List & Tücke 26 - 30

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L&T 21-25
L&T 30a-35

L&T 26

Neues aus der Jool Harbour Universität (Ork 8)

Unbeschreiblicher Jubel empfing die drei großen Fürsten des Reichs, denen es gelungen war, den letzten der Kieler aus dem Reich zu treiben. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war, wurde die "Ugluks-Clan-Stiftung" in einen "Rat der Drei" umbenannt. In der Großen Höhle der Universität fanden feierliche Kundgebungen für die Helden und Märtyrer des Kampfes gegen die Kieler statt. Gleichzeitig wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß man unter dem neuen "Rat der Drei" den Krieg unter den Stämmen beendet hat.

Zu diesem Zeitpunkt waren in Ork 8 noch vier Spieler aktiv.

Ugluks Testament veröffentlicht

Lage an der Universität von Jool Harbour normalisiert sich.

(Antipoden - Kiel) Völlig überraschend und unerwartet kam die Nachricht von der Existenz eines Testaments Ugluks, des erbitterten Widersachers der Vier von der Tankstelle, das nur für den Fall vom Notar W. Advorkat veröffentlicht werden sollte, daß keiner der Mafiosi mehr die Neidtabelle beleidigt. Nachfolgend einige wichtige Auszüge:

"Liebe Bewahrer von Moral und Anstand! Ihr (soweit Ihr noch lebt) habt Euch um mein Seelenheil verdient gemacht, Khurrad wird's Euch danken." Im folgenden wird jeder Schwarzelb einzeln gewürdigt, hier nur die Wahrheit über einige noch Lebende: "(...) Gutgolf, mein treuer und hinterhältigster Freund, Du verkaufst Deine Kinder für Met, verrätst Khurrad für ein paar Goldohren, tauschst Deine Frauen gegen Schädeltaktiken, scherst Dich um das Wohlergehen Deines Volkes wie ums Wetter, aber was das Kielholen anging, warst Du immer ein puritanischer, asketischer Programmat! (...) Killer of Dwarfs, Du hast Deinem Namen die Ehre gemacht, die Khurrad gefällt. (...) Ainu, an Deinem Verantwortungsbewußtsein und Deiner Intelligenz habe ich nie gezweifelt. Du verdienst die höchsten Weihen! (...)"

Unterdessen haben sich die Gemüter an der Universität wieder beruhigt. Das unter dem Titel "Meine Kieler" verlegte Testament Ugluks war im Nu vergriffen. Eine Rückkehr Roman Blaumanns auf seinen gutbezahlten Politik-Lehrstuhl ist dennoch unwarsteinlich. Dank Ugluks Einschätzung ("Ich mochte seine Ansichten wie Magenkrämpfe") konnte er mit seinen Argumenten "Sehen Sie, das habe ich immer gewußt" und "Die Wippe hat nie gewackelt" nicht landen. Die ihm als Entschädigung angebotene Stelle als Mensakoch bewertete Blaumann mit "Naja, die Suppe habe ich mir schließlich selber eingebrockt."

Ork 15 wurde gestartet. Ansonsten passierte nicht viel Bemerkenswertes in dieser Ausgabe von L&T.

L&T 27

Die PC-Version beginnt sich abzuzeichnen. Ich hatte ursprünglich vor, einen anderen das programmieren zu lassen, aber wenn man nicht alles selbst macht... Ich hatte mir dafür extra einen prima 80286er PC mit 640 KB Hauptspeicher, einer Hercules-Grafikkarte in Schwarz-Weiß und einer 20-MB-Festplatte gekauft. Und natürlich Turbo Pascal 5.5.

Die "Vorausschau" auf die kommenden Regeländerungen war schon ziemlich realistisch. Nicht in das endgültige Orkprogramm hatten es geschafft:

o die Fährlinien, die man auf einem kontrollierten Seefeld hätte einrichten können,

o Stein, den man für das Bauen von Schwefelgruben hätte brauchen sollen,

o dreistellige Nummern für die Zaubersprüche und Sprüche für Zwischenniveaus (15, 25, 35,...).

Die allerletzte Schwarze Seite
Zum Teil 7

Cosmic Sepp, wir erinnern uns, kommentierte die ersten Jahre seines Wirkens im Schwarzen Reich in der Partie 11. Jetzt hat es auch ihn erwischt, aber wie es Kay-Viktors Art ist, nicht ohne daß es ihm gelang, noch ein paar Verse abzusondern (und zwar ziemlich gute Verse, wie ich finde).

Zur Erläuterung: "TOD" war ein Zauberspruch in CPC-Ork, der das sofortige Ableben des Opfers bewirkte. Außerdem ging der Spielhintergrund damals davon aus, daß die Stammesführer Schwarzelben waren, die von Kuon (einem Ork und dem letzten Hochkönig) ins Land geholt wurden, um die Stämme effektiver zu führen. Dadurch konnte man damals den Unterschied zwischen Bitorks und Echtspielerstämmen besser erklären.

Mitternacht in Farkenföhr.
Vampir- und Geisterstunde.
Harpyiensang kommt zu Gehör.
Der Werwolf macht die Runde.

Der Landstrich, ehedem belebt,
wirkt - nicht nur nachts - jetzt wüst,
als hätt' die Erde dort gebebt
und Pesthauch ihn geküßt.

Es schwelt der schwarzverbrannte Strauch,
es stinkt das Orkgebein.
Nur eins steht noch, umwölkt von Rauch:
an einem Grab ein Stein.

Jetzt steht der Unstern im Zenit.
Da öffnet sich die Gruft.
Und Sepp, der kürzlich erst verschied,
steigt wieder an die Luft.

Doch ach, kein Lebenselixier
verspricht ihm noch Genesung.
Auch ihn umgibt, wie alles hier,
der Atem der Verwesung.

Warum, so fragt Ihr Euch vielleicht,
kehrt er zurück auf Erden?
Durch Khurrads Macht, die so weit reicht,
kann er jetzt hörbar werden.

Die Grabesstimme Sepps verkündet:
"Hört her, Ihr trüben Mißgestalten,
ich bin zwar tot, doch Khurrad findet,
von Euch ist auch nicht viel zu halten.

Und er erhörte meine leise Bitte,
bewilligte mir huldvoll kurze Frist,
und so kehr ich zurück in Eure Mitte,
und sag Euch, was von Euch zu halten ist.

