List & Tücke 41 - 45

Zur L&T-Hauptseite
L&T 36-40
L&T 46-50

L&T 41

Chaos in Mesum

Mesum war kein einmaliges Ereignis.

Vom 05. bis 07. Oktober 1990 fand bei Rheine, in dem kleinen Dorf Mesum, eine Face-To-Face-PC-Ork-Partie statt. Der Ort dafür war ideal, so eine Art Tagungsstätte mit mehreren großen Räumen und genügend Schlafplätzen für die etwas über 20 Teilnehmer. Gespielt wurde meistens in Zweierteams, so daß 12 Stämme vom Programm verarztet wurden. Natürlich langte die Zeit nicht für einen "ordentlichen" Sieg. Daher wurde nach dem letzten Zug, der den externen Teilnehmern heimfahrttechnisch noch zugemutet werden konnte, ausgewertet und eine Abschlußtabelle aus folgenden Werten erstellt:

Summe der Burgklassen + Zahl der Unterhäuptlinge + Rang

(Rang: Unterh.: 0, Häuptling: 1, Baron: 2 usw.)

Gewonnen hat Hans Schnödelblöm, dargestellt von Kay-Viktor Stegemann (Cosmic Sepp, Kovhar Schädelspalter, Rulle Stahlfuß) und Roland Plaß (Chez Erwin und Rhilon der Schaurige). Knapp dahinter und bis vor Toresschluß der Favorit: Ion Gieriac (Christopher Reimold alias Ulgatz el Bumchack).

Wenn es eines aus dem Ork-Treffen mitzunehmen galt, dann dies: Kauft keine IBM-Proprinter! Das sind die allerletzten Drucker, zwar schnell, aber sowas von unkomfortabel und papierstaugefährdet und schleichend Epson-inkompatibel, daß es nur so graust!

Der Plauderbote (Ork 14)
Der Tod Balduins

Eine Zeit lang spielte in Ork Martin Wrobel (Bleo Blutsauger) mit. Er schrieb fleißig jede L&T die Kolumne "Der Plauderbote". Ich habe sie hier aus zwei Gründen nicht wiedergegeben: zum einen ist die Kolumne aus sich heraus kaum verständlich und zum anderen ist sie auch nicht so originell geschrieben, daß sie deswegen ihren Platz hier verdienen würde. Nicht, daß sie wirklich schlecht war, sondern:

Die Kolumne war nur mittleres Maß,
nicht gut und nicht schlecht, nur Durchschnitt ist das.

Um das Engagement des damals jungen Schülers angemessen zu würdigen, weil er durch sein Spiel eine Menge zur Atmosphäre beigetragen und weil er seinem Landstrich den genialen Namen "Frööpskurmiguul" gegeben hat, habe ich mich entschlossen, die letzte Ausgabe trotz allem zu veröffentlichen, wobei ich redaktionell ein bißchen geglättet habe.

Khurrad, wo bist du?

Zeichner: David Henningson
"Der große Gott hat sich von uns abgewandt. Dunkle Elemente und Priester der Arakhna treiben in unserem Land ihr Unwesen. Oh, du armes Frööpskurmiguul. Soll das dein Untergang sein? Stehe auf und kämpfe für die Gunst des allmächtigen Khurrad!"

Das stand in den letzten Monaten auf allen Schriften, die im ganzen Reich zu sehen waren. Bleo machte sich große Sorgen und Vorwürfe: Wie konnte er nur so in Ungnade gefallen sein? Es war ihm einfach unbegreiflich. Er hatte dem Tempel doch eine ganz ansehnliche Zahl Diamanten gespendet und das Himmelstelefon (der Hohepriester von Frööpskurmiguul) war auch nicht kaputt. Aber was war es dann?

Lange war die Stadtgarde mit ihren Spürschweinen unterwegs, bis sie endlich die Lage geklärt hatten und Bleo Bericht erstatten konnten.

Der Oberst der Stadtgarde war ein großer, breitschultriger Ork. Seine Narben, die über den ganzen Körper verteilt waren, zeugten von immensem Kriegergeschick. Er hatte eine große Streitaxt geschultert, an der angetrocknetes Blut haftete. In seiner Nähe stank es nach Schweiß. Doch vor dem Thron, auf dem Bleo in seiner ganzen majestätischen Würde saß, wirkte er wie ein kleiner nervös zappelnder Kobold, der es nicht abwarten konnte, sich in ein dunkles Loch zu verkriechen, bevor er getadelt wurde.

