List & Tücke 36 - 40

Zur L&T-Hauptseite
L&T 30a-35
L&T 41-45

L&T 36

Kurzzeitig gab es Spinnen in der Burg. Sie vermehrten sich, wenn man nichts Entscheidendes dagegen unternahm, und fraßen Bauern. Dafür halfen sie beim Kämpfen. Nach wie vor dominiert Presse aus Ork 15 L&T, aber erste Stimmen mahnen zur Vernunft ("Klasse statt Masse"), und tatsächlich befinden sich bereits einige erträgliche bis ganz gute Beiträge darunter. Für eine Aufnahme in diese Zusammenfassung reicht es aber nicht, weil diese Beiträge heute mangels Bezug keinen Sinn mehr machen.

Der Henkersknecht

"Was soll's!", denkt sich der Henkersknecht,
"Dem Delinquenten ist schon schlecht.
Drum tue ich ihm den Gefallen
und laß es, weiter Reim zu lallen."

Sprachs und drehte an der Streckbank,
die noch vom letzten Mal nach Blut stank.
Das Opfer schreit vor Dankbarkeit
ob der versproch'nen Reimfreiheit.

L&T 37

Der Gang zum Altar

Zeichner: Martin Schnitz
Der Kelch der Melanchöligkeit -
wenn er voll Bitternis sich leert,
das ist schon eine Zähre wert.

Das spürt der Philosoph beizeit.
Bleibt tränenreich ihm nichts erspart,
wenn Hoffnung schattengleich sich paart?

Im Bann subtiler Ironie -
Verzweiflung nährt die Apathie.
Aber das stört die Damen selten.

Der Silben Strom fließt breit und stet
aus meinem treuen Schreibgerät
und wandert bis zu euch durch Welten

(Die Auster der Dichtkunst öffnet sich)

Autor ist leider unbekannt. Ich habe den Verdacht, daß hier abgeschrieben wurde, aber sicher bin ich mir nicht. Für Hinweise bin ich dankbar.

Mein Kommentar in L&T:

Nicht häufig trifft man einen an,
der Verse kunstvoll setzen kann.
Wie schön, wenn es dann diesen nicht
an tief geschürftem Sinn gebricht.

Die neue Beliebigkeit

Abgesang von Olm Ughar

"Wie wär's denn so, wenn wir uns gegen
Jöllnivor flugs hinbewegen?
Nicht? Na gut! Doch Everschraddel
stört schon seit langem durch Gebabbel!
Dem sollte man mal - na, dann nicht!
Der Ainu aber, dieser Wicht,
der hätt' schon längst gehängt gehört -
wie dein Besänftigen mich stört!"

So lamentierte Olm Ughar,
bis daß er selbst gemeuchelt war.

Kovhar aus der Gruft
Zum Ausgangsbeitrag

Wir erinnern uns: Kovhar Schädelspalter half bei einem Schmähgedicht auf Necator. Darauf beschwerte sich dieser bitterlich. Kovhar, großzügig wie immer, revanchierte sich mit einem Schmähgedicht auf den Roten Ryan, so daß der gerechte Ausgleich wieder hergestellt war.

Na schön, Kati, was tut man nicht alles, um das Niveau der L&T ein wenig zu heben (oder zumindest eine weitere Senkung zu verhindern). Hier also das erste Ryan-Gedicht für Deine Presse:

Mein Name ist Necator, und mein Name ist Programm.
Ihr kennt mich und Ihr wißt auch: ich bin friedlich wie ein Lamm.
Ich würd niemals Sklaven stehlen,
würde Wechselgeld nie zählen,
und auch niemals kleine Kinder, bevor ich sie fresse, quälen.

Täte Gandalf mich vermöbeln,
ich würd es ihm kaum veröbeln;
tät Kerensky aus mich rauben,
ich würd weiter an ihn glauben.
Wollte Orkus mich vergiften,
ich würd ihm noch Ohren stiften;
und wüßt ich auch, daß Skelver jüngst den Drachen auf mich hetzte,
wär ich der Allerletzte, der sein Mütchen an ihn wetzte.

Jedoch meine Toleranz
gilt in einem Punkt nicht ganz:
Denn einen gibt's, dem kann ich nichts verzeihen!
Dabei handelt sich's um diesen
miesen fiesen Zwergostfriesen,
diese Ratte, diese Wurst, den Roten Ryan!