Wie fang ich an? Vielleicht bei Jim?
Der hatte wohl zu wenig Feinde.
Das ändert sich, mein Sohn! Nicht schlimm!
Wer TOD hat, der hat selten Freunde!

Schagrat und Dworkin konnten mächtig nerven.
Sie wollten nicht kapiern, daß ich der Chef war,
sie wollten sich partout nicht unterwerfen,
obwohl ihr Trotz und Starrsinn nur Gekläff war.

Zarquon und Flogtug, alte Zollbetrüger,
grad wollt ich Euch in beide Taschen stecken.
Was soll's. Meist ist man hinterher erst klüger.
So wißt: Die Wurst hängt hoch. Ihr müßt Euch strecken.

Doch nun zu Dir, verehrter Sir Disgust,
(zu deutsch: 'Herr Ekel'. Doch der Name schmeichelt)
es war ja nicht mit anzusehn, die Hast,
mit der nach Kuons Krone du gespeichelt.

Da staunt der Fachmann, wundert sich der Laie,
was läßt man sich von Gryf und Gully bieten?
Und greift Gryf jetzt nach der Hochkönigsweihe,
dann kommt das so: die andern sind halt Nieten!

Tot sind die andern Chefs der Orkprovinzen.
So auch bei Harry und MacLeod der Fall.
Sie nannten sich des Universums Prinzen,
jetzt sind sie, wo sie hingehörn: im All.

Von Zaphod und von Gandalf blieb nicht viel,
das heute zu berichten sich noch lohnte,
denn irgendwen erwischt's zuerst im Spiel.
Für andre bringt das neue Horizonte.

Hans-Heinrich trug den Aberwitz im Namen,
und Aberglauben führte seine Hand.
Als aber abermals die Magier kamen,
ward ihm das Recht auf Leben aberkannt.

Und einen, kann ich heute stolz behaupten,
konnt' höchstpersönlich ich zu Khurrad senden.
Mit Leuten, die mir die Vasallen raubten,
wie Gondor, mußte es mal böse enden.

Das war'n dann alle, und die Frage stellt sich:
Ist's Dummheit, die den Schwarzelb sterblich macht?
Wahrscheinlich. Oh, das Firmament erhellt sich.
Ich muß zurück. Bis bald, zur letzten Schlacht!"

Weise in der Art von Gryphius (Ork 12)

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun,
Das vom Blute fette Schwert, die donnernde Karthaun,
Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.

Die Türme steh'n in Glut, der Tempel umgekehret.
Die Burg, die liegt im Graus, die Starken sind zerhaun.
Die Orkfraun sind geschändt, und wo wir hin nur schaun,
Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchführet.

Hier durch die Schanz und Burg rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr all unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft sich langsam fortgedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot:
Das Leid, das Urukhal und Sauron uns allen abgezwungen.

Björne-Ork

Seit einiger Zeit läuft in Kiel eine Ork-Partie, die von Björne Raetzell geleitet wird. An der nehme ich selbstverständlich auch teil (als "Mr. Deedledoum"). Diese Partie, die ins Jahr 11 geht, zeichnet sich unter anderem dadurch aus, daß einem bei einem Steuersatz von 10% noch Kaufleute weglaufen (sind eben alles erfahrene Ork-Spieler, die wissen, daß es darauf ankommt, möglichst viele Kaufleute zu haben). Ein anderes Merkmal ist die Presse eines der Mitspieler ("Asmus Schwarzenwein"), die, wie ich finde, beispielhaft ist. Und damit Ihr Euch ein Beispiel daran nehmen könnt, greife ich mal eine wahllos heraus (die letzte, weil sie gerade neben mir liegt) und leite sie mit einer kurzen Vorstellung der Personen in Björne-Ork ein:

Dramatis personae:

Asmus Schwarzenwein: Stamm 6, der Presseschreiber. [Hinweis: Damals spielte Ork immer auf einer 8x8-Karte, 1 war links oben, 64 rechts unten.]

Der Kleine Verfressene Prinz: Stamm 23, Feind von 6.

Dr. Holsten: Stamm 3, gespielt von jemanden, dessen Spitzname von seinem Nachnamen abgeleitet "Sohn eines Klaps" ist. Trifft's ganz gut, der Spitzname, übrigens. [Es handelte sich um Matthias Klapper.]

Opi van Kenopi: Ratgeber von 6.

Vlad der Pfähler: Stamm 8. [Marian Grabke, glaube ich.]

Droth von Lorien: Stamm 32.

Le Conquerant: Stamm 42.

Mr. Deedledoum: Stamm 21 (ich).

Ferdinand Ferkelmann: Stamm 45, ewig standbygefährdet.

Franz mit der Lanz: Stamm 63. Die einzige Spielerin, die außerdem durch eine beachtliche Weisheit glänzt (es ist eben einfach weise, nett und freundlich zu sein). [Das war Yvonne Müller, die damalige Freundin von Henning Arndt, ein ausnehmend hübsches Mädchen damals]

Gewre Megab Snork: Stamm 26, der natürlich im Kronshagener Weg wohnt. Im wirklichen Leben Nutznießer der Weisheit von Franz mit der Lanz. Außerdem soll ihm nach Hörensagen seine Großmutter häufiger das Zimmer aufräumen. [Das klingt nach Henning Arndt, aber sicher bin ich mir da nicht.]

Und diverse Chargen (Heuten Teuten und Lektrik Jack zum Beispiel, aber insbesondere auch Macheten-Ede, Pandohra, Dr. Siemer, Saubärmann usw.).

Liebe Freunde! Liebe Schwarzelben!

Asmus vertellt wieder. Heute: Die brandheißen Stories aus dem vorletzten Jahr.

Also, es war im Jahr 7.

Ich, Asmus, kehrte grad frohgelaunt von meinem neuesten Unterhäuptling zurück. Unterwegs traf ich Doktor Holsten. Frag ihn, was er denn grad gemacht hatte. Meint der, er wäre bei Snork gewesen. Fand ich gut, weil Holsten auch noch bummelich hundert Sklaven mit rumschleppte, und Snork weiß sowieso nie, wohin mit all den Leuten.

Zurück in Soylent Green schau ich zuerst mal ins Kaminzimmer. Und was soll ich sagen?