Der Oberst berichtete: "Göttlicher Bleo! Wir haben herausgefunden, daß einige Priester, die nicht dem großen Schlangengott angehören, sich hier eingeschlichen haben. Ohne die Gebühr für das Betreten der Stadt zu entrichten! In weiser Voraussicht habe ich die zuständigen Wachen hinrichten lassen. Ich erbitte weitere Befehle von Eurer Göttlichkeit."

Das war ja wohl die Höhe! Welchem Verein diese Scharlatane angehörten, war Bleo egal, aber die Gebühren zu hinterziehen war die Höhe! Der Staatsschatz war mit 400.000 Goldohren sowieso knapp bemessen... Nein, das konnte man nicht hinnehmen. Jetzt wußte Bleo, wieso Khurrad so verärgert war. Er setzte für jeden Körperteil eines solchen Priesters Goldohren aus. Ein Bein zum Beispiel brachte 10 Goldohren, während ein Ohr oder eine Nase schon 50 Goldohren wert waren. Natürlich brachte ein zusammenhängendes Set weniger als einzeln angebotene Körperteile. Die Nachricht vom "schnellen Ohr" sprach sich in Windeseile herum. Einen Tag nach der Proklamation ließen 10.000 Bauern ihre Arbeit liegen, schnappten sich ein scharfes Küchenmesser und eilten los.

Zwei Wochen später waren Stadt und Land gesäubert. Es kamen insgesamt 13.608 Beine, 15.211 Arme, 11.379 Nasen, 15.628 Ohren, 982 Köpfe und 46 Tonnen sonstiger Orkreste zusammen. Schade nur, daß Bleo wenig später feststellen mußte, daß auch die eigenen Priester fast gänzlich verschwunden waren. Irgendwie hatte der Bauernpöbel etwas falsch verstanden.

Einige Schamanen versuchen heute noch, aus dem Wirrwarr der Einzelteile ein paar der Priester wiederherzustellen. Der Erfolg bisher ist jedoch mehr als dürftig.

Mit dem Fazit: "Was lange wehrt, wird endlich gut!" verabschieden sich Euer Bleo Blutsauger und Euer Balduin Rußpopel von Euch. Ich hoffe, daß Ihr es nie bereuen mußtet, für den doch immer recht langen Plauderboten Euer Geld auszugeben. Tschüß sagt Euch Euer Bleo Blutsauger alias Martin Wrobel.

Ein geschickter Schachzug. Wenig später gewann Martin die Partie.

Selbstvorstellung (Ork 16)

Mübürück Wyrgdiwyrg war einer der vielen Namen, die Marian Grabke in seiner heute noch andauernden Orkkarriere annahm. Marian ist bislang nie Hochkönig geworden, obwohl er es von seiner Art her mehrfach verdient hätte. Die Welt im allgemeinen und Ork im besonderen ist eben kein Hort der Gerechtigkeit...

Ich bin ein junger aufstrebender Ork mit Hang zu Religion, Magie und Wahnsinn. Ich herrsche über Sonderburg, Caracas, Floppistan und Jubili-Jubila und halte Hof und stets Ausschau nach neuen guten Taten (daher mein Beiname "der Grundgütige"). In meiner Kleinstburg (Modell: Sozialklitsche ohne Klo, aber mit Foltercenter) beherberge ich einige Magier, Gelehrte, Dichter und große Lümmel, die mit spitzen Lanzen in den Ecken rumstehen und aufpassen, daß niemand meine Bauklötze umwirft. Weil ich kein Gold und Schwein habe, gibt mir mein Kaufmann keinen Kredit mehr, und ich muß an meiner letzten Salzstange lutschen. Meine Bauern sind sowohl schlau als auch faul, und die Sklaverei habe ich aus moralischen Gründen abgeschafft - jedenfalls solange, bis mir ein netter Mitork ein paar Sklaven schenkt! Meine Steuern treibt ein gleichnamiger Troll-Eintreiber ein und sich dann rum, und Zoll brauche ich keinen zu nehmen, denn zu mir kommen sowieso keine Karawanen. Wieso eigentlich nicht, Ihr elenden Karawanengeier? Ich kann Euch doch nicht noch Gold hinterherwerfen dafür, daß Ihr Euch bei mir nicht nur dumm, sondern auch noch dusselig verdient! Entschuldigt diesen Ausbruch, aber es kam so über mich.

