List & Tücke 16 - 20

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L&T 11-15
L&T 21-25

L&T 16

Der Umzug nach Laboe (März 1989) kündigt sich an. Die aktuelle Orkversion ist 1.42. Ork 13 und 14 sind inzwischen gestartet, die Warteliste für Ork 15 ist eröffnet.

Perlen der Dichtkunst

Der Mummelmann schleicht sich heran ,
trägt versteckt ein Beilchen,
klopft bei Dir ganz leise an,
hackt dich schnell in Teilchen.
Mummelmann ist nie bereit,
irgendwas zu sagen,
und Dir fehlt Gelegenheit,
ihn noch zu befragen.
Mummelmann nickt stumm und geht,
und im Blute schwimmste.
Obacht, Fürsten, schaut und seht:
Das sind Arghons Künste!
[Dirk Pötsch]

Ihr Fürsten, erbebt und erschauert,
in den Ecken der Umpelpump lauert.
Er will Euch verladen,
beißt in die Waden,
derweil Ihr grad notdürftig kauert.
[Snoogly Smatterback]

Absolut gewaltig naht
der ZAT.
Womit ich mich noch quäle:
Mit die Befehle.

Nachruf auf Achim Pestbeule (Ork 5)

Manche nannten ihn einen Gauner, einen Betrüger oder schimpften ihn gar einen Elben. Und dann gab es noch welche, die haben nicht so gut von ihm gesprochen. Ich kann von Achim Pestbeule aus Corinth nur sagen, daß er immer ein angenehmer Nachbar war, sieht man von der Bagatelle ab, daß er mich zweimal grundlos unterworfen hat. Doch selbst als Oberherr war er sehr korrekt. Er ließ sich nur einmal im Jahr sehen, um sich über Gebühr an meinen Schätzen zu bedienen. Leider kann ich nicht behaupten, daß ich dich vermisse, Achim, denn es gibt noch mehr als genug von deinem Schlag.

Die Ballade von Ahlons Ehrlosigkeit (Ork 6)

Bei Nacht und Nebel Ahlon sich
in Kovhars Goldschatzkammer schlich -
widerlich!
Denn Kovhar war grad unterwegs
in Sachen eines Privilegs.
Nach all den Schädelspalterein
wollt er jetzt endlich König sein
piekfein.
Die Krone sitzt auf Kovhars Haupt.
Das hätte Ahlon nicht geglaubt.
Nun schämt er sich, so hoff ich mal,
und bleibt in Zukunft kollegial.
Dann könnte es ein Wunder geben,
und Ahlon könnt - so grad noch eben -
überleben.
[Kay-Viktor Stegemann aka Y. Wagnewortschok, Propagandaminister von
Uerfufu]

Ahlon Stedur war der Orkname von Karl-Heinz Koch, der einige Zeit ein sehr aktiver Postspieler war und das "Megazine" herausgab. Er war ein sehr zwiespältiger Mensch. Einerseits hat er versucht, eine Menge für das Postspiel-Hobby zu tun (was rückblickend betrachtet aufgrund des heranbrechenden Internets wohl vergeblich war). Andererseits hat er aufgrund seiner wenig kritikfähigen Art und seines exzentrischen Stils viele verprellt. Die Fehde zwischen der (heute meines Wissens nach noch existierenden) ESCH und dem (heute längst vergangenen) Megazine wird unvergessen bleiben. Jedenfalls von mir.

Khebnedor (Ork 8)

Der Khebnedor ein Scheusal ist,
das Schlangen, Orks und Mäuse frißt.
die Orks zieht er natürlich vor -
so ist er, unser Khebnedor.
Im Ganzen ist es auch nicht fein,
daß Khebnedor gewinnt allein.
Man sollte ihn vielleicht dran hindern
und seinen Stamm ein wenig plündern.
[Snoogly Smatterback]

Fürst Gorm (Ork 9)

Im Finsterwald, da lebt Fürst Gorm.
Er ist meist nicht in bester Form.
Sei es auf wirtschaftlichem Feld,
sei es im Krieg - er ist kein Held,
erreicht meist nicht einmal die Norm.
[Kay-Viktor Stegemann]

Gummiteddyland

Der Chef vom Gummiteddyland
ist a) für seinen Geiz bekannt.
Man sieht ihn grübeln, um zu klären,
ob es sich lohnt, sich zu empören.
Drum wird er b) auch Depp genannt.
[Kay-Viktor Stegemann]

Die Schwarze Seite - Teil 3
Zum Teil 2

Diese Verbrecher! Diese miesen Räuber! Da schuftet und rotiert man, forscht und zaubert, lügt und betrügt, plündert und randaliert, und dann das!

"39 frei umherstreifende Briganten überfallen Eure Karawane." Das bringt meinen ganzen Jahreshaushalt durcheinander! Eigentlich wollte ich Euch ja diese Runde vorführen, wie man mustergültig wirtschaftet. Ich wollte meinen Soldaten und Wissenschaftlern noch ein 13. Monatsgehalt und weitere Sozialleistungen zukommen lassen, noch einen Schwung Sklaven kaufen (weil es die nämlich bei mir viel besser haben), meine Burg neu tapezieren und einen neuen Hofkoch einstellen. Daraus wird nun nix. Mein ganzer Stamm wird den Gürtel enger schnallen müssen, damit wenigstens das Notwendigste bezahlt werden kann.