DA HING ER!

Der Kleine Verfressene Prinz!

Toll! Irgendein guter Freund hatte mir doch tatsächlich seinen Kopf gebracht. Kommt Opi rein und will was sagen. Ich klopf ihm auf die Schulter: "Der schönste Tag in meinem Leben. Brauchst nix zu sagen. Haste gut gemacht!" Aber der druckst rum und läßt nicht locker und meint, da wäre noch was. Ja?? "Ja - der Holsten ist dagewesen und hat sechs Sklaven mitgenommen und..." Ich peil kurz die Lage: Wenn ich den Prinzen ein wenig weiter nach links hänge, ist noch genug Platz für Holsten an der Wand. Ich rauf auf den Stuhl, sag "Hilf mal mit" und dann, radompeldipompel, liegt der Kopf auf dem Boden und ich halt nur noch die Hauer in der Hand. Der kann aber wirklich gar nix ab, nur gut, daß wir beim Schädeln auf Trollköpfe umgestiegen sind.

Und dann jammert Opi van Kenopi rum, er wollt mir doch nur eine Freude machen, und der Kopf ist gar nicht echt, und er hat nur einen Eberkopf genommen und die Ohren ein wenig gestutzt und ein paar Hauer von einem Säbelzahnkaninchen drangebastelt, und die Augen sind Glasaugen, und so. Glasaugen! Und ich hatte mich doch gleich gewundert, warum der Prinz so plietsch guckt! Aber sonst: Bis auf den Geruch echt kein Unterschied zum Kleinen Verfressenen Prinzen, der hätte sich sogar selbst für echt gehalten.

"Ich hab doch gleich gesagt, der ist nicht ganz echt!" mault Opi. Stimmt schon, aber ich muß ihn irgendwie mißverstanden haben. Und er wollte mich doch nur ein wenig aufmuntern, weil doch der Holsten da war. Pah, die sechs Sklaven kann er ruhig behalten, sowas kratzt mich ja nicht. Und dann kratzt sich Opi am Kinn und tastet sich langsam an der Wand lang Richtung Tür und fragt dann: "Und die 93 Bauern, kann der Holsten die auch behalten?"

Opi muß bald mal nach dem Licht schauen. Das flackerte schon wieder so, und dann lag ich wieder auf dem Bett, und jemand flüsterte: "Er kommt wieder zu sich! Ich sach doch gleich, er lebt noch!"

Tja, so war das. Und was lernen wir daraus? Der Holsten ist schon so verkalkt, daß er nicht mal weiß, wo er seine Streifzüge macht. Erzählt mir, er kommt von Snork! Dabei waren die Feldzüge schon lange abgeschlossen, ich hatte nur noch nicht die neueste Zeitung erhalten. So ein Tüddelpott. Und sein Land hat er großspurig in "Tequila Sunrise" umbenannt. Dabei hieß das immer schon "Clabs Mill" oder neuhochdeutsch "Klapsmühle".

Opi sagt auch immer, Klaps wäre der ideale Hochkönig, wenn es KVP nicht gäbe. Seine Fürsten könnten so ziemlich machen, was sie wollen; der merkt ja garantiert doch nix.

Dabei fällt mir doch ein: Der ideale Hochkönig - wir haben da gerade eine Umfrage gestartet, wer das wäre, wenn man sich nicht selbst wählen darf.

Ergebnis:

Vlad ist für jeden, nur nicht für den Prinzen.

Droth ist für Le Conquerant, seine rechte Hand. Hat der überhaupt einen linken Arm???

Le Conquerant ist natüddelich für Droth.

Ferkelmann ist für niemanden zu erreichen.

Holsten ist für den verfressenen Prinzen. Der Kleine Verfressene Prinz ist für sich selbst, weil er nicht mitgekriegt hat, daß man sich nicht selbst wählen kann.

Asmus ist für Franz, wenn er dort dieselben Rechte erhält wie Snork.

Franz ist für Deedledoum, Deedledoum ist für einen Grufti, zum Beispiel Jack. Jack ist für Snork. Snork hat keine Meinung, weil seine Unterlagen schon wieder weg sind, weil bei ihm die Omi schon wieder mal aufgeräumt hat.

Insgesamt also der KVP vorn, mit einer gültigen und einer ungültigen Stimme. Zum nächsten Mal schickt alle wieder Eure Stimmzettel an Chiffre 322330.

Und dann hat Opi van Kenopi noch den Orkenzieher erfunden. Aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Schöne Grüße, Euer Asmus.

Der Modderglumpf

Durch die schwarze Nacht schleicht Smörk, der Unheimliche. Seine Würgeschlinge fest im Griff, ein Lied auf den Lippen, und das so leise, daß man es nicht hört, mit einem verschmitzten Grinsen und dem typischen Meuchelmörder-Augenaufschlag: ein Jünger Arghons, wie er leibt und lebt. Leise biegt er die elastischen Zweige zur Seite. Unhörbar setzt er über Pfützen hinweg. Nur gelegentlich hört man sein leises Fluchen, wenn's wieder voll hineingeplanscht hat und die Strümpfe so unangenehm feucht geworden sind.

Das Ziel ist klar. Oskar Pfeffersack, der reiche Kaufmann, ist es heute nacht, den es um die Ecke zu bringen gilt. Ein leichtes Opfer. Es braucht kaum Sportsgeist und Wagemut, aber davon hält Smörk ohnehin nicht viel. Daß er es Oskar selbst besorgen muß, und das auch noch draußen im Wäldchen, wo Oskar so gern in seiner Hütte nach einer zünftigen Goblinjagd nächtigt, ist schon fast zuviel für Smörk. Lieber hätte er es seinen Lehrling machen lassen, aber der durchtriebene Hund - ob er wohl seine Beute gehorsam bei ihm, dem großen Smörk, abgeliefert hätte? Die Frage stellen heißt, sie zu verneinen.

Smörk horcht aufmerksam in das tiefe Unterholz. Ist da nicht ein leises Schlupfen, Grumschen und Sporkeln zu hören? Der Gemeine Unterholz-Geräuscherzeuger, ein siebenbeiniger Käfer, ist's, stellt Smörk erleichtert fest. Keine Gefahr! Und da: in der Ferne schon das flackernde Kerzenlicht, das die Wach-Orks von Oskar aufgestellt haben, um den Überblick über die freigerodete Fläche um Oskars Waldklause herum zu behalten.