Aus meinen Minen habe ich gerade genug Eisen erhalten, um mir eine Anstecknadel zu fertigen. Mein Steinbruch verschaffte mir genug Material für eine winterfeste Hütte für meine Lieblings-Assel, und aus meinem Holz habe ich mir ein paar Eßstäbchen für meine Suppe geschnitzt.

Meine Wissenschaftler haben gerade das große TBC entdeckt. Mein Magier brütet über dem Problem "Unter welchem Hütchen ist die Nuß?" Im Vertrauen: Unter gar keinem, denn die Nuß habe ich als Zusatzversorgung gerecht an meine Untertanen verteilt. Die Priester sind sauer auf mich, seitdem ich sie beim Mogeln während der "Kopf-ab"-Zeremonie erwischt habe. Meine Wirtschaft ist kaputt, seitdem ich eine Markt-Anneliese angestellt habe (sie ist aber auch die mieseste Bardame seit der unseligen Yvonne de Cariol).

Siehst du, jetzt weißt du alles über mich. Nett von mir, nicht? Ach so, was hältst du davon, wenn der Vertreter von der Feuerversicherung mal bei dir vorbeischaut und die Sicherheit deiner Gebäude überprüft? Er soll angeblich ein furchtbar netter Drache sein. Also - bis neulich; ich muß los und meine Keule putzen.

Das Volk an Torfdünn (Ork 18, erste PC-Ork-Partie)

Ein Herrscher bist du, gewaltig und hehr,
ein Vertilger der Feinde, dem niemand je gleicht,
besiegt und erschlagen wird nimmermehr,
wem du in Gnaden dich zugeneigt.

Ein Stammesfürst, der das Heil uns schafft,
der den Drachen tötet, den Feind bezwingt,
geh uns voran, du Stier an Kraft,
der du die Furcht verscheuchst und Feindesblut trinkst!

Den feindlichen Unhold jage hinaus
und des Drachens mächtigen Kiefer zerbrich,
und den Grimm, du Drachentöter, treib aus,
den Widersacher, das bitten wir dich.

Von Gegnern mache uns frei,
den feindlichen Streiter schlag aus dem Land,
und wer uns bedroht und verfolgt, der sei
ins tiefste Dunkel von dir verbannt.

Vor dem Hasse der Feinde schaffe uns Ruh!
Daß sein Hieb und sein Haß uns nicht treffen mag.
Vor seinem Grimme beschirme uns du
und lenke weit ab von uns seinen Schlag.

Fragen und Antworten

Wie lang ist der Quelltext von PC-Ork in Kilobyte?

Der Quelltext einschließlich aller Hilfsunits (Windows, Menue usw.) ist ungefähr 1,6 Megabyte lang. Das ausführbare Programm besteht aus einer EXE-Datei von ca. 120 KB und einer Overlay-Datei von ca. 540 KB. Dazu kommen noch diverse Dateien, die aber nicht sein müssen (z. B. Von-Dateien).

Zum Vergleich: Heute, am 04. Mai 2001, hat der Quellcode von Ork (nur die PAS-Dateien, ohne Formulare und ohne Hilfsunits) 2,8 MB. Die allermeisten Texte sind im Gegensatz zu früher ausgelagert in einer sogenannten Phrasendatei, die 1 MB groß ist. Dazu kommen ca. 680 KB für die orkspezifischen Formulare und 440 KB PAS-Dateien für nicht orkspezifische, aber selbstgeschriebene Komponenten, wie zum Beispiel einen Editor, eine modifizierte String-Grid-Komponente usw.

L&T 42

Herbst 1990. Die Spielemesse in Essen war gewesen (meine dritte). 1835 ist gerade das bevorzugte Brettspiel bei mir.