Das Notwendigste, ja. Was war das noch gleich? Keine Frage, da ich nun mal gerade zwei Unterhäuptlinge habe (ein Verdienst vorzüglicher Planung und langer Messer), muß eine neue Burgmauer her. In weiser Voraussicht haben meine Steinbrüche bereits auf Halde produziert. Und wenn ich erst Burgklasse 2 habe, muß ich eigentlich auch zwei Karawanen losschicken. Dazu baut man sich ja die Burg. Und wenn ich schon dabei bin, könnte ich eigentlich mal wieder einen Feldzug starten und einen dritten Orkstamm von den Vorteilen meiner Oberherrschaft überzeugen...

Gerade tippt mir mein Finanzminister auf die Schulter und schüttelt beschwörend den Kopf. In seiner Hand hält er einen heißgelaufenen Rechenschieber. Den hat einer meiner neuen Wissenschaftler letzte Runde erfunden. Eine Schnapsidee, wenn Ihr mich fragt! Vorher hatte ich weniger Probleme.

Auf Khurrad komm raus muß jetzt Gold her! Ich könnte meine angewachsenen Holzbestände mal verhökern - der Holzpreis ist aber auch nicht sensationell. Das bißchen Eisen, was ich noch habe, war eigentlich für neue Schwerter vorgesehen. Mir geht's schlecht. Weiter unten gebe ich meine Spendenkonten bekannt, holt Euch schon mal was zu schreiben.

Wenn man mal vom Gold absieht, läuft's ja eigentlich gar nicht so übel. Meine Soldaten sind in guter Form (Erfahrung 17 nach 4 Jahren, das heißt schon was). Ein Grund mehr, sie nächstes Mal wieder zum Training zu schicken. Aber dann muß ich mir unbedingt noch ein paar Söldner mieten.

Söldner sind sowieso eine hochgradig praktische Einrichtung. Auf jedem Feldzug sollte man ein paar dabei haben. Vor allem dann, wenn das eigene Heer gut ausgerüstet ist. Wenn ich zum Beispiel schon alle meine Soldaten mit Rüstungen eingekleidet habe, dann traut sich kein Söldner mehr ohne Rüstung in meinen Dienst, das wäre ihm einfach peinlich. Habe ich hingegen ein schlecht ausgerüstetes Heer, dann melden sich als Söldner auch nur die abgerissensten Typen. Dabei kosten sie trotzdem alle so ziemlich dasselbe.

Aber das Tollste an den Söldnern ist: sie laufen immer als erste ins gegnerische Messer. Egal, welche Art von Verlusten mein Heer erleidet, solange ich noch Söldner habe, trifft es die zuerst. Erst neulich: Wir kletterten gerade einen Abhang hinunter, um einen Nachbarstamm in einer bergigen Gegend zu besuchen. Plötzlich gab es ein knirschendes Geräusch. Unsere Köpfe ruckten nach oben, und wir sahen eine gewaltige Felsplatte auf uns niederstürzen. Drei meiner erfahrensten Krieger standen genau unter dem fallenden Felsen, und ich hatte sie im Geist schon von meiner Soldliste gestrichen. Da kamen plötzlich drei Mann aus meinem angeworbenen Söldnerhaufen angerannt (sie standen, wie immer, in der vorderen Reihe) und machten den Versuch, den Felsbrocken aufzufangen. Das gelang ihnen auch so einigermaßen... Wir haben die sechs Hälften anschließend mit allen Ehren beigesetzt. Aber den Kriegern aus meinem Stammesheer war nichts passiert; die drei heldenhaften Söldner hatten sie gerade noch rechtzeitig zur Seite gestoßen. Ich sag's Euch, diese Söldner sind wirklich aus hartem Holz geschnitzt! Der einzige Nachteil: Ich mußte trotzdem den Sold für die drei Helden abdrücken. Diese Söldnerhaufen bestehen immer auf Vorauszahlung und versaufen das ganze Gold noch vor dem Kampf. Das täte ich an ihrer Stelle wahrscheinlich auch, wenn ich wüßte, wie ich nachher im Kampf verheizt werde.

Wenn ich bedenke, was ich bis jetzt im Kampf schon für Verluste einstecken mußte, dann war es schon besser, immer erst mal ein paar Söldner vorschieben zu können. Wenn ich eigene Krieger verliere, muß ich für teures Gold neue Bauern rekrutieren, Schwerter schmieden und Rüstungen gerben und sie mit Gold bei Laune halten. Da ist ein Söldner doch noch billiger.

Womit wir schon wieder beim Gold wären. Gerade fängt mein Finanzminister wieder an, mich mit irgendwelchen langweiligen Berechnungen zu nerven. So langsam geht mir der Ork auf den Zeiger, ich glaube, ich muß ihm mal einen neuen Job in einem Steinbruch besorgen. Steine brauch ich auch. Ein teures Leben!
Zum Teil 4

L&T 17

Ork 2 und Ork 6 gehen zu Ende. Ork 2 wird von Wulf (Uwe Brunzlow) aus Caledonien (27) gewonnen, und zwar mit einem Glaubenssieg. Uglurk Zwergenwürger wurde Zweiter und Uruk Knochenbrecher Dritter. In Ork 6 gewann Rhilon der Schaurige (Roland Plaß). Zweiter wurde Eirik Kvalvoll (Ulrich Schlobinski) und Dritter Gandalf.

