man bei der Wahl so seine Qual.

Nun gut, um mich abzulenken, ließ ich mein Heer zusammenrufen, und siehe da, die meisten hatten sogar eine Rüstung an und ein Schwert in der Hand, aber sie waren voll mies drauf. Und was macht Orks Spaß, wenn sie schlechte Laune haben? Genau! Morden und Plündern. Na gut, ich ließ mich also zu einem kleinen Feldzug breitschlagen, und das, wo schon der letzte Goldraubzug nicht so effektiv war. Aber was soll man machen! Vielleicht kann man was von diesem superharten Metall abstauben. Wie nannten es doch meine alles infiltrierenden Agenten: Expensium, von expensive - sehr gut!

Und was gab's? 79 Goldohren, 13 Stein und 2 Schwefel. Mich hätte ja zu sehr interessiert, was hinter der Panzertür war. Per Zufall fand ich auch noch so eine klobige Keule mit den Insignien Khurrads. Da wird sich Illmir aber freuen.

Nachdem wir noch ein paar Soldaten abgeschlachtet hatten (da wird sich Räuber Hotzenplotz aber ärgern), ging es im Festzug zurück. Illmir begrüßte uns mit einem Gelage (aus meiner Speisekammer). Woher wußte er eigentlich davon? Und er hat sich so gefreut, daß er mir meine Kriegstrommel gesegnet hat. Und laut ist die jetzt, ey, boh, ey!

Von jetzt an hätte es wirklich gut weiter gehen können. Gute Ernte, satte Karawane, aber nein. Irgendeiner sagte etwas von schwarzen Punkten in der Speisekammer. Und tatsächlich: 20% meiner sagenhaften Ernte waren verGAMMELt. Wenn ich das Schwein erwische!.

Das wäre ja halb so schlimm, aber da waren noch 90 magische Erschaffungen, die es durchzufüttern galt, und als da auch noch eine Emigrantenflut in mein Reich überschwappte, war es mit der Versorgung ganz vorbei.

Und was lernen wir daraus? Den Magiern auch mal Geld geben, damit sie einen vor sowas schützen. Und außerdem lohnen sich Goldraubzüge (meistens) nicht.

Zu Teil 7

L&T 59

Die erste L&T, die mit meinem neuen Drucker HP Deskjet 500 gedruckt wird.

Civilization

oder Besser als Dan Quayle bist Du auf jeden Fall

oder Earth is round! Columbus claims

Nach Might & Magic III gleich das nächste Suchtspiel: Civilization. Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich ziemlich abgenommen, weil ich selbst das Essen vergessen habe, als ich die Nowmans unter Emperor Klumpfuss zu einer interstellaren Großzivilisation machte. Ein Spiel von Sid Meier, das man wie schon den Vorläufer (Railroad Tycoon) einfach haben MUSS!

ZZ 51

Wir plündern heute, plündern morgen,
wir plündern völlig frei von Sorgen.
Wir plündern morgen, plündern heut,
wir plündernd wütend und erfreut.

Wir plündern, ohne je zu klagen,
an allen sieben Wochentagen.
Wir lassen uns zu Raub verleiten
in jeder der vier Jahreszeiten.

Wir plündern teils aus purer Lust,
mit Vorsatz teils, teils unbewußt,
und ist der Tag auch noch so lang,
die Plünderung kommt schnell in Gang.

Wir plündern gut und auch bedingt,
weil Plündern immer Arbeit bringt.
Wenn's nebenan mal gar nicht kracht,
dann nur, weil Plündern Mühe macht.

Wir plündern resigniert und still,
wie jeder es grad haben will.
Bleibt irgendwo ein Stamm bestehn,
dann war das höchstens ein Versehn.

Die Alten plündern und die Jungen,
wir plündern selbst die Plünderungen.
Und finden wir mal nichts zu plündern,
so sind wir Sünder unter Sündern.

Wir plündern nicht aus Eigennutz,
wir plündern nur zu unserm Schutz.
Und ist der Stamm auch gut gelungen,
bestimmt verträgt er Plünderungen.

Wir plündern deshalb früh bis spät
alles, was zu plündern geht.
Versagt der Spruch für Plünderung,
dann folgt sogleich Ernüchterung.

Ist auf Magie auch kein Verlaß,
wir plündern ohne Unterlaß.
In guten wie in schlechten Tagen:
Das Klügste ist, sich breit zu schlagen.

