List & Tücke 46 - 50

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L&T 41-45
L&T 51-55

L&T 46

Wir befinden uns etwa im Januar 1991. Der Umzug in die Waitzstraße in Kiel steht unmittelbar bevor. Der Pbm-Con in Straelen wird angekündigt. Entgegen meiner damaligen Absicht habe ich diesen Con doch nicht besucht.

Ork-Con in Velbert

Vom 18. bis 20. Januar 1991 hat Markus Eschberger eine Face-To-Face-Partie in Velbert-Neviges organisiert. Ein einzigartiges Erlebnis, denn so habe ich feststellen können, daß Ork auch auf einem Atari ST läuft, allerdings nur mit Hardware-Emulator. Der mir zuerst angediente PC hatte nur ein einziges Laufwerk, und das war ein Diskettenlaufwerk. Widerlich! Ansonsten fand ich es gut. Zu kurz war es, zu stressig (enge ZAT-Termine), aber das gehört dazu. Mein Programm konnte ich weiter verbessern. Ich habe sogar zwei fatale Bugs entdeckt: Einmal hatte jemand ca. eine halbe Million Goldohren mit einem magischen Raubzug erbeutet, was das Opfer ca. 450.000 G ins Minus brachte, und der andere Bug erlaubte es nicht, Soldaten von Nebenburgen zu versklaven).

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Umzug endlich fast beendet

Vier Meter zwanzig bester Spanplatte, in mühsamer Kleinarbeit von Benjamin (meinem Mitbewohner) und mir mit köstlichem Umleimer versehen, 90 cm tief und auf sechs Holzböcken gelagert tragen Verantwortung. Verantwortung, 2 PCs und 1 guten alten Schneider, um genau zu sein. Die ideale Umgebung, um zu orken, vor allen Dingen mit meinem Leib-und-Magen-Copy-Shop in 150 m Entfernung. Jetzt geht es also wieder richtig los. Sogar mit Telefon. Nur die Beiträge zu L&T sind etwas mager.

Das Ende von Balduin Rußpopel

Balduin war der "Reporter", der im Auftrag von Bleo Blutsauger (wir erinnern uns, Ork 14, Hochkönig, Spieler: Martin Wrobel) durch das Schwarze Reich zog, um über dies und jenes zu berichten.

Am Rand der Straße nach Jool Harbour, die Sonne geht gerade unter. Ein Bündel eingehüllt in Decken, die schon bessere Tage gesehen haben. Es zuckt von Zeit zu Zeit unter den Stoffetzen. Vorbeiflanierende Orks, Magieranwärter auf dem Weg zur Universität und fertige Magier auf dem Weg zu ihren Dienstherren schauen mitleidlos drunter: Ein kurzer Tritt, ein Zucken, aber zu mehr motiviert das Bündel auch nicht.

Was oder wer steckt unter den Decken? Balduin Rußpopel! Guter alter Balduin, du hast auch schon bessere Tage gesehen! Aber das Leben ist nicht freundlich zu Reportern, besonders nicht im Schwarzen Reich, und besonders nicht, seitdem ihm geheime Verbindungen zu Rotzblasen und Blutsaugern nachgesagt werden. Der Attentäter jedenfalls hat ganze Arbeit geleistet. Die Zunge und die rechte Hand von Balduin hat er seinem Auftraggeber sauber und fleckenfrei verpackt zukommen lassen. Zuverlässig sind sie ja, Arghons Mannen.

So verendete eine der berühmtesten Zeitungen im Schwarzen Reich, der gute alte Plauderbote. Alles Gute hat eben ein Ende.

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L&T wird auch für die Orkspieler bei Ingrid Möhn geöffnet. Leider hat das nicht den erwünschten Aufschwung für L&T gebracht. Allerdings beginnt auch wieder eine interessante Serie von Berichten aus einer Orkpartie (Klagelieder eines Orkhäuptlings, verfaßt von Markus Eschberger).