Peter Meyer-Delius aka Himbär kreierte den neuen Untertitel von L&T: "Tugend kettet - Khurrad rettet."

Kesarh Aroun Zakor (Ork 9)

Der Fürst Kesarh Aroun Zakor,
der war schon ziemlich schlecht davor.
Jetzt macht er's Maß der Dummheit voll
und nennt sich Nrawa Gramceol.
So merkt Euch eins, Ihr Orkgelichter:
Kein Name widersteht dem Dichter!
[Kay-Viktor Stegemann]

Cro (Ork 9)

Da war noch'n Fürst namens Cro,
der saß grade dann auf'm Klo,
als Orks die Burg stürmten
und Leichen auftürmten,
und Cro war noch froh, als er floh.
[Kay-Viktor Stegemann]

Replik von Cro

Der Dichter stak auf spitzem Pfahl
und stöhnte laut in dumpfer Qual.
Die Worte war'n ihm nicht gegeben,
so büßt er nun mit seinem Leben.
[Michael Kretzschmar]

Rulle Stahlfuß (Ork 9)

Stählernen Fußes zieht Rulle voran,
die Punkte ansammelnd, die Tabelle hinan.
Es fehlet ihm nur noch der richtige Dreh,
ansonsten wär glaubhaft, er wäre o. k.
So bleibet ihm übrig nur mittleres Maß
(nicht viel ist's, kaum besser als Durchschnitt ist das).
[Snoogly Smatterback]

Die Schwarze Seite - Teil 4
Zum Teil 3

Hallo Freunde!(?) Ich bin's wieder, Euer Sepp! Habt Ihr gesehn? Schon wieder mußte einer der zahlreichen unbedeutenden Orkhäuptlinge sich meiner weitblickenden Oberherrschaft beugen - jetzt habe ich schon drei! Zusammen mit meiner erneuerten Burgmauer und meinen etwas besser gestellten Finanzen hatte das allerdings eine fatale Wirkung: Ich bin in der Neidtabelle des Gollum-Institutes gleich auf den zweiten Platz geschossen!

Ihr erinnert Euch sicher, vor nicht allzu langer Zeit habe ich Euch noch eindringlich davor gewarnt, zuviele Punkte bei Gollum zu machen. Orks und Schwarzelben sind nun mal ein widerlich neidisches Volk und gönnen einem nicht die Blutwurst auf'm Brot. Jetzt habe ich mich an meinen eigenen Rat nicht gehalten; aber wer hätte auch ahnen können, daß mein gar nicht so beeindruckender Stamm gleich der zweitbeste im ganzen Schwarzen Reich werden würde? Man stelle sich nur vor, wie die anderen Landstriche da erst aussehen müssen...

Jedenfalls werde ich mein Expansionstempo jetzt etwas zurücknehmen. Natürlich wird die Burg noch auf Klasse 3 erweitert - wer kann dazu schon "nein" sagen? Aber ich werde mit meinen Eroberungen erstmal nicht weitermachen. Es hat sowieso nicht mehr so viel Sinn: Erstens habe ich in der nächsten Runde mit Sicherheit nicht genug Steine, um die Burg noch auf 4 erweitern zu können, und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, daß irgendeiner von Euch gierigen, machthungrigen Thronstrebern mir inzwischen wieder einen meiner mühsam überzeugten Unterhäuptlinge stiehlt. Ja, ich möchte sogar noch weiter gehen: Obwohl Ihr alle mich mittlerweile als bescheidenen, zuverlässigen und einfühlsamen Schwarzelben kennengelernt habt, bringt vielleicht einer von Euch doch soviel Schlechtigkeit auf, mich in meinem eigenen Landstrich anzugreifen. Immerhin gäbe es damit einiges zu gewinnen, denn alle meine Unterhäuptlinge würden ja schäbigerweise zu einem erfolgreichen Belagerer meiner Burg überlaufen.

Daher also wird es für mich Zeit, eine etwas defensivere Taktik einzuschlagen. Mein Heer ist mittlerweise ausgezeichnet durchtrainiert, und zusammen mit einer Burg der Klasse 3 dürfte es für jeden von Euch ein teurer Spaß werden, mich in meiner Heimatburg anzugreifen - auch für Leute, die gern große Töne spucken...

Für mich kommt es jetzt ohnehin darauf an, den zivilen Bereich besser zu berücksichtigen. Meine Bevölkerung ist immer noch ziemlich klein. Einige handfeste Orgien täten da ganz gut! Um aber die Fleischtöpfe meiner freßsüchtigen Untertanen stets füllen zu können, muß ich etwas für Wissenschaft und Schweinezucht tun. Besonders meine Wissenschaft hinkt momentan noch etwas nach. In vier oder fünf Runden sollte ich mein Wissenschaftsniveau schon auf 99 hochgedrückt haben, denn ein hohes WN nützt mir in fast allen Bereichen; nicht nur eine bessere Ernte, sondern auch eine bessere Ausbeute bei meinen Produktionsstätten! Dadurch werden die Minen erst richtig rentabel. Auch meine Schweine sollten sich etwas besser vermehren, wenn meine Forscher sie mit ihrem neuesten Kraftfutter mästen. Hoffentlich klappt's.