Wenn uns mißfällt das Nachbarland,
so stecken wir es halt in Brand.
Und nimmt uns das ein Häuptling krumm,
dann nieten wir ihn gleichfalls um.

Wenn sich ein Herrscher Streit erlaubt,
wird er begeistert ausgeraubt.
Zieht er dann gar mit Heer hinaus,
so plündern wir ihn völlig aus.

Wir sind zum Plündern stets bereit,
drum bleibt zum Denken wenig Zeit.
Doch wozu Hirnes Niederungen
- bei all den schönen Plünderungen!

Der Autor des Gedichtes widmet es seinem Freund M. R. - bis daß dessen Tod sie scheidet.

L&T 60

Die Preise für Ork werden erhöht: 2 DM plus Porto pro Zug, Startzug 6 DM plus Porto, Regelhefte 4 DM incl. Porto, Zugabgabe per Diskette oder Modem mit zuzustellendem Papierausdruck: 1 DM Rabatt pro Zug. Bei Abgabe und Abholung per Modem: 0 DM.

Das letzte Gefecht
Zu Teil 6

Einsame Reflexionen eines alleingelassenen Stammesführers

"Was - 500 Stück?", rufe ich ihm noch hinterher, doch er ist schon wieder die lange Treppe in seinem wallenden Gewand heruntergeeilt. Hat angeblich noch was Wichtiges mit meinen Priestern wegen der bevorstehenden Khurrad-Werbekampagne zu besprechen. Pah! Dieser arrogante Wichtigtuer Illmir Steißschneider! Sein geheimnisvolles Getue ist mir schon im Sommer, als er vorbeikam und sich artig dafür bedankte, daß ich ihm die Qual der Wahl - die zum Hochkönig nämlich - etwas erleichtert habe, auf die Nerven gegangen. Angeblich wollte er mir damals ja nur seine Gunst erweisen, aber dann hat er meinen Festsaal für geschlagene zwei Wochen in Anspruch genommen und sich dort mit meinen Priestern tagelang verköstigen und unterhalten lassen. Ihr glaubt ja gar nicht, was Priester alles zu essen und zu trinken imstande sind! Aber ich konnte ihn natürlich schlecht hinauswerfen, wo er mir doch versprach, daß Khurrad eine besondere Aufgabe für mich vorgesehen hätte, von der er mir im Herbst etwas mehr berichten könne.

Und dann sowas! Stellt Euch vor: Ich soll für Khurrad 500 feindliche Soldaten schlachten! Und das auf einer Insel, auf der insgesamt nicht mehr als, naja, ich schätze mal, 400 Soldaten - neben meinen, versteht sich - ihr Unwesen treiben. Ich hätte mir ja doch etwas angenehmeres gewünscht, so wie dieser aufgeblasene Fettwanst von Re Botzo, der nur eine klobige Keule bei mir abzuholen brauchte.

Beim Gedanken an Re Botzo steigt meine Laune augenblicklich. Ich glaube, meine Augen fangen sogar ein kleines bißchen an, glücklich zu leuchten. Dieses verkommene Ekelbündel wird mich jetzt nicht mehr weiter in meinen Inseleroberungsplänen stören. Ich konnte seinen komischen Namen sowieso nie leiden (Fuckschries klingt doch viel besser!). Wirklich, er hatte keinen besseren Tod verdient. Es gibt überhaupt keinen Grund, jetzt künstlich Mitleid zu erzeugen. Dieses degenerierte Miststück hat es doch dieses Jahr tatsächlich noch einmal gewagt, ein paar meiner heißgeliebten Bauern mitgehen zu lassen. Wißt Ihr, ich war ja schon lange ein bißchen sauer auf ihn. Sicher habt Ihr letztes Jahr auch gelesen, wie er über den GAMMEL in seiner Speisekammer klagte - tja, man kann sich nicht alles gefallen lassen. Und dann auch noch dieser Raubzug letztes Jahr.

