List & Tücke 51 - 55

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L&T 56-64

L&T 51

Wie kleine Orks zeichnen lernen

Punkt, Punkt, Komma, Strich,
fertig ist das Orkgesicht.
Dieser Ork gefällt mir nicht,
schon kommt er vor's Schnellgericht.
Schlag, Schlag, Hieb und Stich,
nun blutet er ganz fürchterlich.

Das letzte Gefecht

Das letzte Gefecht - das war der Titel einer Orkpartie für vier Personen, die öffentlich in L&T ausgetragen wurde. Das Spielfeld war eine 4x4-Karte. Die Landstriche waren wie folgt verteilt:

Die Stämme saßen in 1 (Christopher Reimold als Räuber Hotzenplotz), 4 (Sven Damm als Annemarie Himbeertoast), 13 (Rüdiger Klings als Re Botzo) und 16 (Markus Eschberger und Karsten Rademacher als Samantha Fork).

Auftakt

Es geschieht in einer rauhen und stürmischen Julinacht. Der Regen prasselt in dicken, schweren Tropfen vom pechschwarzen Himmel. Der Mond zieht es vor, in dieser Nacht erst gar nicht in Erscheinung zu treten, und der Wind heult durch die leeren Gassen von Jool Harbour. Eine einsame, für Orks ungewöhnlich hochgewachsene Gestalt durchschreitet die ungemütliche Nacht. In eine schwarze Kapuzenkutte gehüllt, die in der Taille von einer Schlange zusammengehalten scheint, begibt sie sich in Richtung Akademie. Trifft jemand aus einer Laune oder bloßer Dummheit heraus diese Gestalt und erblickt ihr Antlitz, so zieht er es freiwillig vor zu vergessen, daß er in dieser Nacht überhaupt irgend jemandem begegnet ist, anstatt sich von den düsteren Augen des Kuttenträgers auch noch das letzte bißchen Hirn aus dem Kopf saugen zu lassen. Denn es ist niemand anderes als Illmir Steißschneider selbst, der die Akademie von Jool Harbour aufsucht.

Nach kurzem Klopfen an einer unscheinbaren Seitenpforte der Akademie wird diese nahezu lautlos geöffnet. Die Gestalt im Türrahmen sieht nicht weniger geheimnisvoll aus als Illmir selbst. Nur die Kutte ist farbenfroher, und der leuchtend graue Stoff wird von einer einfachen schwarzen Kordel zusammengehalten, die sich nur bewegt, wenn gerade keiner hinsieht. Es ist der Erzmagier Lhor, der Illmir Einlaß gewährt. Illmir folgt dem hageren Menschen in seine Gemächter. Ja, Lhor ist tatsächlich einer der wenigen Menschen, die bisher alle Machtwechsel im Reich überlebt haben - außerdem ist es ihm ziemlich egal, für oder gegen was er zaubert, und welche Wesen Ziel seiner Sprüche sind. In seinem Gemach schenkt Lhor einen 120 Jahre alter Honny Orker aus - Honny Orker, das einzige, was die anderen Rassen an den Orks schätzen. Während die beiden schweigend ihre Gläser leeren, taxieren sie sich gegenseitig mit vorsichtigen Blicken. Sieh mal einer an, denkt Lhor, draußen regnet es Zwergen und junge Elben, und der verehrte Hohepriester ist staubtrocken. Man muß sich vor diesen Herren in acht nehmen. Irgendwas haben sie immer in petto. Illmirs Gedankengänge unterscheiden sich nur unwesentlich von Lhors. So, so, vor 180 Jahren einen ORKPEST-Spruch zusammenbasteln und heute noch so vital wie eh und je. Nette Leistung für einen Menschen, auch wenn er ein Magier ist. Man muß sich vor diesen Herren in acht nehmen. Irgendwas haben sie immer in petto.

Lhor bricht als erster das Schweigen. "Was führt Dich zu mir, verehrter Illmir?"

"Die Lage des Reiches, geschätzter Lhor."

Lhor stutzt für einen Augenblick. "Was ist daran nicht in Ordnung? Seit wir den neuen Hochkönig haben, herrscht doch allseits Friede im Reich."

"Eben das ist es. Ich hoffte, mit dem neuen Hochkönig würde endlich unsere Ära anbrechen, die Letzte Wehr würde gestürmt, und alle müßten sich unter unserem Szepter beugen. Ich dachte, wir hätten endlich eine starke Hand, die uns eint. Aber der amtierende Hochkönig scheint mehr über zwei Gichtkrallen zu verfügen. Er liegt am liebsten faul in seinem Palast und läßt sich pausenlos feiern. Was wir brauchen, ist ein starker Feldherr, ein Held des Volkes."

Lhor beschleicht bei diesen Worten eine leise Ahnung. "Und an wen hast du dabei gedacht, Illmir?"

"Ich habe da vier bewährte Stammesführer im Auge, die in Frage kämen. Aber ich weiß nicht, wer der geeignetste ist."