So, verirrtes Publikum, das war's mal wieder für heute. Jetzt muß ich erstmal losgehen und meine drei Unterhäuptlinge ausspionieren. Wozu das gut ist, erzähl ich Euch beim nächsten Mal. Bis dann!
Zum Teil 5

L&T 18

Der Umzug von der Blücherstraße in Kiel in die Strandstraße nach Laboe ist geschafft. Es ist Frühling 1989. Zwei tolle Jahre brechen an.

Der erste GM außer mir bietet eine Orkpartie an: Rene Mathis aus der Schweiz. Hat noch irgend jemand Kontakt zu ihm? Leider habe ich ihn in den letzten Jahren völlig aus den Augen verloren.

Dichterhäme

Ein Dichter zog durch schwarze Lande,
der ganzen Zunft zu Schimpf und Schande.
Sein Stil ist schlecht, der Rhythmus holpert,
wenn er durch schiefe Reime stolpert.
Zur Schonung jedens Orkens Ohr
trag er es doch den Schweinen vor!
Sie werden wohl den Mißklang hören,
doch sich nicht weiter daran stören.
[Michael Kretzschmar]

Die Schwarze Seite - Teil 5
Zum Teil 4

Schwarzelben-Porträt
Hab ich's nicht gesagt? Hab ich doch, oder? Meine vom Futterneid zerfressenen Mitbewerber können sich einfach nicht am Riemen reißen und mußten mich piesacken. Bloß weil ich grade mal drei oder achtzehn Gollum-Punkte mehr hatte als andere von Euch Goldraffern, halten mich einige offensichtlich schon für eine Gefahr. Dabei will ich Euch doch nur helfen.

Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, daß irgendein ganz schlauer sich auf mich oder meine Unterhäuptlinge stürzt, daß ich also belagert werde. Da wollte ich dann ja noch schlauer sein und meine frisch vermörtelten Burgzinnen zufällig mal mit meiner gesamten Streitmacht bewacht halten. Aber keiner hat sich getraut. Stattdessen wurde mir ein bezahlter Drache vorbeigeschickt, der auf dem Marktplatz randalierte und einige meiner Streifenpolizisten einatmete. Und irgendein anonymer Anstifter kichert in seinen Ärmel. Schäbig!

Und dann noch der Dworkin, der mir meinen Tribut gezappt hat. Das geht mir ja doch sehr nahe. Mein lieber Dworkin, wenn das der beste Zauberspruch war, den Du in dieser Runde hattest, solltest Du Deine Magier vielleicht rausschmeißen.

ZAP-DEN-TRIBUT ist ein Zauber aus CPC-Ork-Zeiten, mit dem man die Tributzahlungen von einem anderen Stamm zu sich umlenken konnte.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und es kann natürlich gut passieren, daß irgendeiner in dieser Runde die Belagerung nachholt. Obwohl Khurrads Hohepriester ja gerade einen anderen Steckbrief im Aushang haben. Aber ich geh jetzt lieber auf Nr. Sicher und stell mich noch mal hinten rein. Ich werd noch zum Paranoiker. Bloß - wo bleibt da der Spaß?

Spaß muß sein, und deshalb baue ich mir erstmal eine Nebenburg. Aus einem meiner früheren Streifzüge habe ich da noch ein geeignetes Grundstück, Steine sind auch genug da, also kann's losgehen. Der Trend zum Zweitheer ist ja schon diesmal deutlich geworden. Dann kann man gleichzeitig angreifen und verteidigen.

Es gibt da ja einen ganz besonders orkischen Trick, um die Finanzen aufzubessern. Letztes Mal habe ich meine drei Unterhäuptlinge ausspioniert und weiß nun, welcher von den dreien der Reichste ist und wie viele Soldaten er hat. Nun werde ich diesem Unterhäuptling einen großzügig bemessenen Scheck schicken, damit er mit seinem Heer zu mir stößt und mich unterstützt. Aber während seine sämtlichen Soldaten bei mir Dienst schieben, wird mein neu aufgestelltes Nebenheer bei ihm einmarschieren und Griffe an die Staatskasse montieren. Hö hö hö.

Das Geld habe ich aber auch nötig. Irgendjemand hat da schon über dreiundzwanzigtausend Mücken, da muß ich echt aufholen. Eigentlich könnte man ja mal die Steuern erhöhen und den Kaufleuten mal ein paar Taler mehr aus der Nase ziehen. Aber die Kerle sitzen ja immer schon auf ihren gepackten Koffern. Da warte ich lieber noch, bis es ein paar mehr sind, und schlage dann richtig zu.

Wenn wir natürlich alle gleichzeitig die Steuern erhöhen, sieht die Sache schon anders aus. Dann gibt es ja keine Steuerparadiese mehr, wohin die geizigen Krämer auswandern können. Wie wär's - sagen wir, in Runde 9, gehen wir alle gleichzeitig mit den Steuern saftig rauf?