Unbelehrbares Chaos

Über Ostern 1991 hat in Mesum bei Rheine wieder eine PC-Ork-Partie "face to face" stattgefunden. Organisiert wurde sie von... ja, von wem eigentlich? Die Wahrheit ist wohl mehr, daß sie nicht organisiert wurde. Das Essen war fürchterlich bis nicht vorhanden, die Echtmilchvorräte begrenzt und selbst die Veltins-Kisten versagten, sobald sie ernsthaften Belastungstests unterworfen wurden.

Und dennoch: Es hat Spaß gemacht, und ich würde (mit bestimmten Einschränkungen) gerne wieder in Mesum eine PC-Ork-Partie durchführen.

Die Partie litt nicht so sehr unter Zeitnot wie die bisherigen. Sie konnt regelgemäß am Sonntagabend beendet werden. Ostermontag war daher frei. Die Partie wurde von Marcus Mauermann (Nrawa Galdorn) gewonnen und zwar mit einem Machtsieg. Das lag nicht nur daran, daß er es fertigbrachte, die blindwütige Verehrung von 14 Bitork-Unterhäuptlingen zu gewinnen!

Aus den Klageliedern eines Orkhäuptlings

Folge 1: Nebel im Schwarzen Reich

Als ich gestern morgen gutgelaunt und erfrischt erwachte, überbrachte mir mein Leibsklave die Botschaft, daß Hochkönig Kuon verstorben sei. Was war das für ein Tag! Zufrieden rieb ich mir die Hände; es wurde ja auch Zeit, daß der alte ... Meister das Szepter abgab. Also ließ ich sofort das ganze Volk zusammenkommen, hielt eine Trauerrede für Kuon, preiste Khurrad für seine Weisheit und wies auf die bevorstehenden schweren Zeiten hin. Aber irgend etwas stimmte nicht. Mein Volk wirkte irgendwie verwundert, außerdem kam keine richtige Stimmung auf. Also winkte ich einen meiner Bauern heran, und fragte ihn, was los sei. "Herr", antwortete er, "Der Hochkönig ist bereits vor einem Jahr gestorben. Es ist bereits das Jahr 1 nach Kuon. Ihr habt die ganze Zeit verschlafen, Herr." Da ich vermeinte, in seiner Stimme einen vorwurfsvollen Unterton zu vernehmen, und um mich zu beruhigen, ließ ich ihn erstmal köpfen, was dann auch unheimlich für Stimmung sorgte.

Während ihn die Soldaten zum Richtblock zerrten, machte ich mir Gedanken. Sollte es wirklich wahr sein, daß ich ein Jahr in meinem Himmelbett geschlummert hatte, während draußen so wichtige Dinge geschahen? Ich hätte vielleicht doch nicht so viel Honny Orker trinken sollen, oder? Ach was, man gönnt sich ja sonst nichts. Ich mußte an irgend jemanden meinen Ärger auslassen, und da kam mir mein Leibsklave gerade recht. "Warum hast du mich nicht geweckt?", fuhr ich ihn an. "Aber Herr," stammelte er, "Ihr seid so furchtbar jähzornig. Den letzten, der Euch weckte, habt Ihr in der neuen Burgmauer verarbeiten lassen." Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß er damit vollkommen recht hat, aber es ist eine ungeheuerliche Unverschämtheit, das vor dem versammelten Volk kundzutun. A propos, Ungeheuer. In die Schlangengrube mit dem Kerl. Damit wären die Biester auch gefüttert.