Berlin

Am Wochenende vor Essen war eine Face-To-Face-Partie mit hauptsächlich Berliner Ork-Spielern, die von Mario Neumann gewonnen wurde. Besser organisiert als in Mesum und mit weniger Mitspielern, außerdem ein guter Drucker (NEC P7 plus). Aber auf der anderen Seite fehlten die guten 1-2-3-Pommes mit Majo, die es in Mesum jeden Mittag gab, und Thoralfs nach allen Seiten abgeprotzten Morddrohungen und Geros Versuche, den Proprinter zu irgendwelchen vernünftigen Druckresultaten zu bringen (habe ich es schon gesagt? Kauft keine IBM-Proprinter!). Thoralf=Thoralf Glaubitz, Gero=Gero Niemeyer

Uninteressantes

Das Computerspiel der Wahl: Immer noch Railroad Tycoon. Populous wieder stark im Kommen (habe jetzt eine Soundkarte [Soundblaster] und Populous hat eine sehr starke Background-Musik, von Ron Hubbard - CPC-Spielern ein Begriff). Neu und stark suchtgefährdend: Starfleet II von Interstel. Nicht zu verwechseln mit Starflight 2 von Binary Design, das auf meinem Rechner nicht läuft (fluch!). Ein Spiel zum Abraten: Rings of Medusa. Sehr blaß, dieses Spiel - will mir jemand das Original abkaufen?

Hochkönig in Ork 14

Bleo Blutsauger hat es geschafft. Was ich nicht für möglich hielt, ist eingetreten: Bleo hat sich (deutlich) vor Wulf II plaziert, als Illmir Steißschneider beschloß, daß es nach 25 Jahren Interregnum genug sei. Dritter wurde Styx vom Dunklen Fluß, vierte Ankre Oink. Ich hätte ja auf Wulf getippt (er übrigens auch), aber Bleo hat und hat und hat sich einfach nicht plündern lassen. Kann man nichts machen! Wulf II hat es übrigens auf 11 Nebenburgen [bei damals 64 Feldern!] gebracht, die er im Zug 25 besaß.

Ork 15: GM an alle

Aleksandr Kerensky wurde von zwei herabfallenden Klavieren getroffen, als er "Nieder mit Khurrad, es lebe Melkor" schrie. Der Stamm wird von einem Computerspieler übernommen.

Ich hatte tatsächlich Aleksandr alias Thomas Vogt aus dem Spiel nehmen müssen, da er sich offen und lauthals gegen Khurrad auflehnte. Das war ein schwerer Entschluß, denn es handelte sich um einen pressemäßig guten Spieler. Auf der anderen Seite kann im Regelheft nicht stehen, daß es sich bei Khurrad um einen präsenten Gott handelt, und dann eine solche offene Gotteslästerung einfach hingenommen werden.

Metzel-Chronik (Ork 18)

Da er sonst nichts tun kann, hat Gordon Skumway einen Job als Kolumnist in der "Metzel-Chronik" angenommen und verbreitet ab jetzt (solange man ihn läßt) seine Bemerkungen zu diesem und jenem und allem.

Zur allgemeinen Lage im Reich: O hauehaueha! Mann o Mann! Weia!
Innenpolitik: Oh Jemine! Ächz! Stöhn!
Religion: Oh Gott, oh Gott! Ach Khurrad, nee auch! Seufz!
Militär: Bibber, zitter! Seid nicht feige, Leute, laßt mich hinterm Baum!
Wissenschaft: E=mc2, wenn das man gut geht!
Magie: Walle, walle, manche Ecke, daß zur Decke sie sich strecke! Zawuuuusch - Pardautz!
Wirtschaft: Na, denn Prost! Gurgel, gulp. Ende.

L&T 43

Nochmal: Ork 14

Einige Spieler, die nicht Ork 14 mitspielten, haben sich gewundert, daß die Würdigung des Hochkönigs Bleo Blutsauger so kurz ausgefallen ist. Das lag zum einen daran, daß Balduin Rußpopel bereits so viel über das, was im Schwarzen Reich so abging, erzählt hat, daß ich mich nur hätte wiederholen können. Zum anderen... Hier ein Interview mit Professor Dr. Aaron Jodokus Prügelpeitsch, Ordinarius an der Heuristischen Fakultät der Jool-Harbour-Universität:

L&T: Herr Professor Prügelpeitsch, wir freuen uns, daß Sie sich die Zeit genommen haben, sich unseren Fragen zu stellen, ganz besonders, nachdem es in der Studentenschaft Ihrer Fakultät seit einiger Zeit zu Unruhen gekommen ist...