Da sieht man's mal wieder, wenn nämlich alle zusammenarbeiten, geht es auch allen besser. Irgendwie habe ich nur das Gefühl, daß diese Wahrheit einem Haufen ungeschlachter Orks nur schwer beizubringen ist. Woran liegt das bloß?
Zum Teil 6

L&T 19

In dieser Ausgabe von L&T wurde der Begriff "Goldohr" geprägt. Bislang waren es schlichte Goldstücke, die die Währung im Schwarzen Reich darstellten.

Goldohren

Währung und Wirtschaft - zwei Dinge, die nicht zu Orks passen. Sie fangen nämlich nicht mit G an, anders als zum Beispiel Gemetzel, Grausamkeit und Gier. Was Orks schon immer nicht verstanden haben, das war das Konzept der Goldwährung. Da konnten die Berater der Fürsten noch so sehr predigen; der Durchschnittsork akzeptiert lieber ein gutes, getrocknetes Elbenohr, das man zur Not noch essen kann, als so ein abstraktes Ding wie eine Goldmünze. Nicht, daß ein Ork Gold zurückweist, oh nein! Aber was weiß ein Ork schon über Wechsel- und Goldkurse - bei einem Elbenohr weiß man, was es wert ist, denn schließlich hing dort mal ein (jetzt) toter Elb dran. Prima Sache, das!

Inzwischen gibt es Kompromisse. Die im Schwarzen Reich verbindliche Währung ist das Goldohr (Abkürzung "@" - inzwischen aus technischen Gründen "G"). Das Goldohr ist von der Gestaltung her einem Elbenohr nachempfunden, aber aus 999er Feingold (oder jedenfalls sieht es irgendwie golden aus). Das stellt auch die Ökonomen unter den Beratern zufrieden, und so sind sie alle glücklich: die Orks, weil sie ihre Ohren wiederhaben, die Berater, weil sie zeigen können, daß sie auch sowas kompliziertes wie eine Goldwährung verstehen, der Fürst, weil ein Goldraubzug weiterhin Sinn macht, und der Spielleiter, weil der die Mitspieler mal wieder ein wenig voll labern konnte.

Zamorra (Ork 9)

Leute gibt's, die von Zamorra
reden wie von einem Schnorra.
Doch jetzt sagt Euch der Läster-Reimer:
Er ist auch noch ein alter Schleimer!
[Kay-Viktor Stegemann]

Die Schwarze Seite - Teil 6
Zum Teil 5

Ihr habt's gut! Ihr sitzt in Euren bequemen Ohrensesseln und könnt bei einem Glas Blutorangensaft in Ruhe meine Geschichten lesen, während mir die blauen Bohnen um die Ohren fliegen. Sozusagen.

Stöhn. In Jahr Sieben kam der Drache schon wieder auf einen Schluck Feuerzangenbowle vorbei. Obwohl ich schon mal probehalber etwas auf den Drachentöter geboten hatte. Aber mit halben Sachen kommt man halt zu nichts, nicht in diesem Leben.

Das war aber dann auch ein harter Schlag. Beim ersten Mal war der Drache ja noch relativ freundlich dagegen. Beim zweiten Mal aber blieben gleich neunundzwanzig Orks aus meinem Stammesheer auf der Strecke, fast ein Drittel meiner gesamten Streitmacht! Und Khurrad, dieser schlangenzüngige, rättische, krötenhäutige - hups! Will sagen: dem allmächtigen, göttlichen Khurrad hat es in seiner Weisheit gefallen, sich noch mehr von mir abzuwenden.

Der Drache von vorn.
Das geht natürlich nicht so weiter, dache ich mir, und da gerade etwas Gold in der Kasse klingelte, schickte ich dem Drachentöter mal einen wirklich satten Scheck. Da konnte er dann auch nicht mehr nein sagen, und in Jahr 8 kam Ghorschiboy dann pünktlich zur Drachenflugzeit in meiner Hauptburg an, wickelte Breitschwert und Lanze aus und legte sich auf die Lauer.

Allerdings fand ich es schon merkwürdig: Morgens nahm er sich einen Liegestuhl, ging auf den höchsten Burgturm und legte sich in die Sonne (wir haben nämlich ein prima Klima hier in Farkenföhr!). Dreimal täglich mußte einer meiner Leibsklaven ihm einen Eimer Eiswürfel hochtragen, die er benötigte, um seinen Gorgoneneierlikör richtig zu temperieren. Er behauptete, das Zeug würde ihm einen sechsten Sinn verleihen, so daß er einen Drachen schon auf hundert Meilen spüren könnte. Aber gegen Mittag hing er erstmal über irgendeiner Zinne, und meine Putzsklavenkolonne mußte den Burghof wieder wischen. Die Sklaverei ist schon eine recht praktische Einrichtung.

Tja, Drachentöter sind auch nur Menschen, murmelte ich vor mich hin. Das hatte er allerdings gehört und belehrte mich eine Stunde lang unter wüsten Flüchen über seine Abstammung.

Kein Drachenschwanz ließ sich blicken, den ganzen Sommer nicht. Ich dachte schon, ich hätte die Kohlen umsonst abgedrückt, aber eines Nachmittags passierte dann doch etwas. Ghorsch war gerade zum Pinkeln an den Burggraben gegangen, ich saß in meinem Turmzimmer bei den Abrechnungen der jährlichen Tributzahlungen, als von der Südmauer her ein schauriges Krächzen zu hören war, das mir die Galle in den Adern gerinnen ließ.