Kurz darauf ließ ich den Volksrat (von einigen Soldaten) zusammentreten. Es wird Euch vielleicht wundern, aber ich habe tatsächlich so eine demo-dingsda-tische Einrichtung, getreu meinem Motto: Das Volk bin ich! Zu dieser Versammlung erschienen mein Wissenschaftler nebst seinem Schüler, mein Schatzkämmerer, mein Lagerverwalter, der Sprecher der Kaufmannsgilde, ein Vertreter der Späherzunft und mein Priester mit seinem arroganten Adepten. Es verging dann eine gute Stunde, in der ich dem Priester klarzumachen versuchte, daß es diesmal keine Extra-LE gab, da ich die Schlangen bereits gefüttert hatte. Aber darauf wollte er sich überhaupt nicht einlassen. Eine LE für ihn und eine für seine Schlangen, das sei seine Devise. Ich habe diese fette Ratte sowieso im Verdacht, daß er seinen Schlangen alles wegfrißt. Als sein Adept dann auch noch was von "Für Khurrad ist kein Opfer zu groß" dazwischenquatschte, war meine Laune so ziemlich auf dem Nullpunkt angekommen.

Mißmutig verlangte ich, daß man mir die Reichskarte reiche und mir von den anderen Stammesführern berichte. Doch die Art und Weise, wie mein Wissenschaftler zerknirscht vor meinen Thron trat, ließ mich schon die nächste Katastrophe erahnen. "Es tut mir leid, Herr, aber ich kann weder mit dem einen noch mit dem anderen dienen. Es liegt ein mächtiger Vernebelungszauber über dem Schwarzen Reich, der jegliche Erkundung unmöglich macht. Das geht allen Stämmen so." Ich begann zu kochen, bedeutete dieses doch, daß ich wieder Unsummen an diese Halsabschneider von Späher zahlen mußte, um ein paar lächerliche Informationen zu erhalten. Mit einem Seitenblick bemerkte ich das breite Grinsen auf dem Gesicht des Spähers. Es würde mich gar nicht wundern, wenn seine Zunft für diesen Zauber verantwortlich wäre.

Plötzlich übermannte mich der Zorn auf meinen Wissenschaftler. "Köpft...", schrie ich, doch da kämpfte sich eine Warnung durch meine Gehirnwindungen nach vorne: "Bedenke, wie kostbar ein Wissenschaftler ist, besonders, wenn er der einzige ist!" Blitzartig besann ich mich. "...den da!", indem ich auf den Adepten zeigte, der feixend in einer Ecke stand. Irgendwie können sich Wissenschaftler und Priester nie leiden. Er wurde blaß. "Aber, Herr!", stammelte er. Doch bevor mein Priester irgendwelche Einwände erheben konnte, grinste ich ihn an. "Im Namen Khurrads natürlich, und für Khurrad ist ja bekanntlich kein Opfer zu groß."

Nachdem ich das beruhigende Geräusch eines herabsausenden Henkerbeils vernommen hatte, besserte sich meine Laune erheblich, doch nur, um sofort darauf wieder einen Dämpfer zu bekommen. Der Sprecher der Kaufmannsgilde trat vor. "Herr, die Kaufleute verlangen, daß Ihr unverzüglich etwas für die Wirtschaft tut und eine Karawane entsendet. Ansonsten können wir Euch nicht garantieren, daß wir weiterhin in der Lage sind, Eure Produkte zu kaufen." Ich blickte ihn finster an. Karawane schicken, wie denn, wenn ich nicht einmal wußte, wo die anderen Stämme zur Zeit hausten. Am liebsten hätte ich ihn verfüttert, aber das ging nicht, da sonst die anderen Kaufleute auf die Barrikaden gegangen wären. Da wird aber einer bei seiner nächsten Steuererklärung große Augen machen. Glücklicherweise kam gerade ein Sklave mit dem Mittagessen herein. "Hast du etwas gegen Schlangen?", fragte ich ihn. Er sah mich verschüchtert an. "Oh nein, Herr, ganz und gar nicht." "Prima!", rief ich. "Werft ihn in die Schlangengrube!" Ich kann Euch sagen, liebe Freunde, die Schreie eines zum Tode Verurteilten sind Balsam für die malträtierte Seele.