"Nun, ich denke, ich habe da eine Idee." Lhor deutet auf die Karte des Schwarzen Reiches. "Nördlich des Reiches gibt es eine Inselgruppe, zu der, wie Du ja weißt, auch die Schlangeninsel gehört. Einige dieser Inseln sind unbewohnt, und somit geradezu ideal für unseren Zweck. Nimm Deine Stammesführer, verfrachte sie samt Volk auf eine dieser Inseln und versprich dem, der die anderen überlebt, eine großartige Belohnung. Und Du wirst sehen, alles läuft wie von selbst."

Illmir nickt. "Ja, das hört sich gar nicht schlecht an. Aber wie halten wir sie unter Kontrolle? Schließlich müssen wir über alles informiert sein, was auf der Insel vorgeht."

"Auch dafür gibt es eine Lösung." Lhor drückt Illmir einen riesigen Wälzer in die Hand. "Du kennst doch sicher das ORCONOMICON, das Buch, welches sich selbst schreibt?"

Illmir nickt abermals, öffnet das Buch und liest, was dort geschrieben steht:

" "

"Nanu, das Buch ist ja leer!"

Lhor lächelt. "Ich habe es für unseren Zweck gelöscht. Es stand eh nur irgendwelches Gewäsch über niedere Dämonen drin. Stattdessen habe ich ein bißchen experimentiert. Hier ein paar Betrachteraugen, dort ein Stück unsichtbarer Schleicher und zum Schluß die Augenlider eines Blinzelhundes. Das Ergebnis ist ein Wesen, das überall hinkommt, alles sieht und nicht gesehen wird."

Illmir ist sichtlich begeistert. "Und dieses Wesen hast Du mit dem ORCONOMICON verbunden, und ab sofort schreibt es alles auf, was dieses Wesen sieht. Hervorragend, so sind wir stets über alles informiert, was passiert. Na, dann werde ich den vieren mal eine Audienz gewähren, und dann wollen wir mal sehen, was das ORCONOMICON so schreibt."

Illmir und Lhor prosten sich nochmal zu, und dann rinnt der letzte Honny Orker ihre Kehlen hinunter.

Teil 2

L&T 52

Ich habe endlich ein Modem. Es ist noch ein 2400-Baud-Gerät. Das Internet ist noch nicht allen zugänglich; ich verkehre über die UMS. Man kann mich unter KHURRAD@UMS.ZER im Z-Netz erreichen. Wenn jemand Züge per Modem abgeben will, muß er mich vorher anrufen, damit ich mein Modem und meinen Computer anstellen kann. Dann wird mit dem ZModem-Protokoll die Datei transferiert.

Ich stelle mein zweites Postspiel "Suppenteller" vor, das später "Lanx" heißt und im SF-Milieu spielt. Es ist nie richtig fertig geworden. Es existiert zwar eine lauffähige Version, aber kurz vor dem Sprung ins Internet hatte ich die Lust verloren.

Neuer Hochkönig in Ork 18

Die erste PC-Partie ist beendet! Neuer Hochkönig wurde

PRAGA-URI-PRAGA! (Tusch!!!)

Zuletzt sind noch 4 Spieler im Rennen gewesen. Gragnog müllerte sich mehr und mehr ein. Shagiron hat es irgendwie nicht geschafft, den Anschluß zu halten. Morgoth vertraute auf Pragas Ehrlichkeit, und Praga hat es einfach verdient. Damit nahm Praga übrigens Morgoth II. den Sieg knapp weg, denn Morgoth setzte mit Burgklasse 6 ebenfalls zum Sprung nach der Hochkönigskrone an.

Praga-Uri-Praga siegte durch die Überlegenheit des Glaubens, seiner Königswürde und der Burgklasse 5 (Glaubenssieg).

An dieser Stelle wollen wir uns alle von den Plätzen erheben und still und feierlich den verstorbenen Größen des Schwarzen Reiches gedenken, unter denen namentlich herausragen:

Drubbubdewibos - immer unentwegt dabei, wenn darum geht, Chaos und Schrecken zu verbreiten,

Gluk Paulschreck - viel zu früh gestorben, obgleich er zu Hohem geboren war,

Poison Ivy - der von sich selbst glaubte, daß er der geborene Hochkönig wäre, bis ihm Gragnog das Gegenteil bewies - obgleich Poison sicher bis heute bezweifelt, daß der Beweis wirklich schlüssig ist,

und die vielen anderen Stammesführer, denen als Teilnehmer an der weltersten richtigen PC-Ork-Partie Nachruhm und Ehre über das Grab hinaus gebührt.

Das letzte Gefecht - Orconomicon, Kapitel 1
Zu Teil 1

Wie verabredet hatte es viereinhalbmal an der Tür des Erzmagiers geklopft. Das konnte nur bedeuten, daß Illmir Steißschneider persönlich gekommen war. Der Erzmagier Lhor geht zur kleinen Pforte und öffnet sie vorsichtig. In der Tat ist es der Hohepriester des Schwarzen Reiches, der den Raum betritt.

"Wie weit ist das Buch?" will der Hohepriester wissen.

"Es kann noch etwas dauern. Es schreibt noch." erwidert Lhor. In der Tag, wenn man genau hinhört, kann man das leichte kratzende Geräusch einer Feder vernehmen, die über Pergament gleitet.

"Ich sehe nur Tinte erscheinen, aber wo ist die Feder?"