Ich eilte nach draußen und zog dabei mein Schwert. An der Innenmauer sah ich einen Greifen, der flügelschlagend über einen meiner Kuriergeier gebeugt stand und dabei war, diesen zu verschlingen. Bei näherer Betrachtung war allerdings erkennbar, daß dieses Exemplar dieser gefürchteten Monstren doch recht verhungert und abgehärmt aussah. Um vor meinen Orks, die sich raunend an den Fenstern zusammenrotteten, nicht als Niete dazustehen, ging ich mit erhobenem Schwert auf das Ungeheuer zu und hoffte, es verscheuchen zu können.

"Momoment -" tönte es da von der Seite. Ich blinzelte rechts herüber und erkannte Ghorsch, der in leichter Schräglage, das Breitschwert hinter sich herziehend, auch auf den Greifen zuschlurfte. "Ich mmach das schon", bekräftigte er.

Ich hatte so meine Zweifel, aber da ich gutes Geld für seine Dienste bezahlt hatte und mir schon jahrelang nur Gerüchte von Ghorschs Unbesiegbarkeit zu Ohren gekommen waren, stützte ich mich schließlich auf meinen Schwertknauf und ließ ihn gewähren.

Er wankte auf das krummschnäbelige Monstrum zu, das meinem armen Kuriergeier (ausgerechnet Rudi, den schnellsten Flieger des ganzen Schwarms) inzwischen mit Haut und Federn verschlungen hatte. Als er auf wenige Schritte herangekommen war, schlug der Greif plötzlich wild mit einer seiner Löwenklauen aus und erwischte Ghorsch fast am Ohr.

Spätestens jetzt hätte ich mit einem Angriff Ghorschs gerechnet, aber es kam anders. Ghorsch erhob den Zeigefinger und sah dem Greifen tief in die Augen. Der sah sich etwas verunsichert um. Dann stieß Ghorsch einige kreischende Laute aus und fuchtelte mit den Armen herum.

Der Greif lief mit einem Mal grün an, verdrehte die Augen und brach tot zusammen. Herzversagen, diagnostizierte mein Erzmagier später fachmännisch.

Ich war verständlicherweise höchst verblüfft und löcherte ihn immer wieder, um herauszufinden, wie er das nun fertiggebracht hatte. Später, bei einem Likörchen, verriet er mir die Geschichte. "Fremdsprachen muß man halt können", lallte er großspurig. "Alles püsch - psül - lologie! Diese Greifen sind ganz intelligente Viecher! Die kenn alle Tricks! Da habbich ihm erklärt, daß deine Postgeier alle gut drauf sind und sich nach Übergabe der Nachricht selbst vernichten. Dafür hätten die alle sone Züwankahlipille im hohlen Zahn. Das hatter voll gefressen und gleich vonnen Schreck den Löffel weggeleech."

Mir fehlten die Worte. Ich fragte mich nur, wie Ghorsch es dann mit den Drachen aufnehmen konnte. Ich hatte so meine Erfahrung mit Drachen und wußte, daß sie einen selten ausreden lassen.

Es gäbe natürlich noch mehr zu erzählen vom letzten Jahr. Ein Drache kam zwar nicht, aber ein unbedeutender Orkhäuptling hielt es für vielversprechend, plündernd in meinen Landstrich einzufallen. Ich hätte ihn natürlich in Scheiben geschnitten und in kleinen Röllchen aufgespießt - aber leider war ich selbst grade unterwegs, um einen abtrünnigen Unterhäuptling wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. So wurde ich achttausend Piepen los - und die Blamage erst! Nie wieder!

Auch die Geschichte mit dem Silbernen Ring in Jahr 6 und 7 wäre schon der Erwähnung wert. Aber so langsam schläft meinem Schreibsklaven der Arm ein, und ich bin ja kein Unork. Außerdem lest Ihr ja sowieso schon fleißig meine Jahresberichte und habt sicherlich bereits herzhaft abgelacht.

Vergeßt nicht - es ist Zeit, die Steuern anzuheben! Die Kaufleute haben lange genug gut gelebt - jetzt wird geschröpft! Der Zaster lockt!
Zum Teil 7

Die ganz, ganz Schwarze Seite

Wer Unsinn labert ohne Gnad,
gehört geflochten auf das Rad.
Geflämmt die Nase fröhlich knistert,
die Zung' die Schreie nur noch flüstert.

L&T 20

Es ist kurz vor der Kieler Woche 1989. Die Partien Ork 3 und Ork 4 sind zu Ende gegangen. Ork 3 gewann Smear Elbentöter und Ork 4 Ogrulk.

Face-To-Face, die Zweite

Vom 4. bis zum 7. Mai lief in Laboe die 2. Face-To-Face-Partie. Diesmal mit 13 Spielern, was ganz schön viel Streß bedeutete. Die Siegbedingungen waren etwas modifiziert: Der 2. Zug am 7. Mai (Zug 17, wie sich dann ergab) war in jedem Fall der Endzug.

