Training vom 01. 11. 2006 bis zum 31. 12. 2006

Es war gar keine Zerrung. Es ist ein Bandscheibenvorfall. Der ausgetretene Rand der Bandscheibe drückt auf die Nerven für das linke Bein. Jetzt wird es aber ernst. Laufen ist eigentlich nicht mehr möglich. Ich muß Krankengymnastik und Ergometertraining machen. Mist!

Sonnenuntergang in Elmschenhagen-Nord.
Di, 07.11.06
Zügiger DL
Länge/Zeit: 12,08 km, 0:59:07 h, 4:54 min/km
Profil/Wetter: etwas wellig; dunkel, trocken, ca. 7C
Strecke: Rathaus, Kaistraße, Schwedendamm, Theodor-Heuss-Ring, Hamburger Chaussee (B404), Barkauer Straße, Braunstraße, Liebigstraße, Edisonstraße, Wellseedamm, Villacher Straße, Tiroler Ring

Mein erster Lauf nach zwei Wochen und zwei Tagen Laufpause. Gestern war ich beim Arzt. So richtig gefunden hat er nichts. Er hat mir Diclofenac-Pillen gegeben, die ich geschluckt habe. Prompt war ich schmerzfrei. Und ich darf laufen, wenn es geht, meinte er. Ein guter Arzt! Es lief ganz gut, aber ich merkte, daß die Muskeln noch etwas sperrig sind nach der langen Nichtlauferei.

Do, 09.11.06
Langsamer DL
Länge/Zeit: 11,18 km, 1:00:09 h, 5:23 min/km
Profil/Wetter: etwas wellig; dunkel, trocken, ca. 7C
Strecke: Allgäuer Straße, Troppauer Straße, Salzburger Straße, Am Schulwald, Gerstenkamp, Ellerbeker Weg, Klausdorfer Weg, Klingenbergstraße, Dorfstraße, Preetzer Straße, Klosterweg, Am Hochbehälter, Starnberger Straße, Boldhorn, Heimstättenstraße, Starnberger Straße, Allgäuer Straße

Eine zügigere Ausgabe des üblichen Lauftrefflaufs. Am Nachmittag war ich noch beim Arzt. Er stellte per Ultraschall eine Vernarbung im linken Oberschenkelmuskel hinten oben fest. Er meinte aber, daß ich laufen könnte, solange es dadurch nicht weher tut. Blöde zusätzliche Dehnungsübungen muß ich machen. Aber immerhin soll es weggehen. Obwohl: irgendwie glaube ich nicht, daß das alles ist.

So, 12.11.06
Langsamer DL
Länge/Zeit: 13,25 km, 1:07:43 h, 5:07 min/km
Profil/Wetter: etwas wellig; teils heiter, teils wolkig, nieselig, kühl
Strecke: Tiroler Ring, Bergstraße, Heidbergsredder, Dorfstraße, Aubrook, 1,2 km auf dem Sportplatz, Aubrook, Trimm-Dich-Pfad, Aubrook, Ritzebeker Weg, Schwentine-Wanderweg, Raisdorfer Wildgehege, erste Brücke über die Schwentine, am Nordostufer zurück zur Rastorfer Mühle, Schwentine-Wanderweg, Ritzebeker Weg W, dann N, Dorfstraße, Heidbergsredder, Bergstraße, Tiroler Ring

Wegen meiner noch immer nicht überwundenen Zerrung, die nur unter Diclofenac-Einfluss zurückzugehen scheint, bin ich lieber etwas vorsichtiger gewesen. Zum Tempotraining hatte ich ehrlich gesagt auch keine Lust. Das Wetter war eigentlich ganz schön, Sonne, gleichzeitig Nieselregen, das bedeutete natürlich auch Regenbogen. An der Schwentine strahlte das Herbstlaub gelbbraungolden.

Di, 14.11.06
Lockerer DL
Länge/Zeit: 7,08 km, 0:34:03 h, 4:49 min/km
Profil/Wetter: eben; dunkel, trocken, ca. 7C
Strecke: Rathaus, Kaistraße, Hörnbrücke, Werftstraße, Klausdorfer Weg, Ellerbeker Weg, Tiroler Ring

Ein kleiner flotter Lauf. Kurz, weil ich noch immer Schmerzen im Po und linken Oberschenkel habe. Aber lieber kurz laufen als gar nicht laufen.