Lhor zuckt mit dem Schultern. "Ich habe keine Ahnung. Der Schrift zufolge müßte es eine Riesenrokfeder Größe 4 sein, und die mißt immerhin um die 2,80m. Aber sie ist unsichtbar und unfühlbar."

Illmir beugt sich über das Buch: "Und stellenweise äußerst unlesbar."

Lhor lächelt. "Dann müssen wir es halt mit Interpretation versuchen."

Illmir runzelt die Stirn. "Du meinst die Kunst, einen unvollständigen Satz so zu ergänzen, wie man meint, daß er gelautet haben mag beziehungsweise man gerne hätte, daß er geheißen hätte haben sollen?"

"Exakt!" Lhor deutet auf das ORCONOMICON. "Mir scheint, das Buch ist mit dem ersten Kapitel fertig. Dann wollen wir doch mal sehen, was so alles passiert ist."

So gleite ich aus dem Schatten ins Licht, um zu sehen und zu beobachten, wie es meine Bestimmung ist. Ich schwebe über Wälder und Sumpf, über Ebenen und Berge. Ich sehe Wiesen und Auen, unberührt seit Anbeginn der Natur.

Zu Lhors und Illmirs Überraschung und Verärgerung bestehen die ersten 15 Seiten des Buches ausnahmslos aus solchen und ähnlichen Landschaftsbeschreibungen. Wer sich einen Eindruck dieser Beschreibungen verschaffen will, der lese im "Herrn der Ringe", Buch I, die Seiten 173 ff., 343 ff. oder 458 ff.

Ungeduldig blättern sie weiter, bis das ORCONOMICON endlich zum wesentlichen kommt.

Nun sind die vier Häuptlinge endlich mit ihren Untertanen angekommen. Räuber Hotzenplotz nimmt vom Nordwesten der Insel Besitz. Re Botzo läßt sich im Südwesten nieder. Die anderen Stämme werden erstaunlicherweise matriarchalisch regiert. Annemarie Himbeertoast regiert den Nordosten der Insel und die berüchtigte Samantha Fork erklärt den Südosten zu ihrem Territorium. Es scheinen sich sofort Sympathien zwischen den Nordstämmen zu ergeben. Sie planen gemeinsame Scharmützel, um ihre eigenen Karawanen auszurauben. Die anderen beiden Stämme halten sich vorerst zurück. Alle machen groß in Wirtschaft. Ich will sehen, ob ich etwas in Erfahrung bringen kann. Ich nähere mich nun dem Stammeslandstrich Teufelstann von Samantha Fork. Doch was ist das? Dort im Baum, ein grüner Vogel - ein Star! Aaargh... Hilfe... Entsetzen... Panik... Flucht...

Illmir läßt das Buch sinken. "Was soll denn dieser Blödsinn? Wovor hat unser Hundertaugenspäher Angst?"

Lhor überlegt. "Mir scheint, er hat Angst vor einem grünen Star. Das sind diese bösartigen Vögel, die anderen immer die Augen ausstechen. Na, und er besteht halt hauptsächlich aus Augen. Was steht denn sonst noch da?"

Illmir wendet sich um. "Nichts."

"Nichts?"

"Nichts!"

"Besonders viel hat er aber nicht herausgefunden!"

Illmir wendet sich zum Gehen. "Allerdings nicht. Ich hoffe nur, beim nächsten Mal haben wir mehr Glück."

Lhor steht sinnierend vor dem ORCONOMICON. "Ja, das hoffe ich auch." Danach hört man nur noch die Tür stöhnen, die von Illmir ins Schloß geschlagen wird.

Zu Teil 3

Aus den Klageliedern eines Orkhäuptlings

Folge 4: In geheimer Mission oder Wo Khurrads Priester listig wandeln
Zu Folge 3

Gähn, was war das für ein langweiliges Jahr 8. In diesen 365 Tagen ist nun wirklich absolut überhaupt nichts geschehen. Nicht einmal Adlerauge hat versucht, sich zu empören. Das Aufregendste, was dieses Jahr passiert ist, geschah bei einer der üblichen öffentlichen Hinrichtungen. Und zwar sollte auf dem Marktplatz (das ist die große Wiese, auf der die Bazare stehen) ein feindlicher Spion geköpft werden. Dummerweise machte sich, als der Henker ausholte, der metallene Teil seines Henkerbeiles selbständig und flog planlos in die Menge. Dabei wurde bedauerlicherweise einer der neugierig herumstehenden Bauern geköpft. Schade auch. Da hat der Bauer halt Pech, und der Spion Glück gehabt. Da ich es als Snobismus ablehne, mehr als eine Hinrichtung pro Tag stattfinden zu lassen (außer bei besonderen Gelegenheiten natürlich), darf der Spion in Zukunft weiterspitzeln, aber für mich.

Eigentlich ist so eine Hinrichtung ja nur eine lästige Formalität. Schließlich müssen ja die ganzen Buden besorgt, Grillstände aufgebaut und das ganze Volksfest organisiert werden. Aber so bekommt die Hinrichtung einen völlig neuen Nervenkitzel. Ich denke, ich werde es ab sofort per Dekret festsetzen, daß in Zukunft alle Henkersbeile locker zu sein haben. Wer weiß, ab und zu trifft es ja vielleicht sogar den Verurteilten.