Smörk erreicht die Grenze des Lichtkreises. Die Wachorks schlafen. "Pflichtvergessene!" tadelt Smörk, auch jetzt sein verschmitztes Grinsen (L&T berichtete) nicht ablegend. Lässig schlendert Smörk näher. Seine Würgeschlinge läßt er mit nonchalantem Schwung um den Zeigefinger kreiseln. Die Tür ist spaltoffen! Innendrin ist es dunkel. Nicht ganz! Ein feuchter Schimmer. Smörk zuckt zurück. Zu spät! Ein schlabberndes Geräusch, und aus dem Inneren der Hütte schnellt eine meterbreite, klebrige Zunge, wickelt sich um den immer noch verschmitzt grinsenden, dabei aber lauthals schreienden Smörk und zieht den Meuchler in das Innere des Gebäudes. Die Wachorks verlieren ihre Form und der Modderglumpf zieht sie, die in Wirklichkeit zwei Scheinfüßchen seines amöbourösen Körpers waren, in sich zurück. "Das war mal lecker! Echt lecker! Der ganze Aufwand hat sich gelohnt!", denkt der Modderglumpf zufrieden, denn es war nicht einfach für ihn, die ganzen Jahre einen Kaufmann zu spielen, nur um Smörk in diesem schicksalsschwangeren Moment zu verschleimen.

Was lernen wir daraus? Modderglumpfe sind ziemlich groß, amöbesk und ausgesprochen hartnäckig. Faustregel: "Seht Ihr 'ne Hütte in der Nacht, gebt stets auf Modderglumpfe acht!"

L&T 28

Diese Ausgabe enthält im wesentlichen Diplomatenpost. Wir befinden uns im Herbst 1989. Ork 8 steht kurz vor dem Ende. Ein längerer Beitrag von Ainu Runenstein, der sich bereits als sicherer Sieger dünkt, illustriert das Sprichwort: "Unverhofft kommt oft." Da Ork 8 eine ganz besondere Orkpartie ist, gebe ich den Text im folgenden trotz seiner sehr großen Partiebezogenheit vollständig wieder.

Neues aus der Jool Harbour Universität (Ork 8)

In der Großen Höhle der Universität stellte Ezra Ibm Burgbau, der Hofchronist des Großfürsten Ainu Runenstein zu Hörnsland, sein neues Buch vor: "Hörnsland und die Zeit nach Kuon", das als Basis dienen soll für seine zukünftige Arbeit als Historiker an der Universität.

Seine von ihm verfaßte Kurzchronik dieser Zeit bis heute soll im folgenden veröffentlicht werden:

Jahr 1: Unter dem Eindruck des tiefen Schmerzes über das Ableben Kuons beginnt Er die schwierigen Amtsgeschäfte als Häuptling Hörnslands.

Jahr 3: Vom festen Willen beseelt, den drohenden Krieg zwischen den Stämmen abzuwenden und die friedliche Entwicklung des Schwarzen Reiches zu fördern, nimmt Er freundschaftliche Beziehungen zu seinen Nachbarstämmen auf und kann zwei von ihnen von den Vorteilen einer - wenn auch unfreiwilligen - Unterwerfung unter Ihn überzeugen.

Jahr 4: Der allerhinterhältigste und dümmste Schleimi Fleischklops wird von Gutgolf unterworfen. Er wurde davor von diesem Subjekt trotz heldenhaften Kampfes besiegt.

Jahr 5: Beginn des Krieges gegen Ugluks Clan und Gutgolf und dem Dreierbündnis zwischen El Botzo, Cirdan und Ihm.

Jahr 6: Schleimi Fleischklops, der begann zu erkennen, daß Ihm zu folgen das einzig Rechte sei, stirbt durch Mörderhand, gedungen von Gutgolf. [Und das war lange Zeit der Rekord im Schwarzen Reich: schon im Jahr 6 gestorben! Bis einige tapfere Kieler einschließlich meiner selbst sich Butler Martin aka Roland Plaß bereits im Jahre 3 annahmen und damit eine wohl kaum zu schlagende Marke aufstellten. Dachte ich jedenfalls 1989. Im Jahr 2000 dann war es soweit: Killerlady aka Heike Richter trat auf und vertrieb eigenhändig Hägar bereits im Jahr 2. Sie wurde dann auch völlig zu Recht die erste Ork-Weltmeisterin.

Jahr 7: Ausweitung des Krieges im Süden auf Titan Rhellish und Nidhram Ogerschlächter. Im Norden vereinzelte Gefechte und Drohgebärden Gutgolfs. Gutgolf hatte damals zwar angeblich 400 Orksoldaten, aber auch nur 400 Bauern.

Jahr 9: Hohe Verluste für Ihn und seine Verbündeten, sowohl in Magie als auch im Feld. Cirdan wird von Nidhram gemeuchelt; Moondust, ein befreundeter Häuptling, wird von Khebnedor, dem mächtigsten der Fürsten, vertrieben.

Jahr 10: Er begründet die "Anti-Kieler-Front" mit; Friedensschluß mit Ugluks Clan und Gutgolf.

Jahr 11: Khebnedor, einer der Kieler, wird von seinen eigenen Kumpanen ausgeplündert und getötet. Die stark unterlegene "Anti-Kieler-Front" sieht in diesen Zwistigkeiten Ansatzmöglichkeiten. Die Kieler hatten es in den letzten Jahren geschafft, sich durch enges Zusammenspiel auf die vordersten Plätze der Macht zu drängen.

Jahr 12: Ugluks Clan stirbt, ausgeplündert von Titan Rhellish. Die "Anti-Kieler-Front" hat ihren ersten und größten Märtyrer. Er ordnet Staatstrauer an, auch wegen des Verlustes eigener Soldaten und Gebiete.

Jahr 13: El Botzo aka Rüdiger Klings, der langjährige Verbündete, wird von Titan Rhellisch ausgeplündert und getötet. Er beschließt, niemals mehr zu ruhen, bis alle Kieler "sechs Fuß Erde über sich haben", und alles zu tun, daß das Schwarze Reich von dieser Plage befreit wird, auch wenn Er mehrmals Hörnsland selbst aufs Spiel setzt. Stammeshäuptlinge im Norden scharen sich um Gutgolf, den neuen Koordinator der "Front", sind sich jedoch noch vielfach uneins.