Während ich so grübelte, sprach mich mein Wissenschaftler wieder an. "Herr, ich habe eine gute Nachricht für Euch. Einige Stammesführer haben sich bereits bei uns gemeldet, und Stamm 4 bietet einen günstigen Zollsatz für Karawanen an." Ich begann sofort zu rechnen, als mich der Wissenschaftsschüler unterbrach. "Herr, wenn es Euch eine Freude macht, so sind wir auch gern bereit, mehr als die üblichen 20 Befehle von Euch entgegenzunehmen." Ich betrachtete ihn nachdenklich, war ich doch bislang der Meinung, daß in diese Quadratschädel höchstens 20 Befehle paßten. Nach einiger Überlegung gab ich dann den Befehl, diesen vorlauten Schüler hinrichten zu lassen. Ich hasse Leute, die mehr Befehle behalten können als ich. Dann begann ich mit meinen Anweisungen. "Entsendet eine Karawane, sorgt dafür, daß ein Magier ins Land kommt, kauft Schweine und versorgt die Bauern." Schließlich wies ich meinen Schatzkämmerer noch an, dem Priester 100 G in die Hand zu drücken, damit er sich wieder beruhigte. Den Großteil des restlichen Tages verbrachte ich damit, den Spähern unter endlosem Feilschen fünf Aufträge zu geben.

Am späten Abend genehmigte ich mir noch ein Glas vom guten Orker und überdachte meine Strategie im Kampf um die Hochkönigskrone. Das Wichtigste war nun, die Bevölkerung zu hegen und zu vermehren, damit ich genügend Rekruten für mein Heer bekam. Siedendheiß durchfuhr es mich. Hatte ich doch heute selbst meine Bevölkerung um fünf Leute dezimiert. So geht's natürlich nicht. Ich muß mir dringend etwas anderes einfallen lassen. Ach, falls jemand von Euch Interesse hat: bei mir ist immer noch die Stelle eines Leibsklaven zu vergeben. Bis zum nächsten Jahr.

Gornock Fangzahn.

L&T 49

Ich gebe meinen Plan, eine Sintorkpartie zu spielen, auf. Die Resonanz war zu gering. Schade eigentlich - das wäre eine Variante gewesen, die ich gerne einmal ausprobiert hätte. Bis heute, 05. Mai 2001, ist es mir nicht gelungen, genug Mitspieler dafür zu finden. Martin Wrobel schickt mir zum Geburtstag einen kleinen bemalten Ork, den ich heute noch habe, und für den ich ihm heute noch dankbar bin. Der Zauberspruch "WIR SIND DAS VOLK" wird etwas entschärft: man verliert nur noch einen Magiepunkt statt eines Drittels des Magieniveaus.

Aus den Klageliedern eines Orkhäuptlings

Folge 2: Durch Zeit und Raum
Zur Folge 1

Hoppla! Eben saß ich noch in meiner Burg in Landstrich 56, man schrieb das Jahr 4, und ich sah mich einer latenten Bedrohung namens Zamorra gegenüber, als plötzlich alles verschwamm, es schwarz wurde (es war allerdings ein sehr hübsches Schwarz), und ich mich auf einmal in einem Sumpf in 14 wiederfand.

Der Kalender zeigte auf einmal Jahr 0 und ich fühlte mich überhaupt nicht gut. Im ersten Augenblick dachte ich sofort an diese dusseligen Magier von Jool Harbour. Mein zweiter Gedanke galt den gierigen Priestern, aber schließlich machte sich langsam die Erkenntnis in mir breit, daß weder die einen noch die anderen das für eine solch umfassende Wandlung nötige (wie hieß es doch noch? Ach ja....) Nau Hau haben. Außerdem schauten die Knaben, sofern sie noch da waren, noch viel dämlicher aus der Wäsche als ich selbst. Als ich dann erfuhr, daß all die Mühe und selbstlose (Nanu? Steckt da etwa das Wort "Elb" drin?) Hilfe, die ich in diesen blöden Stamm investiert hatte, umsonst war, verschlug es mir die Sprache. Wie sich heute herausgestellt hatte, dauerte diese Verstummung doch tatsächlich ganze fünf Jahre. Naja, die ersten zwei habe ich ganz gut mit dem Lernen von Schreiben und Lesen herumgekriegt. Ihr habt ja gar keine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, Befehle per Zeichensprache zu diktieren. Ganz zu schweigen von der enormen Zahl Schreiber, die das jedes Jahr kostet. Aber jetzt schreibe ich meine Befehle selbst auf!