Do, 16.11.06
Lockerer DL
Länge/Zeit: 12,49 km, 1:02:32 h, 5:00 min/km
Profil/Wetter: etwas wellig; dunkel, trocken, warm
Strecke: Rathaus, Rathausstraße, Königsweg, Winterbeker Weg, Wulfsbrook, Diesterwegstraße, Schleife zum Fernmeldeturm, Krusenrotter Weg, Von-der-Goltz-Allee, Maybachstraße, Hofteichstraße, Bundesstraße, Barkauer Straße, Poppenbrügger Weg, Wellseedamm, Villacher Straße, Ellerbeker Weg, Tiroler Ring

Sonne, 15 Celsius. Die Leute sitzen draußen vor den Restaurants und trinken Caf. Das Sonnenlicht blendet beim Gang durch die Fußgängerzone. Wir sind in Kiel und schreiben den 16. November 2006. So einen warmen Tag habe ich noch nie Mitte November in Kiel erlebt. Ich konnte in kurzen Hosen und T-Shirt laufen, sogar abends noch. Leider wurde die Lauffreude durch meinen Hintern getrübt, der wie in den letzten Wochen immer weh tat. Ansonsten begegnete ich gegen Ende einem Rudel Walker, dem ich fröhlich zuwinkte. Es waren nämlich die guten Walker: jene von meinem Lauftreff.

01.11.06-30.11.06
5 Einheiten
Länge/Zeit: 56,08 km, 4:43:34 h, 5:03 min/km

Mi, 06.12.06

Ich war erneut beim Arzt. Nach dem letzten Lauf hatte ich eine Pause eingelegt. Es tat einfach zu weh. Mein Arzt hat einen neuen Verdacht: Bandscheibenvorfall. Hilfsweise: Verkapseltes Hämatom (vulgo: Bluterguß). Er schickt mich zum MRT, um zu kucken, woran es nun liegt.

Di, 19.12.06

Heute hat mir mein Arzt anhand der MRT-Bilder die grausame Wahrheit mitgeteilt: Bandscheibenvorfall. Der fünfte Lendenwirbel, der hat eine Bandscheibe, die zwischen ihm und dem nächsten Wirbel hervorquillt und auf das Rückenmark drückt. Ich hasse ihn. Immerhin ist Training auf dem Hometrainer (Ergometer) erlaubt. Und man muß ja auch das Positive sehen. Das Krafttraining, was ich nun machen muß, wird, so mein Arzt, später zu neuen Bestzeiten führen, weil ich dann neben der Ausdauer auch noch Muskeln habe, von denen ich nie geglaubt hätte, daß auch ich diese bilden kann. Bis Anfang März muß ich pausieren.

32 Minuten Ergometer.


Mi, 20.12.06

32 Minuten Ergometer.

Do, 21.12.06

37 Minuten Ergometer.

Fr, 22.12.06

33 Minuten Ergometer-Training.

Sa, 23.12.06

38 Minuten Ergometertraining.

Weihnachten bei uns zuhause.
So, 24.12.06

35 Minuten Ergometertraining

Mo, 25.12.06

35 Minuten Ergometertraining

Di, 26.12.06

35 Minuten Ergometertraining. Heute nachmittag waren wir bei meiner Schwiegermutter und haben uns den Wanst mit Burgunderbraten vollgeschlagen. Auch Bruder und Schwester meiner Frau nebst Anhang waren da. Ein Anhangsteil ist mein Schwippschwager, der Mann der Schwester meiner Frau. Und ich möchte ihn bei dieser Gelegenheit ganz besonders preisen, denn er hat mir eine Rückenbandage geliehen. Heute allerdings habe ich dieses Wunderteil noch nicht gebührend würdigen können.

Do, 28.12.06

Eva, Onno und ich fahren nach Scharbeutz. Dort, genauer in dem Ortsteil Klingberg im Fahrenskampweg, befindet sich eine Jugendbildungsstätte der Unitarier. Diese war bereit, etwa 70 Spieler aufzunehmen. Alle zwei Jahre findet nämlich das Silvester-Go-Turnier des Kieler Go-Spielkreises statt. Das Turnier ist wie immer ein Nullrundenturnier. Trotzdem darf Go gespielt werden. Es wird es aber nicht hauptsächlich. Bis zum 1. Januar sollte es dauern. Die Anreise war unproblematisch. Ich hatte zunächst Angst davor, weil ich ja einen Bandscheibenvorfall habe und mit Bahn und besonders Rucksack reisen mußte. Aber die Wunderrückenbandage meines Schwippschwagers erwies sich als ein Volltreffer. Keine Schmerzen, kein Problem mit dem riesigen Rucksack.