Jahr 14: Spellbinder wird zum militärischen Anführer der "Front". Feldzug um Feldzug mißlingt gegenüber der Kieler Übermacht. Der Kieler Saithur Schildbeißer wird im ersten wirklich erfolgreichen Feldzug unter Führung Spellbinders und Seines Rates ausgeplündert und getötet. Er war zum letzten Mal Unterhäuptling, denn Khurrad selbst beginnt, Ihn zu erleuchten.

Jahr 16: Gründung der "Ugluks-Clan-Stiftung" zur Vernichtung der Kieler und Ehrung der Märtyrer. Die Stammeshäuptlinge im Norden, vor allem Stiernacken und F'lark of Dawn, zeigen nicht das nötige Zusammengehörigkeitsgefühl, das ein solches Vorhaben braucht. Er steckt all Seine Kraft in das Ziel der Stiftung.

Jahr 17: Titan Rhellish, der Kieler, wird von der "Stiftung" unter Führung Spellbinders und Seines Großen Heeres ausgeplündert und getötet. Nidhram Ogerschlächter wird zum militärisch unlösbaren Problem aufgrund seiner ungeheuren hinterhältig zusammengerafften und barbarisch-orkisch erworbenen Macht. Er, Gutgolf und Spellbinder werden zu den treibenden Elementen der "Stiftung". Aber langsam und stetig dringt ein weiterer an die Spitze: Killer Of Dwarfs.

Jahr 19: F'lark of Dawn wird gemeuchelt, die Mörder sandte Nidhram Ogerschlächter, dessen Bitorks und ihm Er Krieg bis zum Tod erklärt hat. Der Tod trifft jedoch Stiernacken; Nidhram statuierte ein Exempel.

Jahr 21: Nidhram Ogerschlächter trifft der TOD, geschleudert von Killer of Dwarfs, der sich durch seine Magie zur Vorherrschaft in der "Stiftung" berufen fühlt. Er gewinnt das Schädeln.

Jahr 22: Er ruft den "Rat der Drei" ins Leben. Danach wird das Reich in drei Teile gespalten und unter Ihm, Gutgolf - dem Helden des Krieges gegen die Kieler - und Killer of Dwarfs, dem schwarzen Zauberer und Ersten der Tabelle, aufgeteilt.

Jahr 23: Spellbinder, der sich durch äußerst dumme Aktionen für eine Aufnahme in den Rat disqualifiziert hat, wird von Killer of Dwarfs grundlos getötet. Killer of Dwarfs bricht Ihm gegenüber den Bund durch mehrmaliges Aufhetzen seiner Priester und Eroberung ihm nicht zustehender Bitorks. Er beschließt, daß es mit diesem keinen dauerhaften Frieden geben kann.

Jahr 24: Der Frieden von Dummbacks wird geschlossen, auf den rauchenden Trümmern der Burg von Killer of Dwarfs, der bei der Plünderung durch Ihn umkam. Gutgolf und Er verpflichten sich, alle militärischen Aktionen gegen Bitorks abzusprechen und jegliche feindselige Handlung gegeneinander zu unterlassen. Hochkönig soll werden, dessen Stamm sich in friedlichem Wettstreit als der leistungsfähigere erweisen wird. Dazu muß man wissen, daß Gutgolf ungefähr 25% der Bauern von Ainu Runenstein hatte und auch sonst etwa in diesem Verhältnis hinter Ainu hinterher hinkte.

Gutgolf hat sich als Sein dauerhaftester und langlebigster Verbündeter erwiesen, der sich durch Schlauheit und Vorsicht sowie die Einsicht in die Richtigkeit Seiner Wege und die Treue zu Seinen Bündnisabsprachen für das höchste aller Staatsämter qualifiziert hat.

Finis coronat opus.

Pontifex Khurradis coronat Ainu Runenstein.

L&T 29

Diese Zeichnung stammt von Wolfgang Beck. Draufklicken für eine größere Ansicht.

Markus Eschberger begann, ebenfalls Orkpartien auf dem CPC anzubieten. Er hatte damals ebenfalls eine bemerkenswerte kleine Orkzeitung herausgegeben namens "Zeter & Mordio".

Neue Hochkönige

Ork 5

König Fafner wurde in Ork 5 im 25. Jahr zum Hochkönig gekrönt. Er hatte es zwar nicht durch seine Burgklasse geschafft, aber nach dieser langen Zeit hatte Illmir Steißschneider, der Erzpriester des Schwarzen Reiches, die Faxen dicke und warf ihm die Krone zu, die Fafner dann selbst aufsetzte. Die Gollum-Tabelle zum Schluß:

1. Hochkönig Fafner (51) mit 430 Punkten,
2. Großfürst Grimmbold Kopfkürzer (16) mit 403 Punkten,
3. Fürst Thoron Totschläger (10) mit 386 Punkten,
4. Fürst Xenia Aksoma (26) mit 371 Punkten.

Da hatte Fafner ziemliches Glück gehabt; beinahe hätte Grimmbold ihn noch überholen können. Für die Leute, die sich für die Chancen der einzelnen Terraintypen interessieren: Fafner führte einen Stamm, der im Wald lebte.

In der Partie hatte Fafner früh die Führung übernommen, die ihm dann nicht mehr zu nehmen war. Thoron Totschläger kam zu Anfang recht gut weg. Sharp I rückte Fafner schließlich ziemlich auf die Pelle, aber im richtigen Augenblick ein kleiner Verrat und das war's dann. Ork 5 war die Partie mit den meisten "Sicherheitsspielern".

Xenia Aksoma war übrigens Martina Strack, eine Redakteurin des Computermagazins "asm" (Aktueller Software Markt).

Ork 8

Daß es ein ziemlich scheußlicher Tag werden würde, war dem Erzpriester und Höchsten Diener des Schlangengottes Illmir Steißschneider von Anfang an klar. Schon beim Ankleiden rutschte ihm die Erzpriester-Mitra halb über die Augen - war da nicht leises Kichern? Die Routine eines normalen Priestertages reizte Illmir zu mächtigem Gähnen. Ein aufmerksamer Günstling warf ihm sofort einen gebratenen Hähnchenschenkel in den aufgesperrten Rachen.