Prügelpeitsch: Ja, Sie haben ganz recht. Nach längerer Zeit der Ruhe (nur altgediente Semester erinnern sich noch an die Blaumann-Phase) geht es jetzt anscheinend wieder los. Die Campus-Pranger sind jedenfalls zum Bersten gefüllt. Immer zwei Studenten in einem Pranger, das ärgert den Hausmeister ganz schön.

L&T: Den Hausmeister?

Prügelpeitsch: Wenn man an so einem Pranger vorbeikommt, möchte man natürlich gerne ein Steinchen werfen, und daher ist der Innenhof schon ganz aufgerissen.

L&T: Ach so, haha! Naja, ein wenig Unterhaltung gönnt man unseren künftigen Geistesleuchten natürlich gern. Aber um auf das Thema zurückzukommen - die Unruhen...

Prügelpeitsch: Ursache für die Revolten ist wohl, daß die Schnapslieferungen aus Frööpskurmiguul ausgeblieben sind. Dadurch sind die meisten Studenten während der Vorlesungen nüchtern, hellwach und zu allem möglichen aufgelegt (außer zum Lernen). Wir hatten solche Krisen schon früher, aber die Studenten zu meiner Zeit hatten noch ein ganz anderes Pflichtgefühl und Einstellung zur Arbeit als die heutige Jugend.

L&T: Ist schon schlimm, wie die jungen Orks mit den Gebissen ihrer Großväter klappern, aber wie heißt es so schön: "Alter vergeht, Jugend auch" oder so ähnlich.

Prügelpeitsch: Genau. Und der Schnaps aus Frööpskurmiguul hat sich beidem angeschlossen.

L&T: Was hat denn die Lieferungen aus Frööpskurmiguul aufgehalten?

Prügelpeitsch: Die Festlichkeiten zur Krönung des neuen Hochkönigs. Anstatt mal ordentlich zu herrschen, gefällt sich Seine Majestät Bleo darin zu feiern, zu feiern und nochmal zu feiern. Und unseren Schnaps auszutrinken. Besonders das Letztere.

L&T: Andererseits ist es doch ein Segen für das Schwarze Reich, daß nun Friede und Eintracht eingekehrt sind, oder nicht?

Prügelpeitsch: Frieden! Eintracht! Wenn ich das schon höre! Ich sage Ihnen eines: Wenn das so weiter geht, werden aus Orks noch Elben, und dann gute Nacht!

L&T: Man kann nicht umhin, aus Ihren Äußerungen kritische Untertöne herauszuhören. Was meinen Sie: Hat Seine Majestät den Thron verdient?

Prügelpeitsch: Ehe ich auf Ihre Frage eingehe, möchte ich einige allgemeine Ausführungen zum Thema Verdienst machen. Besonders zu meinem Verdienst. Ich bin nämlich schon lange der Meinung, daß ich viel zu wenig verdiene. Seitdem die Subsidien von Wulf II. ausgeblieben sind, geht es mir so schlecht, daß ich selbst blödsinnigen Zeitungen wie der Ihren Interviews...

L&T: Moment, das geht aber zu weit.

Prügelpeitsch: Entschuldigung. Ist mir so rausgerutscht. Ob Seine Majestät Bleo den Thron verdient hat oder nicht, läßt sich mit einem eindeutigen "Ja" beantworten. Das Siebente Heuristische Gesetz (übrigens von mir, aber das ist Ihnen sicher schon bekannt) besagt: "Ein Sieger ist ein Sieger ist ein Sieger". Dem ist nichts hinzuzufügen.

L&T: Wir wissen nicht genau, ob wir uns bei Ihnen für dieses Gespräch bedanken sollen. Jedenfalls ist es hiermit beendet. Die Soldaten hinter Ihnen, die gerade eben diesen Raum betreten haben und anscheinend von der Garde des neuen Hochkönigs stammen, wollen offenbar wichtige Dinge mit Ihnen besprechen. "Auf Wiedersehen" oder "Lebewohl" scheinen daher in Anbetracht der Umstände wohl allzu euphemistische Abschiedsfloskeln zu sein.