Mein Wissenschaftler, der da übrig geblieben war, nannte diesen seltsamen Vorgang eine Raumlinientemporalturbulenz, worauf ich ihm androhte, ihn an die Schlangen verfüttern zu lassen, wenn er in meiner Gegenwart nochmal ein Wort mit mehr als zwanzig Buchstaben verwendet. Was jetzt tatsächlich die Ursache war, wird wohl nie geklärt werden, wenn auch einige versponnene Orks rumliefen und lauthals schrieen, es gäbe doch einen höheren Gott als Khurrad, und der habe den Namen "Spielleiter". So ein Blödsinn. Mal abgesehen davon, daß sich ein solcher Gott bestimmt einen besseren Namen zulegen würde. Diese Khurradlästerer übergab ich natürlich den Priestern, die sie zum Säubern der Schlangengruben einteilten (verteidigen müssen sie sich selbst).

In den folgenden Jahren ging so ziemlich alles drunter und drüber. Aufgrund meiner leidigen Verstummung konnte ich lediglich das Allerschlimmste verhindern. Ansonsten mußte ich hilflos zusehen, wie meine Karawanen ausgeraubt, meine Soldaten verheizt und mein Honny Orker versoffen wurde. Und dann kommen auch noch die Wissenschaftler und wollten irgendwelchen Krempel für irgendwelche Experimente. Ich bräuchte ihnen nur hunderte von Wareneinheiten zur Verfügung zu stellen, und sie würden daraus völlig neue Produkte machen. Ich schwieg dazu. Was blieb mir angesichts meiner Lage auch anderes übrig? Daraufhin bedrängten sie mich förmlich, ihrer Bitte nachzugeben, und auch gleich noch kräftig das Wissenschaftsniveau zu heben. Also schwieg ich lauter. Irgendwie müssen sie das als Zustimmung gewertet haben. Aber eines verspreche ich ihnen: Wenn da nichts Gescheites herauskommt, dann werde ICH ein paar Experimente mit ihnen machen.

Als abschließende Krönung des ganzen Ärgers wurde ich zu allem Überfluß auch noch Unterhäuptling. Ich fluchte, ich raste, ich tobte, und siehe da, ich hatte meine Stimme wieder. Da gab es zuallererst zwei enorm wichtige Dinge zu erledigen. Erstens - sofort die Empörung einleiten, und zweitens - meinen Koch in die Pfanne hauen, der permanent meine morgendlichen Gesten ignorierte und mir stets Silrimgrütze servierte, die ich auf den Tod nicht leiden kann. Fragt mich nicht, woraus die gemacht wird, ich weiß es nicht, und ich will es auch gar nicht wissen! Mein Erzmagier schwört jedenfalls darauf, es muß wohl magisch sein. Naja, es lebt irgendwie. Aber wenn ich das Zeug erwische, wie es von der Küche zum Studierzimmer schlurft, dann weiß ich schon, wer wem vorgeworfen wird!

Das mit der Empörung hat ja dann geklappt. Meine Berater waren richtig glücklich. Ich hatte sie zur Strafe an die Wand hängen lassen, und nach der Empörung wurden sie dann auch richtig herum gehängt.