So kann das nicht weitergehen, sagte ich damals zu meinen Beratern, und da sie alle nickten (andernfalls hätte ich ihnen auch den Kopf abschlagen lassen), befahl ich, mit meiner alten Jugendfreundin Annemarie Himbeertoast Kontakt aufzunehmen. Als sie hörte, daß meine Magier noch rein zufällig eine Gift-Spruchrolle herumfliegen hatten, war sie sofort Feuer und Flamme und versprach, mir zu helfen. Tja, und so sahen wir uns denn eines schönen Sommermorgens mit einem ordentlichen kleinen Heer vor Re Botzos Haustür wieder. Der Gastgeber konnte uns leider nicht empfangen, da er ja, wie ich inzwischen weiß und schon berichtet habe, Wichtigeres zu tun hatte. Wir ließen seinen Jungs natürlich keine Chance. Die ganze Nacht hallten grausame Folterschreie durch sein Tal. Es war wie Musik in meinen Ohren.

Der Rest ist schnell erzählt. Zuhause kramten meine Magier aus einer sehr alt aussehenden Truhe eine noch älter aussehende Spruchrolle. Ich fürchtete fast, sie könnte im nächsten Augenblick zu Staub zerfallen, was mir noch nächtelang Alpträume bescherte. Nachdem die Magier einen ziemlich albernen Singsang intoniert hatten, nahm eine kleine, ganz harmlos aussehende Fliege Gestalt an. Einer der Magier - ich glaube, es war G. E. Schwätz - baute sich nun vor der Fliege auf und schnitt ein paar komische Grimassen, die mein Hofnarr nicht hätte besser machen können. Die Fliege schien zu verstehen und düste blitzschnell in südlicher Richtung ab. Zwei Tage später meldete unser Spion an Re Botzos Hof den Erfolg unseres Unternehmens. Eigentlich hatte ich mir ja für diesen Augenblick vorgenommen, mal den spendablen, gütigen Stammesführer zu mimen und ein großes Volksfest mit Orgien, öffentlichen Folterungen der Regierungsgegner und allem anderen, was eben zu einem guten orkischen Fest dazugehört, zur Feier des Todes von Re Botzo zu geben, aber als ich hörte, daß meine Karawane schon wieder überfallen worden war, wurde ich fuchsteufelswild und blies alles ab. Natürlich war es wieder dieser vermaledeite Re Botzo gewesen. Immerhin entschuldigte sich sein Nachfolger, dieser Fuckschries, untertängigst für die Taten seines Vorgängers. Das ist ja auch das Mindeste!

Fuckschries ist sowieso in einigen Sachen etwas sonderbar. Er scheint richtig... ja, begeistert von mir zu sein. Komisch. Wenn ich meine Spione richtig verstanden habe, pflanzt er in seinem ganzen Land Schilder wie "Wir lieben unsern Oberherrn!" und "Räuber Hotzenplotz soll Hochkönig werden!" auf, und wenn er mich besucht, ist er immer ganz unterwürfig und bringt Geschenke aller Art mit. Nicht, daß ich das unangenehm fände; nur ist alles ein bißchen sonderbar und nicht orkisch. Naja, auf jeden Fall ist mir sein Verhalten lieber als Re Botzos.

Das Los eines Stammesführers ist nicht immer einfach. Vorhin erst kam einer meiner Wissenschaftler hier oben vorbei und erzählte mir furchtsam, daß nach seinen Berechnungen unser Gold nicht ganz für die Versorgung des Stammes ausreichte. Ich war so wütend auf ihn und seine Berechnungen, daß ich ihn beinahe vom Turm geschmissen hätte. Dann jedoch kam mir in den Sinn, daß dies eigentlich gar nicht nötig sei. Schließlich würde er ja, wie er mir selbst vorgerechnet hatte, nächstes Jahr kein einziges Goldohr für seinen Lebensunterhalt bekommen, und da möchte ich mal sehen, wo er bleibt. Auf so ein paar Wissenschaftler kann ich schon noch verzichten.

Hm, schätze, ich sollte jetzt runtergehen, bevor es dunkel wird. Meine Berater wollten mir auch noch irgendwas über die Sicherung meiner Exporte erzählen, aber ich glaube, dazu bin ich heute zu faul. Muß heute abend noch ein bißchen über meinen Zukunftsplänen grübeln. Vielleicht sollte ich mal was gegen diese Samantha Fork unternehmen. Ich glaube, Annemarie ist sowieso ein bißchen eifersüchtig wegen ihr. Wie sagte Samantha schon so schön: "Für zwei Örkinnen ist diese Insel zu klein." Wie wahr, wie wahr! Mal sehen, was sich da machen läßt.