Nach dieser allgemeinen Belustigung konnte ich dem nächsten Jahr mit Gelassenheit entgegensehen, und da war ja schließlich wieder einiges los. Da fand ich doch eines Morgens auf meiner Fußmatte eine Botschaft meines geschätzten Unterhäuptlings Adlerauge (ich schätze ihn deshalb so sehr, weil er mein Unterhäuptling ist). Doch von seinem Boten war weit und breit keine Spur zu sehen. Er schien sich schon schleunigst aus dem Staub gemacht zu haben. Womit bewiesen wäre, daß Adlerauges Untertanen bisweilen schlauer sind als ihr Häuptling. Da schrieb er mir doch wörtlich: Wenn du mich noch einmal angreifst oder sonstwie belästigst, hast du es endgültig hinter dir. Ha, da kann ich nur lachen. Er sollte vielleicht wissen, daß meine Magier endlich ein paar neue Zaubersprüche gefunden haben. Da wäre es doch äußerst traurig, wenn der gute Adlerauge sich empören würde. Ich werde ihm nächstes Jahr einen kleinen Besuch abstatten, um zu sehen, wieviel Gold er so in seiner Schatzkammer hortet. Wenn Khurrad mit uns ist, werden wir ein wenig davon transferieren.

A propos Khurrad. Da war mir doch aufgefallen, daß meine Priester in den letzten Monaten mit langen, mißmutigen Gesichtern durch die Gegend tigerten. Da habe ich mir gedacht, ich mache ihnen mal eine Freude und unternehme was im Namen und zum Ruhme Khurrads. Gesagt, getan. Im Schwarzen Reich ist es ja seit einiger Zeit bekannt, daß der Nachfolger von Zamorra genauso wie sein Vorgänger äußerst ungläubig ist. Und da der Tempel so gerne gesehen hätte, wenn mal jemand kräftig dort dreinschlägt, habe ich sofort zum ersten Schlangenzug gerüstet. Und siehe da: Ich war nicht der einzige, der auf diesen Gedanken gekommen war.

Vor der Burg in Gorcia traf ich einen alten Bekannten, nämlich Robin. Wir unterhielten uns so über dies und das und machten ein kleines Gelage. Nur in der Frage, wer von uns nun Gorcia belagern sollte, konnten wir uns nicht einig werden. Daher ließen wir unsere Männer die Entscheidung fällen. Gröhlend rannten die Heere aufeinander zu und metzelten so vor sich hin, während Robin und ich es uns gemütlich machten. Ich kam nicht umhin, die tadellose Ausrüstung von Robins Heer zu bewundern, aber schließlich machte es doch die Masse. Nach einiger Zeit hatten Robins Leute schließlich keine Lust mehr. Sie meinten, sie hätten nun genug Spaß gehabt, und trollten sich nach Hause.

Nach diesem Auftakt war die eigentliche Belagerung nur noch ein Kinderspiel. Meine Priester, die dem Schauspiel als Beobachter beigewohnt hatten, waren so begeistert, daß sie mir spontan zwei Gunstbeweise und 8.000 Goldohren aus Tempelschätzen überließen. Ich muß schon sagen, es ist äußerst einträglich, für Khurrad zu streiten.

Aber das war noch nicht alles. Von diesem anstrengenden Feldzug heimgekehrt, wartete in meiner Burg bereits ein Gesandter des Hohepriesters auf mich. Das Auffälligste an ihm waren die Zeichen XXS, die in leuchtendem Blutrot auf seine schwarze Robe gestickt waren. Auf die Frage, was diese Zeichen zu bedeuten hätten, antwortete er flüsternd, daß dies ein äußerst geheimes Geheimnis sei. Er gestand sogar, daß es so geheim sei, daß er es nicht einmal selbst wüßte. Priester!

Nach diesem Ausflug in die höheren Sphären priesterlicher Denkprozesse kam er dann zur Sache. Er überreichte mir ein Pergament mit Illmir Steißschneiders Siegel, sagte, es handele sich um einen äußerst geheimen Sonderauftrag, und verabschiedete sich. Während er davonschlich, machte ich mich daran, das Pergament zu lesen. In der Tat, Illmir bat mich darin, einen kleinen Auftrag für ihn zu erledigen. Und als Khurrads Streiter werde ich die Sache umgehend in die Hand nehmen. Was das für ein Auftrag ist? Tut mir leid, aber das kann ich Euch beim besten Willen nicht verraten. Aber seid versichert, es ist eine reine Lappalie, und wenn alles klappt, wird sie nächstes Jahr schon erledigt sein. Ein Problem stellt höchstens die Finanzierung der Aktion dar, aber die wird der gute Adlerauge übernehmen, ob er will oder nicht.

Zu Folge 5

L&T 53

Mein Urlaub in Namur (Go-Europameisterschaft 1991) war nicht besonders doll, weil ich mir unangenehme Pilze zuzog. Ich spiele ein bißchen im pbem "Dynasty Wars" mit. Eine Testpartie "Suppenteller" beginnt.