Das Ergebnis der Partie:

1. Rajneesh (495 Gollum-Punkte) - Henning Arndt
2. Tubork (489) - Kay-Viktor Stegemann
3. Gordon Skumway (335) - Oliver Werner (der von mir vertreten wurde)
4. Olifant (318) - Wolfgang Bloß
5. Uldumur (257) - Joachim Jahnel
6. His Holy Coolness (239) - Frank Schröder
7. Alm-Öhi (151) - Uwe Mannherz

Die anderen Junx sind leider vorher ausgeschieden oder noch im letzten Moment Unterhäuptling geworden - tja, kann man nichts machen!

Um besonders die Spieler der "späten" Partien ein bißchen neidisch zu machen, einige Werte aus dem Schlußausdruck von Tubork, dem Kanzler zur Rechten des Hochkönigs Rajneesh:

2678 Bauern, 503 Kaufleute, 1352 Wissenschaftler, 108 Sklaven, 8242 Soldaten insgesamt, ein Magieniveau von 75 (das war schon fast Standard), 466458 Goldohren (in Worten: vierhundertsechsundsechzigtausendvierhundertachtundfünfzig), 10917 Schweine - und das waren im allgemeinen noch nicht einmal Maximalwerte.

Die Face-To-Face-Partie war für mich ein guter Anlaß, einiges an dem Ausdruck zu verändern bzw. zu verbessern. Beispielsweise wird ab sofort der Sklavenmarkt nur noch verkürzt wiedergegeben, um Platz zu sparen und Eure Augen nicht zu ermüden. Außerdem kann man dann am Anfang weniger schnell die Computerunterhäuptlinge herauskriegen.

Übrigens habe ich nicht nur den Ausdruck verbessert, sondern außerdem noch einige kleine versteckte Kleinigkeiten eingebaut. Probiert beispielsweise mal Khurrads Gnade bei einem Computerstamm, oder versucht mal, den VW-Befehl abzugeben, wenn Euer Wissenschaftsniveau schon bei 99 ist. Und hütet Euch davor, Euer Magieniveau zu abrupt zu steigern - nachher kommen Eure Magier noch durcheinander...

Die nächste Face-To-Face-Partie wird übrigens nicht vor 1990 stattfinden (und nicht mehr mit 13 Leuten, sondern mit weniger).

Frage und Antwort

Wenn ungemein der Gnom versauert,
der Goblin in der Ecke kauert,
der Zombie seinen Trieben folgt,
der Troll in seiner Nase polkt,
dann hebt, wer's weiß, schnell seine Hände:
Die Ork-Partie, die ist zu Ende!

Der Montag dräut, der Ausdruck naht.
Am Freitagabend war der ZAT.
Der Spieler kaum zu trösten ist:
Briefkasten leer - was für ein Mist!
Doch dann denkt er: "Haha! Ach sö!
'S ist wohl der Postweg von Laboe!"

Die vorstehenden Gedichte wurden unter Einfluß großer Mengen Soave gefertigt.

Verborgener Ruhm

Es raunt unter orkischen Ahnen
von verschollenen Karawanen,
unermeßlichen Schätzen
an geheimen Plätzen,
und von AZOGs goldenen Fahnen.
[H. J. Schlosser]

Die Schwarze Seite - Teil 7
Zum Teil 6

Peinlich, peinlich! Vielleicht habt Ihr's ja schon gelesen. Bevor ich aber näher auf die Ereignisse des letzten Jahres eingehe, möchte ich ein paar Worte über die Ethik von Orks verlieren.

Eigentlich kennen Orks so etwas wie Moral, Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit und Anstand ja überhaupt nicht. Im Grunde seines schwarzen Herzens hält es der Ork nun mal mehr mit Heimtücke, Raffgier und Schadenfreude. Was ist schon eine jahrelange Freundschaft gegen das Vergnügen eines hinterhältigen Raubzuges?

Dennoch zwingen praktische Erwägungen den Ork von Welt zu einer etwas komplizierteren Gestaltung seiner Prinzipien. Denn auch der gewalttätigste Stammeshäuptling weiß, daß er nicht alle Konkurrenten im Rennen um die Hochkönigskrone unterjochen oder vernichten kann. Jedenfalls nicht gleichzeitig.

So wird es nicht ausbleiben, daß der Stammeshäuptling mit einigen seiner Kollegen, häufig auch mit besonders nah benachbarten Stämmen, nur eine ziemlich milde Form von Feindschaft pflegt. Mehr noch, bei allem Widerwillen gegen eine zu innige Annäherung an andere Stämme - auch das prickelnde Gefühl, gemeinsam mit einem oder zwei anderen Stämmen einen anderen schwachen und wehrlosen Stamm so richtig fertigzumachen, kann einem Ork schon echte Befriedigung verschaffen.

Wenn man den Verbündeten von eben im nächsten Jahr dann auch noch über's Ohr hauen kann, um so besser. Entscheidend für die moralische Bewertung solcher Handlungen ist dabei vor allem der Erfolg. Nichts ist für einen Ork ehrenhafter als ein sauber ausgeführter Hinterhalt - nichts ist beschämender als der mißlungene Versuch eines solchen.