Aus dem Orconomicon

Heute schwebe ich nach Teufelstann, um zu sehen, was im Stamm von Samantha Fork vor sich geht. Wie wir uns erinnern, wurde Re Botzo im Jahre 9 von Räuber Hotzenplotz ins Jenseits befördert. Heute ist der Tag gekommen, an dem Samantha endlich ihre Rede fertiggestellt hat, in der sie ihren Untertanen die Zukunft dieser Insel offenbaren wird. Sie sieht wirklich ganz besonders reizend aus, besonders wenn sie gereizt ist. Schade nur, daß sie so wenig Augen hat.

"Mein Volk, ich bin stolz und froh, Euch so geschlossen auf meiner Seite zu wissen, besonders nachdem einige jämmerliche Kreaturen..." - sie deutet auf einen Teil des Wandschmucks - "...versucht haben, mich zu hintergehen. Es ist ein Ungleichgewicht geschaffen worden, nachdem der sogenannte Stammesführer Hotzenplotz unseren treuen Verbündeten ermordet hat. So wollen wir nun Re Botzo durch eine angemessene Gedenkzeit ehren."

Nach ca. 10 Sekunden fährt sie fort.

"So, das mag genügen. Durch diesen Erfolg hält sich der Räuber nun für einen gewaltigen Heerführer, doch sein letzter Angriff auf unsere Burg, der so kläglich scheiterte, zeigt deutlich, was für ein kleines Licht er ist. Unsere Aufgabe ist es, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Und dieses Gleichgewicht kann nur Samantha Fork heißen, denn auch Annemarie Himbeertoast hat sich gegen Khurrad versündigt, indem sie den Diebstahl der Zeremonienkeule durch ihren Stamm zugelassen hat. Unsere tapferen Soldaten waren es, die die Keule wieder zurückbrachten. Und dafür hat Khurrad unsere Kriegstrommel geweiht. Und den Klang dieser Trommel wird die ganze Insel fürchten lernen."

Sie blickt ihren Untertanen fest in die Augen. Wirklich schade, daß sie nur zwei hat, aber lassen wir das.

"Ich hoffe, daß alle verstanden haben, worum es geht. Wer meint, darüber noch einmal nachdenken zu müssen, dem werde ich in der neuen Schwefelgrube ausreichend Gelegenheit geben. Das war's!"

Sie wird mit tobendem Beifall verabschiedet.

L&T 61

Die erste Clan-Ork-Partie (Ork 25) wird gestartet.

ZZ 32

GIFT, das hat man immer dann,
wenn man's nicht gebrauchen kann.

GIFT, wenn man es brauchen tät,
kriegt man nicht und teils zu spät.

GIFT, gesprochen, klappt fast nie.
Doch kaum ist dieser Spruch perdü,

erlebt man selbst oft Mißgeschicke
und ganz finst're Augenblicke.

Häufig wird man selber zum
Unterhäuptling - andersrum

klappt der GIFT-Spruch dann nicht selten.
Perspektiven trennen Welten.

L&T 62

Der Ork-Con vom 30. April 1992 bis zum 03. Mai 1992 bei Kai Berkau findet statt. Damals war Ingo Schumacher noch ein aktiver Ork-Spieler und hat sich um diesen Con gekümmert.

Ork 20 wird von Duborg "Ich-leih-nix-hab-selbst-kaum-was" Daddergreis gewonnen. Duborg wurde zunächst von Herbert Stumpe gespielt und später von einem Standby übernommen. Ork 20 war eine Partie, die teilweise in dem Postspiel-Zine "Rick's Cafe" abgedruckt wurde.

L&T 63

Letztes L&T?

Diesmal ist sowenig Material für List & Tücke zusammengekommen, daß Ihr damit rechnen müßt, in Zukunft nur noch gelegentlich die Nachrichten für den interessierten Ork zu erhalten. Schade eigentlich...

L&T 64

Es ist Anfang 1992. Es werden einige Ork-Interna ausgeplaudert (Katapulte und Brandpfeile, Verlustberechnungen). Vom letzten Gefecht wird der Stand des Jahres 15 präsentiert.

Es war die letzte Ausgabe von L&T, weil die Beiträge immer weniger wurden. Traurig irgendwie. Es lag sicher auch daran, daß sich Modems immer mehr durchsetzten und ich wenige Monate später mit der ersten Ork-Partie über die UMS, meine damalige "Stamm-Mailbox", begann. Ork läuft jetzt effizienter, aber es fehlt der Spaß am Spinnen der Anfangstage.

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L&T 51-55