Das letzte Gefecht
Zu Teil 2

Statt des Orconomicons

Hmmm, es ist gerade Frühling, die Bäume schlagen aus. Deswegen mußte ich mich auch etwas in acht nehmen, als ich mich an Re Botzos Burg anschlich... Wieso heißt der Typ eigentlich Re Botzo? Da muß ich wohl mal etwas rumstöbern. Na, auf jeden Fall: anschlich, sah ich gerade ein Ex-und-Hopp-Peditionskorps Richtung Teufelstann aufbrechen, um dort ein Manöver abzuhalten. Aus geheimen Unterlagen entnahm ich später, daß dieses Todeskommando wohl nur dazu diente, etwas Erfahrung für das Karawanenüberfallkommando zu besorgen. Leider kamen die vereinbarten Manövertruppen von Samantha nicht in Meins (so hieß der Landstrich von Re Botzo) vorbei. Naja, was soll ich sagen: Kein Manöver, keine Erfahrung, also zu spät am Tatort! Botzo hat sich vielleicht geärgert! Die Wand hoch ist er gegangen. Eigentlich schade, nein, eher witzig, daß die Burg noch nicht richtig groß ist. Khurrad sei Dank, daß der Burggraben schon gefüllt war. Gab aber trotzdem einen guten Schlag.

Sonst ist eigentlich nichts besonderes mehr passiert, außer daß Re Botzo, kurz nachdem die Kaufleute ihr Geld abgedrückt hatten, einen Magier mit einer ziemlich fies aussehenden Peitsche zu einem Optiker trieb.

Aber ich muß mich jetzt auch mal woanders umkucken.

Zu Teil 4

Aus den Klageliedern eines Orkhäuptlings
Zu Folge 4

Folge 5: In vino veritas oder hicks

Nanu, ist es schon wieder zwei Jahre her, daß ich mich zuletzt zu Wort gemeldet habe? Tatsächlich bestätigt ein Blick auf meinen Kalender meine schlimmsten Befürchtungen: Jahr 11. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Dabei ist gar nichts Weltbewegendes passiert. Da sieht man mal wieder, wie die täglichen Ärgernisse eines Orkhäuptlings die Zeit verkürzen. Na mal sehen, was ist denn in diesen zwei Jahren geschehen?

Jahr 10

Komisch, an das Jahr kann ich mich kaum erinnern. Muß ein absolut langweiliges Jahr gewesen sein. Ach richtig. Ich hatte meinen ersten Auftrag im Namen Khurrads durchgeführt. Irgendsoeinem orkischen Häuptling bescherte ich den unerwarteten Besuch des großen Feuerspuckers. Dafür vermachte mir der Tempel neben zwei Gunstbeweisen und einer stattlichen Summe auch noch einen magischen Spiegel. Mein Erzmagier sitzt jetzt noch vor dem Ding, um angeblich herauszufinden, ob dieser Spiegel nicht vielleicht doch mehr kann als die Priester zugeben wollen. Ich vermute ja mehr, daß er damit seiner Eitelkeit frönt und seine Mittagsschläfchen tarnt. Aber ansonsten, wie gesagt, total tote Hose.

Mal abgesehen von ein paar kleinen Heeresbewegungen natürlich. Ich konnte es mir ja nicht nehmen lassen, bei meinem guten Unterhäuptling Adlerauge vorbeizuschauen und mir dort einige Diamanten in die Tasche zu stecken. Übrigens ist mir bei dieser Gelegenheit das Gerücht zu Ohren gekommen, daß Adlerauge seine Staatsgeschäfte an einen seiner Untergebenen delegiert hat. Das würde natürlich auch die vielen Rechtschreibfehler in den letzten Morddrohungen erklären. Wir werden sehen.

Außer diesen Lappalien wäre da nur noch der neue Auftrag erwähnenswert, den mir die Priester da aufs Auge gedrückt haben. Stellt Euch vor, da soll ich doch tatsächlich nach... hups... das kann ich Euch ja gar nicht erzählen, schade. Na, Ihr werdet schon sehen, was das für ein Auftrag ist. Kommen wir lieber zum...

Jahr 11

In diesem Jahr war dann mal wieder allerhand los. Nachdem ich meine Vorräte begutachtet hatte und dabei feststellte, welche immensen Mengen Stein da nutzlos rumlagen, habe ich mich entschlossen, meine bescheidene Behausung etwas standesgemäßer zu gestalten und noch ein drittes Stockwerk draufzusatteln. In den folgenden Wochen und Monaten war in meiner Burg der Teufel los. Ich sage Euch, die Heere der Menschen, Zwerge, Gnome und Elfen oder Arakhnas Spinnenreiter sind Fliegendreck gegen eine Horde orkischer Handwerker. Ständig latscht man in irgendwelche Eimer oder stößt sich den Schädel an den unmöglichsten Baugerüsten. Es ist furchtbar! Ich suchte verzweifelt nach einer Möglichkeit, dem Chaos zu entrinnen. Doch leider waren die Heere schon zu ihren Feldzügen aufgebrochen.