Unlustig kauend begann Illmir mit den Morgenopfern. Früher, als Jüngling und gerade Khurrad geweiht, erschien es Illmir höchst faszinierend, die malerisch auf den Opfersteinen drapierten Sklavenorks, Goblins, Hobbits und - selten, aber geschätzt - Elben im Namen des Schlangengottes verbluten zu lassen. Aber mit zunehmendem Alter merkte Illmir, daß die Todgeweihten im Grunde immer dieselbe Sinnkrise durchmachten und sie ziemlich gleichförmig und lautstark äußerten. "Nun, Khurrad sei Dank nicht meine Sorgen", dachte Illmir, als er von Opfer zu Opfer eilte. Zwischendurch wischte er sich geistesabwesend das Opfermesser an seiner hellen Robe ab.

Ein lauter Gong zeigte an, daß der Erzpriester und Höchste Diener Khurrads sich zu seiner vormittäglichen Audienz zu begeben gedachte. "Schon wieder umziehen", dachte Illmir Steißschneider genervt. Auf seinem thronähnlichen Stuhl sitzend wartete Illmir im zeremoniellen Audienz-Umhang (hinten geschlitzt, vorne geschnürt) auf die Ankündigung des ersten Bittstellers.

Während der unwichtigen und langatmigen Reden und Gegenreden irgendwelcher unwesentlichen Unterpriester und Kleinfüsten zog die letzte Audienz vor Illmirs innerem Auge vorbei. Ainu Runenstein, der Herr von Hörnsland und Anwärter auf die Hochkönigskrone, hatte Illmir um Hilfe gegen den einzigen anderen verbliebenen Stammesführer, Gutgolf aus dem Land der knierutschenden Truthähne, gebeten. Vorausgegangen war die sensationelle Krönung Gutgolfs zum König, nachdem er Ainu unterworfen hatte. Natürlich war Ainu der wesentlich fähigere und kompetentere Herrscher, und sicher würde sich Ainu nach erfolgreicher Rebellion wohl kaum von seinem Ziel, der Hochkönigskrone, abbringen lassen. Aber helfen? So sozial gleich? Das kam für einen Khurrad-Priester nicht in Frage, vor allem nicht, wo der Bittsteller - wie eigentlich alle in letzter Zeit, merkwürdig! - nicht mehr als 10.000 Goldohren an den Erztempel spenden wollte.

Nach der Audienz kam der kritische Teil des Tages. Illmir mußte sich in seine Meditationskammer zurückziehen und dabei traditionell allein und unbewacht über eine weitgeschwungene Brücke gehen, offen gegenüber jedweden Attentaten neidischer Untergebener. Seit 26 Jahren hatte Illmir Glück gehabt - von diesem Glück legten die 78 Schädel erfolgloser Attentäter, die auf gleich vielen Säulen die Brücke rechts und links einfaßten, stummes Zeugnis ab. Auch dieses Mal traute sich wieder keiner. "Alles Feiglinge. Zu meiner Zeit waren Priester noch ehrgeizig", reagierte Illmir eher melancholisch.

In der Meditationskammer loderte das Feuer unter dem Dreifuß, an dem der Göttliche Teekessel hing. Das Wasser in ihm begann bereits zu sieden. Hastig stülpte Illmir die Göttliche Kappe auf die Göttliche Kesselschnauze. In der Göttlichen Kappe war der feine Göttliche Schlitz und einige kleine Löcher. Als das Wasser heftig zu kochen begann, zischte der Dampf durch die Öffnungen. "Ssss ssss psssss", hörte Illmir. Für ihn, der von Khurrad gesegnet war, war das schlangengleiche Gezische des Dampfes reinstes verständliches Orkisch. Und wie verständlich! Erschrocken schrie Illmir auf: "Nicht jetzt! Nicht Gutgolf!" Aber der zischende Kessel gab klare Anweisungen...

Ork 8 wurde von Gutgolf [aka Joachim Jahnel] gewonnen. In der letzten Runde (Jahr 26) eroberte er den nichtsahnenden Ainu Runenstein, den einzigen anderen noch verbliebenen Echtspieler, der fahrlässigerweise noch nicht einmal einen AC-Befehl auf Gutgolf abgab. Die Gollum-Tabelle war daher sehr kurz:

1. König Gutgolf (19) mit 487 Punkten.

Durch die Eroberung hatte Gutgolf insgesamt 15 Unterhäuptlinge. Gutgolf führte übrigens einen Waldstamm.

Von Gutgolf (Ork 8) das Schlußwort

Berichtigung der maßlos anmaßenden Chronik von Unterhäuptling Ainu Runenstein

Wir, Gutgolf, gehen konform in Seiner Beurteilung der ersten 25 Jahre nach Kuons Ableben, aber...

was Er sich erlaubt hat vorwegzunehmen, Seine Krönung zum Hochkönig, meinen Wir, ist einfach zu viel gewesen. Er und Wir hatten den fairen und ehrlichen Wettstreit nur nach Punkten um die Hochkönigskrone vereinbart. Jedenfalls steht es so geschrieben in dem Frieden von Dummbacks im Jahre 24 n. K. (nach Kuon). Was Er sich nun in seiner Chronik erlaubt hat, die Vorwegnahme Seines Sieges nach Punkten, war nun wirklich nicht fair, und so betrachteten Wir den Frieden von Dummbacks durch Ihn aufgekündigt. Uns war diese Tatsache mehr als recht, da Wir, wie bis jetzt bei jedem Frieden, keinen Blumentopf gewinnen konnten.

So wurden nun die Rucksäcke der Soldaten und Söldner gepackt, die Unterhäuptlinge zur Unterstützung überredet und vor Khurrads Tempel um das Ende des Wettstreits gebetet, um Seiner Rache an Uns im nächsten Jahr zu entgehen. Wie meistens bei solchen Unternehmungen war Uns das Glück hold, und Wir wurden als Gutgolf I zum neuen Hochkönig ausgerufen.

Keiner kann Uns einen Vertragsbruch in den letzten 26 Jahren vorwerfen, oder? Und so gehen Wir jetzt als friedlichster, vertrauenswürdigster und vertragstreuester Hochkönig in die Geschichte des Schwarzen Reiches ein. Um dies zu untermauern, hier unsere, also Seine und Unsere, Stammesdaten aus dem Jahre 25 n. K., damit jeder sehen kann, wie überlegen wir waren.