Wasteland gelöst - hurra!

Schon früher habe ich mal irgendwo erwähnt, daß Wasteland seit einiger Zeit mein Computerspiel der Wahl ist (neben dem Dauerbrenner "Railroad Tycoon"). Völlig begeistert habe ich es gelöst - jippie! Ob ich allerdings ohne Roland Plaß soweit gekommen wäre - da überkommen mich doch Zweifel. Und das neue Computerspiel, das man einfach kennen muß: "Romance of the three Kingdoms" von Koei. Das ist ein Spiel wie Ork, nur für direkt am Computer. Super!

L&T 44

Es ist Anfang 1991. Der Auszug aus unserem tollen Haus in Laboe steht bevor. In meiner neuen Wohnung, so habe ich mir damals vorgenommen, werde ich ein Modem haben.

Neuer Hochkönig

Ein nicht ganz so edler Ritter und eine Prinzessin in Not...
Zeichnung und (c): Stephanie Pui-Mun Law
Ork 15 ist inzwischen (Jahr 20) beendet. Der neue Hochkönig heißt Midas d'Orc aus Lütt Nordend (Gläubigster mit Burgklasse 5). Er hat die anderen so überlegen distanziert, daß ich neidlos anerkennen muß: es gab noch nie einen besseren Hochkönig. Als wahrer Herrscher hat er selbst (sozusagen per Hand) 17 Unterhäuptlinge von 30 möglichen (57%) unterworfen. In der Gollum-Tabelle führt der neue Hochkönig mit 550 Punkten - das bedeutet Weltgollumbestleistung und erster Platz in der Ewigen Bestenliste. Und seine Kanzlermannschaft konnte er nur noch so gerade eben zusammenstellen: Großfürst Beasthunter wurde Kanzler zur Rechten und Fürst Pyradonis Kanzler zur Linken.

Aber trotz der Überlegenheit am Ende war es überhaupt nicht klar, daß gerade Midas das Rennen machen würde. Ich habe lange auf Beasthunter getippt, der sich dann aber zu verzetteln anfing. Am Schluß kam der einzige Spieler auf, der schon mal eine andere Orkpartie (Ork 3) mitgespielt hat: Surt Skelver [ein Schwede namens L. Gunnar Pil]. Beinahe war er dran, aber Midas zeigte ihm am Schluß, wie das Unterhäuptling-Dasein schmeckt.

Ork 15 war nicht die aktionsgeladenste Partie. Eine einzige Plünderung bis zum letzten Jahr, das ist nicht das, was man so unter Metzeln versteht. Woran das lag? Der Hochkönig behauptet, weil es alle Neulinge waren (bis auf Surt), aber ich glaube das nicht. In Ork 8 waren auch beinahe alle Spieler unerfahren, und trotzdem ging es dort hoch her. Wir erinnern uns gern an den guten alten Schleimi Fleischklops, der es bereits im Jahr 6 hinter sich hatte.

Ork 15 war auch das Ork des fleißigsten Presseschreibers. Necator hatte Jahre, in denen ich mir ernsthaft überlegte, ob ich nicht mal zur Zensorenschere greifen sollte. Aber dann ließ er nach, und das war besser so.

Hier die Stellungnahme des Hochkönigs selbst:

Auch wenn Ork 15 selbstverständlich gut ausging (ich wurde Hochkönig), will ich dazu doch ein paar Anmerkungen machen.

Da mein Name Midas d'Orc schon von Bescheidenheit zeugt, werde ich mir den ganzen Vorspann schenken (nämlich: wie überlegen Midas seine Regierungsgeschäfte führte, Intrigen durch Intrigen die Wirkung nahm, für Wünsche eines jeden anderen Häuptlings stets ein offenes Ohr oder zumindest einen kleinen Feldzug übrig hatte, die Weisheit seiner Wissenschaftler, die das Rad schon erfunden hatten, als sogenannte Kollegen noch um Feuer baten, die Magier, die Priester...) - wie gesagt: geschenkt.