Ein typischer Einsiedler. Zeichnerin und (c): Stephanie Pui-Mun Law
So verbrachte ich meine Zeit damit, mißmutig durch die Gänge zu schleichen, bis mich einer meiner Berater ansprach. Er erzählte mir, daß eines meiner Heere im letzten Jahr an einem merkwürdigen Haus, einer Einsiedelei, vorbeikam und daß es doch vielleicht eine nette Abwechslung sei, diese zu überfallen. Der Vorschlag hatte durchaus etwas für sich. Ich überlegte kurz: In einer Einsiedelei pflegten normalerweise Einsiedler zu wohnen, gelehrte Männer, die dort ihren Forschungen nachgingen und neue Erkenntnisse sammelten. Erkenntnisse, die mich dem Hochkönigsthron ein Stück näherbringen konnten. Gesagt, getan. Ich versammelte einige treue Kämpfer um mich, und wir zogen los, diese Einsiedelei dem Erdboden gleich zu machen. Nach langem Marsch kamen wir schließlich unter leichten Verlusten dort an. Man hörte schon aus der Ferne das geheimnisvolle Blubbern noch geheimnisvollerer Gerätschaften, die dem Hirn eines äußerst geheimnisvollen Eremiten entsprungen waren. Ich pirschte mich vorsichtig an die Hütte heran, als überraschenderweise die Tür geöffnet wurde. Sofort traf es mich wie ein wuchtiger Faustschlag. Eine Welle von Alkoholdunst schwappte über mir zusammen. Und da stand der, der geheimnisvolle (ach, das hatten wir schon) Einsiedler, und rief uns zu: "Nanuuuu, sssoo viel Bessuch, hick? Nna, dannn kommts mal rein, burp." Nach kurzer Überraschung entschlossen wir uns, dieser freundlichen Einladung friedlich Folge zu leisten. An die folgenden Geschehnisse kann ich mich nur noch äußerst nebelhaft erinnern. Er erzählte uns irgendwas über Schnapsbrennerei. Melthyl und Erthanol oder so ähnlich. Dann gab er uns einige Rezepte, und wir machten Weinprobe. Schließlich verabschiedete er uns mit den Worten: "Getzt wißßsst ihr wie man mitss Allohol umgnehn muß. Tschüühüs." Ich weiß heute beim besten Willen nicht mehr, wie wir nach Hause gekommen sind, und was danach geschehen ist.

Das nächte, an das ich mich erinnere, ist, daß ich in meinem Bett aufgewacht bin und die übliche Wache vor meiner Tür vermißte. Als ich mich betont langsam in meinen Thronsaal begab, vermißte ich auch alle anderen Wachen in meiner Burg. Was mochte nur geschehen sein? Waren sie alle dahingemetzelt und ich Unterhäuptling geworden?

Zum Glück hatten sich meine Berater schon alle versammelt. Auf meine diesbezügliche Frage klärte einer der Berater das Rätsel. "Oh Herr, Ihr gabt doch gestern den Befehl, alle Soldaten in einen Orkhort zu schicken." Ich richtete mich kerzengerade auf. Wie bitte, ich hatte WAS? Ich sank zurück. Ich konnte mich dumpf erinnern, etwas von einem Orkhort gesagt zu haben. Aber als ich sagte, er solle 500 nehmen und einen Orkhort einrichten, meinte ich eigentlich Goldohren und nicht Soldaten.

Zum Trost präsentierten mir meine Magier einen Spruch, der meine Burg um eine weitere Etage anhob (die vierte). Ich muß schon sagen, eine wesentlich praktischere und schnellere Methode als die blöde Mauerei. Weder das, noch der Dämon, der mich anschließend besuchte, konnte mich wesentlich aufheitern. Er wollte mir nur mitteilen, daß man sich für den Auftrag bedanke, und daß der Burgbaudämon Schmeschung für längere Zeit in Urlaub gegangen sein. Da ich wohl arg zerknirscht wirkte, ließ er noch ein paar Magiepunkte da und verschwand. Ich grübelte unterdessen an dem Soldatenproblem. Es müssen unbedingt neue Rekruten her. Die Strohmänner am Tor wirken auf die Dauer doch zu lächerlich.

Zu Folge 6

L&T 54

Dr. Naumann antwortet

Sven D. aus A. schreibt unserem beliebten und weitgereisten Spezialisten für Herzens- und Schmerzensangelegenheiten, Dr. Naumann:

Ich habe da ein Problem...

Ja, bitte?

In Hexagon-Ork 2 habe ich letzte Runde Achim B. unterworfen, der auch fünf Unterhäuptlinge in die Ehe einbrachte. Nun hab ich 10. Aber der gute Achim war gegen Ende der Sommerferien eine Woche mit mir zusammen im Urlaub. Nun spricht er kaum noch ein Wort mit mir vor Ärger, ist persönlich getroffen... Was soll ich bloß tun?

Vergiften!

L&T 54 enthält eine Menge zu "Suppenteller" ("Lanx"). Das gebe ich hier nicht wieder, weil es sich hier um eine Orkhomepage handelt und aus Lanx am Ende nichts geworden ist.