Von der Todesstrafe bin ich übrigens abgekommen. Sie reduziert das Volk zu stark. Und schließlich hat die Arbeit in den Schwefelgruben über lange Sicht den gleichen Effekt. Hinzu kommt, daß eine nachträgliche Begnadigung der Verurteilten wesentlich einfacher ist. So, nun werde ich mich mal den Befehlen des nächsten Jahres widmen. Da ich in den vergangenen Jahren einige gute Kontakte gepflegt habe, werde ich dieses Jahr reichlich unterstützt werden, was ich besonders begrüße, da es meine eigenen Soldaten schont. Und für die neue Nebenburg habe ich auch schon einen kleinen Job (hallo, Zamorra, dieser Gruß ist ganz speziell für dich). Na, dann will ich die Befehle mal verkünden. Oh verdammt, kann einer von Euch vielleicht meine Schrift lesen?

Zur Folge 3

L&T 50

Ork-Con in Essen

Über Pfingsten 1991 wurde in Essen eine Face-To-Face-Orkpartie durchgeführt. Das war für mich eine gute Gelegenheit, einige neue versteckte Features zu testen, die ich immer schon mal einbauen wollte. Die Partie fand auf einem 12x12-Feld mit 40 Stämmen (davon 12 Echtspieler) statt und war ziemlich spannend, und zwar von dem Moment an, wo der erste rausflog. Das war bereits im 4. Jahr der Fall (tja, Sven und Christopher, muß bitter gewesen sein). Beinahe hätte es Samantha Fork geschafft, einen echten 7er-Burg-Sieg hinzulegen, aber bevor es dazu kamm, brachte Kingslayer durch intensiven Katapultbeschuß die 6er-Burg von Samantha auf Burgklasse 1 - weil Sammy das Gold für's Reparieren nicht mehr hatte. Laßt Euch das eine Warnung sein!

Die Partie wurde schließlich von Kingslayer (Achim Bietmann) im Jahr 23 gewonnen. Die weiteren Plätze: Samantha Fork, Latex Leo und Jorn Quadratschädel.

Einige Statistiken aus dem Schlußjahr (Jahr 23):

                  Kingslayer     Samantha       Latex Leo      Jorn Q.
Rang              König          König          Baron          Häuptling
Unterhäuptlinge   9              8              2              0
Bauern            946            1422           1260           2319
Kaufleute         673            52             15             267
Magier            14             10             12             0
WN                73             99             60             0
MN                74             61             51             0
Glaube            20             21             0              0
Gunstbeweise      7              19             0              4
Steuersatz        2              90             99             10
Bazare            1              2              0              0
Gold              49.264         60.258         66.902         7.590
Gollum            9.057          7.486          4.498          3.169

Neuer Hochkönig in Ork 17

Ork 17 ist im Jahr 9 beendet worden. Hochkönig wurde Joshua Woodstock (Martin Schnitz). Es war Martins zweiter Sieg nach Ork 12. Es war beinahe ein Start-Ziel-Sieg. Joshua Woodstock war außer im Jahr 5 und im Jahr 7 stets Erster der Gollum-Tabelle. Ich habe nicht verstanden, warum die übrigen Spieler nicht koordinierter gegen Joshua vorgingen. Obwohl Joshua natürlich der Bär in Person war. Wenn jemals ein Sieg in Ork verdient war, dann dieser.

Kanzler zur Rechten wurde Tirgil Elbentod, Kanzler zur Linken Grischnak. Gerade von Grischnakh hätte mehr kommen können, aber Feigheit ist halt bei Orks unausrottbar.

Aus den Klageliedern eines Orkhäuptlings

Folge 3: Hausbesuche
Zur Folge 2

Von Gornock Fangzahn aus Khurrads Fegefeuer (14)

Was für ein Jahr, was für ein Jahr. Genauer gesagt, waren es eigentlich zwei Jahre. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn es in Eurem Stamm drunter und drüber geht.