                     König Ainu Runenstein     Großfürst Gutgolf
Bauern               13.823                    2.144
Kaufleute            1.051                     844
Wissenschaftler      372                       593
Sklaven              624                       1.127
Soldaten             2.008                     1.996
Gold                 ca. 700.000               984.638
Unterhäuptlinge      8                         4

Schwarz und an einer Seite etwas abgeflacht

Ich nehm dein Leben ganz spontan,
hab Spaß daran.
Ich bin so frei.
Da ist gar nichts dabei!

Ich liebe, was der Raub mir bringt,
wenn's gelingt.
Ich bin so frei.
Ohne Skrupel dabei.

Der Dichter

Früh am Morgen steht er auf,
und schwingt gleich seine Feder.
Alle warten schon darauf.
Gedichte mag ein jeder.

Er schreibt und schreibt den ganzen Tag,
zur Freude seines Meisters,
und wenn der das Gedicht nicht mag,
zerreißt er's.

So schreibt er, ohne daß man's ihm dankt.
Selten kriegt er Lob.
Und wenn er wirklich Ruhm erlangt,
dann erst nach seinem Tod.

Die Schule der Dichtkunst

Zeichnerin: Anne Krezdorn (Ankre Oink)

Aus gegebenem Anlaß fand an der Universität von Jool Harbour kürzlich ein Seminar zur dichterischen Fortbildung statt, das jetzt zu einer halbwegs regelmäßigen Institution werden soll. Es bildete sich mit Kovhar Schädelspalter, Rulle Stahlfuß und Cosmic Sepp eine Arbeitsgruppe, die die Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben wird und gerade ihre ersten Ergebnisse veröffentlichte. Hier einige Auszüge aus der Abhandlung, die in der Fachzeitschrift "Ork und Kultur" erschienen ist.

"Wir möchten unsere Erkenntnisse in einigen aussagekräftigen Thesen zusammenfassen und anhand von Beispielen deutlich machen.

Erste These: Wer dichtet, macht sich Feinde.

Dies liegt in der Natur der Sache und ist häufig auch beabsichtigt. Wir erinnern uns an einen Vorfall aus der Regierungszeit Kuons des Schrecklichen, als Orchard die Pocke folgenden Vers an seinen besten Freund Humbert Fettlocke richtete (Humbert war der einzige, der noch nicht versucht hatte, Orchard umzubringen - es muß sich also um eine wirklich wunderbare Freundschaft gehandelt haben):

Humbert, altes Rübenschwein,
laß den Sklavenraub doch sein!
Jedes Jahr mach ich aus braven
Sklaven arbeitsame Bauern,
dann kommst du, mir aufzulauern,
und sie wieder zu versklaven!
Frag dich also nicht, mein Alter,
wenn sich eines Tages kalter
Stahl in deinen Brustkorb schiebt,
welch Motiv es dafür gibt!

In der Tat - die Sklavenraubzüge Humberts hörten nach diesem Gedicht auf. Stattdessen verlegte Humbert sich darauf, Orchards Nebenburgen einzunehmen, und es war abzusehen, daß er demnächst einen groß angelegten Vertreibungsfeldzug gegen Orchard führen würde. Orchard fürchtete um sein Leben, doch dann machte Humbert einen entscheidenden Fehler. Humbert schrieb ebenfalls ein Gedicht, und das ging so:

Orchard, alter Knochenkauer,
klar doch, daß ich dir auflauer,
denn du bist eine alte Ratte,
gegen die ich schon immer was hatte.
Meine Leute werden es dir zeigen,
und dir ordentlich eins geigen.
Versuch du nur, mich zu stoppen,
darüber kann ich nur spotten.
Dagegen mach ich keine Witze,
wenn ich dir sag, daß ich dich aufschlitze,
und um deinen Tod dann keiner weint,
so wahr sich dieses Gedicht reimt.

Auch dieses Gedicht wurde im ganzen Schwarzen Reich verbreitet. Als Folge davon hatte im Jahr darauf das auf Humbert ausgesetzte Kopfgeld zwei Stellen mehr. Humbert wurde Opfer zweier Drachenüberfälle, und die Magier des ganzen Reiches überboten sich in auf Humbert gezielten Sprüchen wie Orkpest, Terraform, Khurrads Zorn oder Schleifer.

Dies ist ein gutes Beispiel zur Verdeutlichung unserer

zweiten These: Wer schlecht dichtet, macht sich viele Feinde.

Bliebe noch von Orm Einarm zu berichten. Orm fühlte sich zeit seines Lebens nicht zum Poeten berufen und verzichtete darauf, Erkenntnisse über seine Mithäuptlinge zu Papier zu bringen. Orm starb nach einem langen, ereignislosen Leben einen ungewöhnlichen Tod, nämlich an Altersschwäche. Seine letzten Worte sind so überliefert:

Nach vielen tödlich langweiligen Jahren
bin ich mir endlich über eins im klaren:
Der, wer im Leben keine Schmähgedichte schreibt,
für seine Nachwelt wohl ein Unbekannter bleibt.

Das illustriert nunmehr auch unsere

dritte These: Wer gar nicht dichtet,..."

Hier bricht dieser Text von Kay-Viktor Stegemann leider ab.

Aus dem Tagebuch von Boromir Gargamel (Ork 15)

Alles fing mit einer Einladung von Pyradonis an. Er wollte sich mit meinem Vorgänger Vlad dem Pfähler treffen, um grundsätzliche bilaterale Vereinbarungen zu treffen. Das machte ich mir zunutze und lockte Vlad in den Sumpf von NMR, wo ich zusah, daß er möglichst unauffällig verschwand (blubber!).

Anstelle von Vlad traf ich nun Pyradonis am Rande des diesjährigen Schädelturniers, und wir vereinbarten ein außenwirtschaftliches Abkommen. Als die Zeit reif war, um meinen Untertanen die Befehle für das kommende Jahr zu verkünden, opferte ich dem Gott POST ein buntes Papierchen, hoffte, ihn damit befriedigt zu haben, und vertraute ihm meine Weisungen an. Dieser machte jedoch seinem Ruf alle Ehre, und wenn ich meine Nachricht einer Schnecke anvertraut hätte, wäre sie schneller ans Ziel gelangt. Einem gewissen "GM" habe ich es zu verdanken, daß sie doch noch ausgeführt wurden.