L&T 55

Modem

Eigentlich schade. Es gibt viel zu wenig Ork-Spieler mit einem Modem. Gäbe es mehr, würde es sicherlich mehr Ork-Modem-Partien geben, mit wöchentlichen ZATs, einer nach Stunden bemessenen Wartezeit auf die Ausdrucke (anstatt von Donnerstag bis Dienstag zu warten) usw. Kauft massenhaft Modems!

Klagelieder eines Orkhäuptlings
Zu Folge 5

Folge 6: Halbgötter in Weiß oder Rauchende Köpf'

Sieh mal einer an, es sind schon wieder zwei Jahre vergangen, und alles scheint in bester Ordnung zu sein. Nachdem es im Jahr 11 doch ziemlich turbulent (will sagen, chaotisch, also orkisch) zuging, ist es jetzt im 13. Jahr nach Kuons Tod geradezu beängstigend ruhig. Keine Nachbarn, die sich meines bescheidenen Habs und Guts bemächtigen wollen, alle Unterhäuptlinge zahlen brav ihren Tribut, von meinen cholerischen Hofmagieren habe ich auch seit geraumer Zeit weder etwas gesehen noch gehört, und sogar die Strohmänner am Burgtor konnten wieder durch richtige Soldaten ersetzt werden. Beziehungsweise durch das, was sich bei Orks so Soldat nennt, aber was will man schon von einem Orkbauern erwarten, der die strapaziöse Tortur einer immerhin fast halbstündigen Grundausbildung über sich ergehen läßt!

Überall Friede und Freude. Da kann man in seinem Liegestuhl (eine äußerst praktische Erfindung meiner Nachwuchswissenschaftler, die einzige übrigens) sitzen und sich die Sonne auf den Pelz braten lassen. Leider ist es hier oben auf dem Südturm etwas einsam, aber dafür hat man auch wirklich seine Ruhe.

Warum ich neuerdings auf dem Südturm mein Tagesschläfchen halte? Das hat seinen guten Grund. Letztes Jahr pflegte ich mein Nickerchen noch auf der Wiese im Burghof zu halten, mit dem Ergebnis, daß alle zwei Minuten so ein Trottel ankam und irgendetwas von mir wollte.

Zuerst war es einer meiner Magier, der da mit einer unglaublich wichtigen, bahnbrechenden, unaufschiebbaren Neuerung zu mir kam. Es sei ihnen gelungen, einen völlig neuen Schutzzauber in der letzten sogenannten Spiritistischen Sitzung zu entwickeln. Wenn die Jungs von Spirit dem Geist sprechen, meinen sie in der Regel den Weingeist, der sie bei solchen Sitzungen nach übermäßigem Genuß von Alkohol überkommt; nur vertragen sie längst nicht so viel wie meine Soldaten, und daher fällt auch der böse Geist am nächsten Morgen entsprechend aus. Schutzzauber - bei solchen Angelegenheiten werde ich immer äußerst hellhörig und forderte eine genauere Erläuterung. So erklärte er mir mit blumigen Worten die Wirkungsweise des Zaubers der Sphäre der Unverletzlichkeit, die angeblich gegen Gift sowie die Tönerne Schlange und sogar vor Heuschnupfen schützt. Natürlich koste so ein Zauber auch eine Kleinigkeit. Da wurde ich stutzig und erkundigte mich mal nach dieser Kleinigkeit. Als er dann von 5.000 Goldohren sowie je 50 Einheiten von Diamanten und Schwefel sprach, erlag ich einer Herzattacke. Ich jagte ihn fluchend über den Burghof, doch ehe ich ihn richtig zu fassen bekam, hatte er sich schon davongemacht. Trottel, Spinner, hirnloses Heimchen, damit kann man ja schon eine Armee ausrüsten, die den Zauber völlig überflüssig macht. Allerdings muß ich zugeben, daß ein Heer kaum wirkungsvoll gegen Heuschnupfen vorgehen kann.

Die Heimat von Gornock Fangzahn
Zeichnung und (c): Stephanie Pui-Mun Law
Bei diesem Gedanken stand auch schon der nächste auf der Matte. Ein Sklave meldete mir, daß die beiden fähigen Nachwuchswissenschaftler Newtork und Steinbein mir vor der Burg etwas präsentieren möchten. Also ging ich raus, um zu sehen, was sie von mir wollten. Als sie mich kommen sahen, winkten mir die beiden aufgeregt zu. Mit Befremden stellte ich fest, daß sie in einer Art Holztruhe ohne Deckel saßen, an die sie unten vier große runde Holzscheiben montiert hatten. Stolz erklärte mir Newtork, daß es sich bei dieser Konstruktion um einen sogenannten Karren handele, der dazu gedacht sei, die Ausrüstung und Verpflegung von fünf Soldaten zu transportieren und somit die Nachschubkosten der Feldzüge beträchtlich zu senken. Um mir die Angelegenheit einmal zu demonstrieren, holten sie ein paar Sklaven herbei, die das seltsame Gefährt anschieben sollten. Newtork gab das Kommando: "Schiebt an, schiebt an, schiebt... blupp." Selten so herzlich gelacht. Leider haben meine beiden Geistesriesen völlig übersehen, daß wir hier in einem Sumpf wohnen, und waren prompt in einem tiefen Schlammloch gelandet. So ganz hat mich diese Demonstration nicht überzeugt, aber ich tröstete die beiden komischen, traurigen Gestalten, daß ihre Konstruktion in der Ebene sicherlich ganz hervorragend funktioniert.