Ihr erinnert Euch sicherlich daran, daß ich erst vor zwei Jahren meine Stimme wiederfand, als ich Un... Un..t... rrrgh..pt..ng (es fällt mir immer noch sehr schwer, dieses Wort auch nur auszusprechen) von Adlerauge wurde. Ich kann Euch versichern, daß ich seitdem reichlich Gelegenheit hatte, lautstark von meiner Stimme Gebrauch zu machen, sei es, um meine Wissenschaftler anzuschreien (die immer noch keinen Schritt weiter gekommen sind), oder lautstark meine Meinung über gewisse meiner Berater kundzutun.

Ich sage Euch, einen Orkstamm zu regieren ist wahrlich kein leichtes Los; dann doch lieber einen Sack Flöhe hüten. Manchmal deprimiert es mich so sehr, daß mich nicht einmal die Folterung einiger Sklaven aufheitern kann. Bei solchen Gelegenheiten pflege ich dann den Keller meiner Burg aufzuräumen (etwas, was bestimmt seit 200 Jahren keiner mehr getan hat). Und wie ich da so rumräume und ein paar Totenköpfe zur Seite rolle, da finde ich doch tatsächlich eine alte Pergamentrolle. Elbenhaut, wie ich mit geübtem Kennerblick feststelle. Vor ein paar Jahren hätte ich das Ding allenfalls dazu benutzt, um die Ritzen in meiner Burgmauer zu stopfen. Aber nachdem ich Lesen gelernt habe, weiß ich erst den Wert dieser Dinge richtig zu schätzen. Es handelte sich dabei um eine Notiz des ebenso bedeutenden wie toten Metronom Irilkus Sternenzähler (einer meiner Jungwissenschaftler behauptete, es hieße Astronom. Jetzt kann er sich vor Ort davon überzeugen, daß Schwefel und ich viel gemeinsam haben, und daß es äußerst gefährlich sein kann, uns falsch zu behandeln).

Ihr erinnert Euch sicher daran, daß Irilkus seinerzeit behauptet hatte, daß die Erde rund sei, und die Sterne riesige Kugeln wären, die er Planeten nannte. Zum Beweis seiner Theorie wollte er sich mit einem Katapult auf den Mond schießen lassen. Na, jedenfalls hatte er nicht viel Gelegenheit herauszufinden, wo er sich verhauen hatte. Und seine Überreste hatten eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Ding, das neuerdings unsere Küche unsicher macht. Wie dem auch sei, das Pergament hat meinen Wissenschaftlern endlich mal eine Erleuchtung beschert und sie ein großes Stück weitergebracht.

Zufrieden schlenderte ich also in mein Quartier, um mich mit einigen Elbensklavinnen zu entspannen. Ich kann Euch sagen, dabei ist mir ganz schön heiß geworden. A propos heiß, ich hatte mit einem Mal den Eindruck, daß es tatsächlich ganz schön heiß wurde. Und was war das für ein Auge, das da durchs Fenster sah? Das wäre ja nicht weiter ungewöhnlich, wenn mein Schlafzimmer nicht gerade im zweiten Stock läge. Außerdem kam mir dieses Auge höllisch groß vor. Moment mal, höllisch... heiß... Feuer... DRACHE... Aaargh! Ich stürmte natürlich sofort zum Fenster und sah, wie zehn meiner tapferen Wachen im Rachen des Drachen verschwanden (wem fällt schon angesichts einer solchen Katastrophe auf, daß er dabei ist, in Reimen zu denken). Verdammtes Biest, von mir aus friß meine Sklaven, aber laß meine Bauern in Ruhe. Und würdest du wohl nicht gerade meine Holzvorräte anhauchen - hej - nicht auf die Försterei setzen, und nimm deine gierigen Krallen aus meiner Schatzkammer! Und weg ist er wieder, mit meinem Gold. Na, wenigstens hat er meine Burg nicht angerempelt, und das Schwefellager hat er auch nicht gesehen. Das ging ja gerade nochmal gut. Aber warte, wenn du nächstes Jahr wiederkommst, dann wirst du einem alten Freund begegnen.