Na, zufrieden? Wenn ich mehr schreiben soll, mußt Du mir schon ein paar Anhaltspunkte geben - also beschimpf Ryan ruhig weiter; ich sorge dann für das Versmaß! Übrigens: wie ist denn so das Gehalt bei Hofe?

L&T 38

Die schlimmste Phase scheint vorbei zu sein. Die Plattheiten halten sich inzwischen wieder in engen Grenzen.

Freunde

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
dumpf und traurig tönt der Trommelschlag -
Freunde, Freunde - Abend ist es ja -
Freunde, warum seid Ihr noch nicht da?

"Eine Illusion
hielt uns ab davon,
du schaffst es sicher auch allein."

"Oh, verkalkuliert,
leider angeschmiert,
beim Nachschub fehlte Gold und Schwein."

Keck verhöhnen dich des Feindes Orks,
wie du die Belagerung verkorkst.
"Freunde, Freunde", schal klingt mir das Wort.
"Freunde, Freunde", Ihr weckt Lust zum Mord.

L&T 39

Neben Diplomatenpost wurde der erste CPC verkauft (allerdings nicht meiner, sondern der eines Nebenspielleiters). Ein Limerick-Versuch, der aber soviele unechte Reime enthält, daß ich ihn Euch hier nicht zumuten möchte. In Ork 14 nähert sich die Partie dem Ende. Balduin Rußpopel, der Abgesandte von Bleo Blutsauger aus Frööpskurmiguul, verbreitet seine Haßtiraden.

L&T 40

PC-Ork für alle

Lange habe ich geschwiegen, aber nun ist es soweit, daß man es veröffentlichen kann: PC-Ork wird vom 01. 11. 1990 an von Ingrid Möhn (HEXAGON) im deutschen Sprachraum angeboten. Wer sich anmelden will, kann es bei ihr tun. Adresse:

HEXAGON
Ingrid Möhn
Wörthstraße 5

6200 Wiesbaden

Der Preis für einen Zug wird pauschal und inklusive Porto sieben Mark betragen (mein Preis, damit verglichen: 3,20 DM, aber ich bin ja auch kein Profi, der davon leben will bzw. muß). Damit liegt HEXAGON meiner Meinung nach ganz gut. Peter Stevens verlangt beispielsweise für Feudalherren 6 DM, aber ohne Porto, also quasi ebenfalls 7 DM. Und ich meine, bei aller Bescheidenheit, was ist schon Feudalherren gegenüber Ork?

Für Euch ändert sich im Prinzip nichts. Die laufenden Partien werden ganz normal beendet. CPC-Partien werden nicht mehr gestartet, und irgendwann werde ich eine zweite PC-Partie beginnen. Mehr als zwei PC-Partien gleichzeitig werde ich nicht durchführen.

Ich hoffe, daß ich auf diese Weise sichergestellt habe, daß Ork auch ohne mein Ge-Emming weiterlebt. HEXAGON lag ja, was den Service angeht, immer auf den vorderen Plätzen beim MegaZine-Rating.

Ach so, wenn Ihr vielleicht über die radikale Ork-Verteuerung stöhnen solltet: Denkt daran, daß ich davon auch was abbekomme. Es erwischt also auch den Richtigen; das ist hoffentlich Motivation genug für Euch.

Es sollte sich ziemlich schnell zeigen, daß Ingrid und ihr Sohn Andreas Möhn doch nicht so die guten Spielleiter waren. Sie waren bemüht, aber ihre mangelnden Computerkenntnisse stellten ihnen immer wieder ein Bein. Außerdem hatte ich wohl ein zu großes Veränderungstempo. Schließlich blieb HEXAGON mit den vereinbarten Tantieme-Zahlungen im Rückstand, was nach dem Vertrag ein Kündigungsgrund war. Ab Mai 1994 hatte ich wieder alle Rechte an Ork. Erst später bekam ich mit, daß die Schwierigkeiten der Firma darin begründet lagen, daß Ingrid Möhn sehr krank war. Gottseidank war die Nachricht über ihren Tod übertrieben. Wie ich inzwischen (2007) erfahren habe, genießt sie ihr Dasein, auch wenn sie keine Postspiele mehr leitet.

Seeork

Ein Seeork aus Hierisses-Dafanges,
ein Segler besonderen Ranges,
der sah einst ein Riff,
doch fuhr er sein Schiff,
nicht gegen es, sondern entlang es.

Zur L&T-Hauptseite
L&T 30a-35
L&T 41-45