Ja, so war das im letzten Jahr. Wenn mich heute jemand stören will, muß er erst mal diesen Turm an den Efeuranken erklimmen. Nanu, war da nicht gerade ein Geräusch? Ich werde mal nachsehen. Verdammt, da hängt tatsächlich einer an den Ranken. Ich soll sofort zu meinen Wissenschaftlern kommen, um... Was? C-dukte... aumaturat.. fenflügl.. centrenympf... Also, ich verstehe kein Wort, nimm doch erstmal die verdammte Ranke aus dem Mund. Jaaaah.... Weg ist er. Na, so wie ich das verstanden habe, sind meine Wissenschaftler mal wieder auf meine Hilfe angewiesen. Ade, du schöne Ruhe. Mal sehen, was sie von mir wollen. Dann bis zum nächsten Mal.

Zu Folge 7

Das letzte Gefecht

Die Geschichte eines Vertrages
Zu Teil 3

Es begab sich im Jahr 4 nach der Ankunft auf der Insel (Jahr 4 ndA). Die Priester wurden Samantha Forks Eskapaden langsam überdrüssig. Erst verliert er seine Karawane in einem Hinterhalt, dann zieht er mit seinem Heer in der Pampa herum und verliert alle Landstriche wieder an seine Konkurrenten und nicht nur das, sogar seinen Steinbruch in Foltertal ist er zu unfähig zu halten.

Tja, da fragt man sich doch, ob die Manöver, die er mit Re Botzo veranstaltet hat, so gut waren, denn hohe Erfahrung bedeutet zwar, daß man zuerst Karawanen überfällt, aber auch, daß nach einem noch alle anderen Heere ziehen und man so keine Landstriche kontrollieren kann. Zu allem Überfluß hat er auch noch ihr Lieblingstier, den Drachen, grundlos dahingemeuchelt, und das, wo er doch nur seinen Spaß haben wollte.

Naja, auf jeden Fall waren die Priester über die entzogenen Spenden so sauer, daß sie ihn zum Abschuß freigaben.

Daraufhin kam ein Bote zu mir und unterbreitete mir folgenden Vorschlag: Angriff auf Samantha Fork unter Bruch des 7-Jahre-Nichtangriffspaktes. Angriffsführer und damit einziger Nutznießer wird ausgewürfelt, und damit der Unterstützende noch etwas davon hat, bekommt er 1.000 Cash.

Das Auswürfeln wurde auf die Zusatzzahl in dem, was die Barbaren jenseits der Mauer Mittwochslotto nennen, übertragen.

Ich gewann, was zu ernsthaften Gewissenskonflikten führte. Ich könnte angreifen, aber würde Annemarie mich unterstützen? Hätte Annemarie das Los gewonnen, wäre es einfacher gewesen: Ich hätte sie angegriffen und vielleicht zwei Unterhäuptlinge gehabt. Da Annemarie wohl genauso denkt, muß ich wohl mindestens mein Heer warnen und soviel Söldner anwerben, daß ich den Angriff alleine packen könnte. Andererseits weiß Annemarie, daß ich einen Schirmspruch habe. Hätte ich es doch bloß nicht verraten, dann hätte ich dies als wirksame Verteidigung gehabt. Also müßte sie, wenn überhaupt, einen Raubzug führen, und Bauern zu verlieren kann ich mir nun gar nicht leisten. Ich müßte stark zuhause verteidigen und könnte ihre Schwäche ausnutzen, die sie dann bei sich in ihrer Burg hat. Natürlich ist dies das Naheliegendste, da ich damit rechnen muß, daß ihr Heer nicht zuhause ist. Also muß sie verteidigen, und ich kann risikolos Samantha angreifen. Vielleicht unterstützt mich Annemarie sogar. Gut, ich greife doch an. Es sei denn, ja, es sei denn, Annemarie kann nicht soweit mitdenken, dann würde sie nämlich mich angreifen. Daher verteidige ich doch, investiere das Gold gut und reiße mir mit meinem Heer noch ein paar Landstriche unter den Nagel. Oder sollte ich doch...

Was letztendlich passierte: Die Magier von Annemarie haben es leider verpaßt, die Zusatzzahl herauszufinden, da ihnen das Schädelfinale wohl wichtiger war, und bei so einem knausrigen Häuptling ist halt mehr als eine Kristallkugel nicht drin. Daraufhin hoffte er, daß er gewonnen hätte (50%), und daß ich ihn noch unterstütze (50%). Da dies nicht so sicher war, holte er sich noch viele Söldner und ließ nur eine kleine Schutzmacht zuhause, die allerdings schon kräftig Fallen vorbereiteten, da er damit rechnen mußte, daß ich ihn angreife. Dafür blieb aber ich zuhause und wehrte lieber einen unerwarteten Angriff von Räuber Hotzenplotz ab.

Und nun die Zusatzfrage für soviele Waschmaschinen, wie man tragen kann: Wer bin eigentlich ich?

Zu Teil 5

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