Tja, und damit wären wir wieder bei der harten Wirklichkeit. Euer aller vielgerühmtes Vorbild (Cosmic Sepp nämlich) hat's tatsächlich verrissen. Dabei hatte ich's mir so nett ausgedacht. Die Idee, einmal eine flotte Aktion gegen einen unliebsamen Konkurrenten durchzuziehen, hatte sich trotz meiner besonders neutralen Gesinnung - sowas ist für einen Ork ja auch nicht das wahre Leben - in meinem kranken Hirn eingenistet.

Ein paar ebenso machtgierige Nachbarn, einige treue Vasallen - mehr braucht man nicht für einen gutorganisierten Feldzug, dachte ich. Was ja auch stimmt. Und so zog mein Stammesheer, noch einmal frisch hochgerüstet, durch gedungene Söldner und Hilfstruppen meiner Unterhäuptlinge verstärkt, nach ES KANN NUR EINEN GEBEN (13) und sann voll Vorfreude auf Metzelei und Brandschatzung.

Ein Verräter empfängt seinen Lohn.
Am Ziel angekommen, wurden zunächst die Verbündeten begrüßt, die auch recht machtvolle Heere aufgeboten hatten. Leider hatte einer der Mitstreiter, mit denen ich fest gerechnet hatte (schwerer Fehler), es offensichtlich verabsäumt, sein Unterstützungsheer zu senden. Aber das konnte meine Stimmung auch nicht drücken. Der Tag begann gut, mit einem netten Intermezzo, als erkennbar wurde, daß ein anderer meiner Mithäuptlinge, Flogtug von Hinten nämlich, auch mit einem Heer(chen) im besagten Landstrich eingetroffen war. Als sich herausstellte, daß Flogtug mich gar nicht unterstützen wollte (vielleicht wollte er Connor zufällig gerade ausrauben, oder ihm war ausgerechnet hier das Geld für den Nachschub ausgegangen), machten sich die etwa eintausendnochwas Orks aus meinen vereinigten Heeren einen Spaß daraus, Flogtugs jammervolle Gestalten in übersichtliche Einzelteile zu zerlegen.

Der Plan ging mir dabei etwas verloren, und so kam es, daß auch viele Orks aus meinen Reihen diesen amüsanten Vormittag nicht überlebten. So etwas kommt unter Orks auch häufig vor. Selbst bei zehnfacher Übermacht nimmt jeder gegnerische Ork zumeist noch einen eigenen Soldaten mit ins Verderben.

Trotzdem, für die gute Laune meiner Orks war dieser Zeitvertreib genau das Richtige. So waren dann am Nachmittag die Burgmauern Connors auch schnell erklommen, die von ihm zurückgelassene Burgbesatzung problemlos überwunden. Und dann konnte das eigentliche Ziel meines Feldzugs, Connors Vertreibung nämlich, in Angriff genommen werden.

So eine Vertreibung ist buchstäblich ein Mordsspaß, und geht nach genau festgelegten Regeln vor sich. Wer diese Regeln festgelegt hat, weiß niemand mehr, aber da der Vorgang so besonders kurzweilig und spannend ist, hält sich bis jetzt jeder daran. Für die Vertreibung mußten sich sämtliche anwesenden Untertanen Connors, Soldaten, Bauern, Kaufleute, Wissenschaftler und Sklaven, in einer einzigen langen Reihe aufstellen. Ihnen wurde gesagt, daß nunmehr eine offizielle Volkszählung stattfinden sollte - was in gewissem Sinne ja auch richtig war.

Dann durfte sich jeder meiner Soldaten, einschließlich der verbündeten Heere, genau einen einzigen Untertanen Connors zum Vertreiben aussuchen. Gerade diese Regel verleiht einer Vertreibung so eine besonders persönliche Note. An manchen Stellen gab es natürlich ein ziemliches Gerangel, aber nach einer Weile hatten sich meine Orks dann einigermaßen gerade gegenüber Connors Untertanen aufgestellt, so daß man eigentlich den Startschuß hätte geben können.

Tja, und an diesem Punkt begann es nun peinlich zu werden, wie ich schon andeutete. Es stellte sich nämlich heraus, daß die Reihe Connors doch noch ein Stückchen länger war als meine. Der Schiedsrichterpriester ließ zwar ein wenig nachspielen, und meine Orks versuchten zu schummeln und zu strecken so gut es ging, aber schließlich wurde doch abgepfiffen. So blieb Connor sein Landstrich erhalten - vielleicht auch sein Leben, aber das ist ja angeblich sowieso ziemlich robust. Mir blieb nur ein schmachvoller Abgang und sieben Punkte Erfahrung.

Sehr viel mehr gibt's dann auch nicht mehr zu erzählen vom letzten Jahr. Ghorsch, das alte Schlitzohr, hat es dem Drachen gezeigt. Irgendjemand besitzt jetzt einige Reichtümer, die mal mir gehörten. Und es gehen Gerüchte um, daß die Bazare demnächst aus Holz gebaut werden sollen. Ich steh ja mehr auf das alte Modell aus Lehm und Spucke - besser ist's, man deckt sich jetzt noch ein!

In Ork wurden die Bazar-Bauregeln geändert. Bisher kosteten die Bazare nur Gold. Die geänderte Regel entspricht der heutigen.
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