Erstaunlich der Verlauf, den Ork 15 nahm: 13 Jahre nichts als hemmungsloses Wirtschaftswachstum, ab und an unterbrochen von der Volksbelustigung eines Feldzuges, alles hatte eher den Charakter eines orkischen Börsenspiels, doch dann sollte doch noch die Post abgehen!

Die Fronten klärten sich langsam, Nihilisten wie Gandolf verschwanden von der Bildfläche, 8 Häuptlinge bewarben sich um die Krone:

a. Der Rote Ryan

Ein etwas langsam agierender, nichtsdestotrotz ernstzunehmender Häuptling. Sein Versuch, aus dem Konflikt zwischen mir und Beasthunter als lachender Dritter hervorzugehen, mißlang völlig. Als er mich mit einem Raubzug "erledigen" wollte, mußte er feststellen, daß seine Burg niedergebrannt, sein Vieh und leider auch er selbst vergiftet waren.

b. Alexandr Kerensky

Ein begnadet unfähiger Häuptling, der nur aufgrund seiner geographischen Lage so lange dabei blieb. Von ihm stammte ursprünglich die Idee eines Wirtschaftsspiels. Seine einzig erwähnenswerte Leistung war seine Umbenennung und die darauffolgende korrekte Schreibweise seines eigenen Namens. [Zu Beginn nannte er sich "Alexandr Kerenski".] Sein Ende ist bezeichnend für ihn.

c. Hawk The Skullcruncher

Einer der ehrlichsten und, wie man mir sagte, auch verläßlichsten Häuptlinge. Leider sehr unbedeutend. Das war auch der Grund, warum er im letzten Jahr von Beasthunter geplündert wurde.

d. Surt Skelver

Sicherlich der unglücklichste aller Häuptlinge. Ruhig und unauffällig erarbeitete er sich im Jahr 20 eine Position, die ihn nur um Haaresbreite scheitern ließ. Selbst der große Midas beachtete ihn in diesem Moment nicht, versuchte allerdings, im folgenden Jahr seine Unaufmerksamkeit wieder gut zu machen, und besuchte Surt mit 5.500 "Freunden".

e. Necator der "Große"

Berühmt für seine unsägliche Presse, der im letzten Jahr seine erste gute Idee hatte. Leider funktionierte sie genausowenig wie seine schlechten: Er exportierte seinen Warenbestand zu Midas, unterwarf sich dann freiwillig und sprach den WECHSEL-Spruch aus. Indes Khurrad war und ist auf der Seite der Erfolgreichen, und Necator erlebte meine Krönung als Unterhäuptling!

f. Pyradonis

Für mich der verläßlichste und ehrlichste (zu ehrlich?) Häuptling in Ork 15. Ohne spürbaren Expansionsdrang nicht wirklich nach der Krone greifend, war es ein Vergnügen, mit ihm zusammenzuarbeiten. So überzeugend in seiner Rolle, daß selbst ich ihn nicht hintergehen konnte. Ein würdiger Kanzler zur Linken!

g. Beasthunter

Stärkster Konkurrent in Ork 15. Produzent guter Ideen, zum Beispiel seine Informationsbörse. Neben mir sicher aktivster Spieler, der ohne meine Anwesenheit nur schwerlich von der Hochkönigskrone zu trennen gewesen wäre. Machte nur einen einzigen Fehler: Er dachte, er wäre in der Lage, mir zu drohen - und verspielte damit seinen möglichen Sieg. Trotzdem der einzige, der mir (fast) ebenbürtig war, und mit dem ich jederzeit wieder gerne das Vergnügen hätte. Mein Lieblingskanzler.

Shane und Google

So soll's denn sein. Mit Mord und Macht
hat Shane den Google umgebracht.
Der Google deuchte sich gar schlau
und wehrte sich in seinem Bau.
Das hat er sich fein ausgedacht,
und doch, und doch: gleich umgebracht!
Ja, Shane, das ist ein Finsterich.
Drum hat es Google hinter sich.

L&T 45

Es wird eine PC-Ork-Partie "Sintork" angeboten. Sintork ist heute noch eine mögliche Variante für Ork, die aber meines Wissens nicht gespielt wird. Ansonsten enthält diese Ausgabe nur Diplomatenpost.

Zur L&T-Hauptseite
L&T 36-40
L&T 46-50