Das Jahr 7 hielt dann glücklicherweise keine größeren unangenehmen Überraschungen bereit. Einer meiner Berater berichtete mir von der Unterwerfung von U'Grunz Earfriend II., und da wir uns seit einiger Zeit kennen, bot ich ihm an, ihn vom Joch Adlerauges zu befreien. Ich hatte ja schließlich auch noch eine Rechnung mit Adlerauge offen, wenn er auch eigentlich nichts dafür konnte. Aber von solchen Kleinigkeiten wie Schuld oder Unschuld sollte man sich nie irritieren lassen.

Also bereitete ich eine großangelegte Belagerungsaktion vor und rief meine besten Feldherren zu mir. Dann erklärte ich ihnen meinen Plan. Eine kleine Abteilung Soldaten sollte bis an die Burgmauer heranrobben und sich im Schatten verbergen. Wenn dann die Heere meiner Unterhäupltinge durch den Wald gebrochen kämen, sollten sie die Unruhe der Verteidiger ausnutzen und das Burgtor stürmen. Ungefähr in diesem Augenblick würde dann das Heer von U'Grunz auf der anderen Seite auftauchen, und wir könnten die Verteidiger von innen aufrollen. Das mit dem Aufrollen hatten einige offensichtlich nicht so ganz verstanden. Die Reaktionen auf meinen genialen Plan waren vielfältig. Sie reichten von "Häh? Versteh ich nicht!" und "Wohin sollen wir rauben?" bis "Mgrmpf?" und "Blut, Blut, Blut!". Es ist zum Heulen mit den Kerlen. Also verdeutlichte ich ihnen, was ich meinte: Wir gehen rein und hauen alles platt, was sich bewegt. Das verstand dann auch der Dümmste unter ihnen.

In der Zwischenzeit hatte sich auch der allseits geschätzte Drachentöter bei mir niedergelassen, um unseren Freund willkommen zu heißen, falls er denn käme. Ich konnte ihm leider keine Gesellschaft leisten, da wichtige Staatsgeschäfte meiner harrten. So mußte ich zum Beispiel die Belagerung im Reich des Adlers überwachen. An den kriegerischen Aktivitäten konnte ich zu meinem tiefen Bedauern nicht teilnehmen, da ich mir böse den kleinen Zeh gezerrt hatte. Ich muß gestehen, der Verlauf der Schlacht war äußerst bedenklich und unser Sieg sehr glücklich. Hätte auch nur ein Verteidiger mehr in der Burg gestanden, ich weiß nicht, ob wir es geschafft hätten.

Zuhause saß derweil der Drachentöter in meinem Liegestuhl, trank meinen Honny Orker, verspeiste nach kurzer Jagd die Silgrim-Grütze und polierte sein Schwert. Er aß und trank und schlief und polierte. Er schlief und aß und polierte und trank. Er polierte und... kurzum, der Drache kam nicht. Dafür habe ich dann teures Gold zum Fenster rausgeschmissen.

Ach ja, Fenster, wenn ich mir meine Burg so betrachte, dann könnte sie etwas renoviert werden, und bei der Gelegenheit könnte man ja noch ein Stockwerk draufsetzen. Ich denke, das werde ich im nächsten Jahr in Angriff nehmen. Hatte nicht auch einer der Magier gemeint, er könne da etwas nachhelfen? Na, mal sehen.

Wie mir der gute Sting übrigens später berichtete, hatte sich der Drache in letzter Sekunde zu einem kleinen Besuch in Thunderdome entschieden. Nun, man kann nicht alles haben. Immerhin ist es ja sonst ganz gut gelaufen. Der gute Zamorra hat sich von seinen Staatsgeschäften zurückgeflüchtet und das Regieren einem seiner Orks überlassen, und der gute Adlerauge ist mein Unterhäuptling geworden. Seltsam, wie glatt mir das Wort auf einmal über die Lippen geht.

Zur Folge 4

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