Als ich aber meinen Wirtschaftsbericht für das neue Jahr erhielt, mußte ich mit Schrecken feststellen, daß meine Salzhändler in den Streik getreten sind. Man munkelt, sie sind mit dem Steuersatz unzufrieden. Desweiteren haben sich über 20 Kaufleute mit all ihrem Hab und Gut auf und davon gemacht. Das riß ein großes Loch in meinen Haushaltsplan, und das war nur der Anfang, denn meine Boten, die ich zu Pyradonis schickte, verstanden Wirtschaftsabkommen falsch und sind vom Weg in eine Wirtschaft abgekommen. Dort haben sie ihre Waren zu Gold gemacht und bei Schnaps und billigem Fusel versoffen. Mein Heer trat daraufhin in einen Sitzstreik und erklärte sich mit den Salzhändlern solidarisch.

Enttäuscht plünderten die angeworbenen Söldner den Klingelbeutel im Tempel so, daß sie zwar einigermaßen zufrieden abzogen, jedoch Khurrads Priester nicht mehr besonders gut auf mich zu sprechen sind. Um die Sache auf die Spitze zu treiben, mußte ich in der Boulevardpresse lesen, ich sei der seit einiger Zeit gesuchter erfahrener Orkspieler. Diese Anschuldigung ist so lächerlich, daß ich mir jeden Kommentar spare.

L&T 30

Die Hochkönige von Ork 7 und Ork 9 stehen fest. Die erste Bestenliste wird veröffentlicht (schon ungefähr so wie im heutigen Format, natürlich aber ohne Ruhmpunkte).

Neue Hochkönige

Auch Ork 7 und Ork 9 sind inzwischen beendet worden. Das bedeutet, daß gleichzeitig Ork 16 beginnen wird. In Ork 7 wurde überraschend Orcobal Schlangenzunge Hochkönig. Orcobal wurde von einem Standby übernommen, deshalb so überraschend. Eigentlich hätte dieses Spiel gut Skiv gewinnen können, aber da ist wohl einiges schief gelaufen. So reichte es nur für den zweiten Platz. Dritter wurde - verdient - Muzgash.

In Ork 9 war das Schummeln von Rulle und Chez Erwin [Kay-Viktor Stegemann und Roland Plaß] schließlich von Erfolg gekrönt, obwohl Chez Erwin wirklich Mühe hatte, Rulle den Vortritt zu lassen. Beide hatten ja verabredet, daß Rulle Hochkönig wird, weil er es einfach so nicht schafft. Dritter wurde Anto Morena. Wenn Cro Mordbrenner die zwei auf ihn gerichteten TODE einige Züge vorher überlebt hätte, tja, dann, aber so eben nicht.

Tau Ceti im Jahre 3 (Ork 15)

Hallöchen Leute! Hier ist Aleksandr Kerensky, bester Kämpfer aller Zeiten, besser jedenfalls als Redjack Ryan, der aus dem gleichen Zusammenhang geklaut wurde.

Zeichner: Wolfgang Beck. Klicken für eine größere Ansicht

Tja, Freunde, was soll ich Euch bloß erzählen, aber die Idee mit dem 99%igen Zollsatz war wohl nicht so gut. Ich glaubte zwar, mit dem Hintergedanken "ja, für MICH" bei der Bemerkung "Mein Zollsatz ist der Beste" gut gewesen zu sein, aber Eure Spione waren wohl noch besser. Ich konnte nicht eine Karawane schröpfen. Schade. Weil ich aber auch mal ein bißchen was abhaben will, sagte ich meinem Außenminister Orkusan von Hinricht (einige von Euch kennen ihn schon), daß ich den Zollsatz gerne auf 10% senken würde. Und was macht der Kerl? Er glotzt mich doof an und fragt mich, ob ich das für "diplomatisch geschickt" halten würde und daß ich mit der Senkung des Steuersatzes schon genug Verlust gemacht hätte und so weiter. Da blieb mir natürlich erstmal die Spucke weg. Und als ob sich der Hof gerade gegen mich verschworen hätte, fängt mein Hofdichter an, darauf zu reimen.

Wer Zoll und Steuer
ohne Grund erhöht,
bei dem wird heuer
beginnen große Nöt.

Weil Kaufleut und Bauern
sich selbst sehr bedauern
und diesen Versager...

Weiter habe ich ihn nicht kommen lassen. Er ist im Moment dabei, meiner Schädelmannschaft beim Training zu helfen - als Ball. Die Leute haben das wirklich nötig, sie sind nämlich schon wieder nicht ins Finale gekommen. Als Orkusan mir dann auch noch die neuesten Hiobsbotschaften mitteilte, wurde ich großzügig und spendete gleich noch einen Ball. Jetzt müssen die Jungs aber endlich mal gewinnen.

Wo war ich? Ach ja, die Hiobsbotschaften. Da war zum Beispiel der Spion von Alcaseltzer, der zwar entdeckt, aber nicht gefangen wurde. Oder Vorratslager, die sich genau wie der Goldohrenpegel langsam aber sicher gen Null bewegen. Und ein Blick auf die Gollum-Tabelle lehrt mich, warum sie GOLLUM-Tabelle heißt: ich fühle nämlich kalte Klauen in der Nähe meiner Kehle, wenn ich sehe, wie weit der Abstand zu den drei ersten ist. Kann mir nicht mal jemand erzählen, wie Orkus das macht???

Ach, bevor ich es vergesse: Auch mein Palast wurde umbenannt. Er heißt nicht mehr "Palast der sieben gespaltenen Schädel", sondern "Palast der weisen Schwarzelben" und alle friedliebenden Stammesführer sind herzlich eingeladen, mit mir zu speisen und zu feiern. Heere sind in Tau Ceti allerdings nicht erlaubt, Ihr müßt sie schon zu Hause lassen. Ausnahme ist natürlich mein Stammesheer, das darauf aufpaßt, daß kein anderes Heer "mal reinschaut".

So, Leute, das war's aus Tau Ceti. Wenn einer von Euch mir einen neuen Außenminister und/oder einen neuen Hofdichter zur Verfügung stellen würde, wäre ich ihm echt dankbar. Bis dann.

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