Am frühen Nachmittag kamen wir an. Eva kam in ein Mädchenzimmer unter und war das ganze Turnier über praktisch unsichtbar. Sie schien Spaß gehabt zu haben - viel mitbekommen habe ich nicht von ihr. Onno bezog Quartier in einem Jungenzimmer. Leider waren die Jungs nicht in seinem Alter, aber das scheint nicht viel geschadet zu haben. Auch er war das ganze Turnier über vergnügt. Das war besonders wichtig. Schließlich hat Onno am 29. 12. Geburtstag.

Ich habe nur ein einziges Brettspiel mitnehmen können: Das Szepter von Zavandor von Jens Droegemüller (verlegt bei Lookout Games). Da habe ich natürlich die Gelegenheit nützen müssen und gleich eine Partie gestartet. Mein üblicher Werbespruch war: "Dauert nur gut zwei Stunden". Das war gelogen. Vier waren es eher, vor allem, weil nur einer (ich) das Spiel kannte.

Fr, 29.12.06
Langsamer DL
Länge/Zeit: 6,20 km, 0:34:59 h, 5:39 min/km
Profil/Wetter: eben; bedeckt, kühl, trocken
Strecke: Wendepunktstrecke vom Quartier aus.

Der zweite Tag des Silvester-Go-Turniers begann mit einer faustdicken Überraschung: Die Rückenbandage versetzte mich in den Stand, laufen zu können. Zwar nur etwa 35 Minuten, aber immerhin. Es fiel mir schwer - die Pause war ja auch arg lang. Dann noch eine Partie Szepter von Zavandor, bei anderen Partien zugekuckt, Onno beim Kickern bewundert - ein entspannter Tag.

Sa, 30.12.06
Langsamer DL
Länge/Zeit: 9,30 km, 0:52:12 h, 5:37 min/km
Profil/Wetter: eben; bedeckt, kühl, trocken
Strecke: Klingberg - rund um den Pönitzer See

Der dritte Tag des Silvester-Go-Turniers. Eva erschien ohne Socken zum Frühstück, nur mit nackichten Füßen. Das geht natürlich nicht. Mußte aber eine Weile, weil Eva vergessen hatte, Socken einzupacken. Zum Glück war Joachim bereit, Socken auf seinen unergründlichen Wegen zu erwerben, und tat das auch. So ist Eva zu kleidsamen grauen Wollsocken gekommen.

Da es gestern so gut ging, mußte ich heute natürlich ausprobieren, ob ich auch eine richtige Strecke laufen kann. Also nahm ich mir vor, rund um den Pönitzer See zu laufen. Der Pönitzer See ist glücklicherweise eher eine Pfütze. Die Strecke ist winterfest und sagen wir mal: zweckmäßig. Nicht wirklich häßlich, aber man muß es mögen, einen Abschnitt auf einem (guten) Fußweg neben einer Landstraße herzulaufen. Ich mochte es.

Es war wieder sehr mühselig, aber es ging. Zu meinem Entsetzen meinte Klaus-Johannes, daß er morgen mitlaufen wollte. Eigentlich wollte ich mich bzw. meinen Rücken doch schonen! Aber nun half es natürlich nichts. Ich hatte noch nicht einmal die Entschuldigung, daß ich nur eine Laufsachengarnitur mitgenommen hatte, da mir die Küchenkräfte erlaubten, den Waschraum und insbesondere die Schleuder zu benutzen. Na gut.

Wieder eine Partie Szepter von Zavandor gespielt. Diesmal haben wir ausprobiert, wie man den Weg des Feuers reattraktivieren kann. Unsere Variante war, daß man auf Stufe 2 des Weges des Feuers einen (nur einen!) Rubin für den halben Preis kaufen darf. Das war nicht schlecht. Ich wurde damit nicht erster, aber hatte ein gutes Spiel. Möglicherweise sollte man dies aber erst auf Stufe 3 erlauben.

Außerdem habe ich "Union Pacific" kennengelernt. Das ist ein Spiel von Alan Moon. Mir wurde es als Vorgänger von "Zug um Zug" vorgestellt, und tatsächlich sind nicht nur Autor, sondern auch Mechanismen ähnlich. Im Gegensatz zu "Zug um Zug" gibt es noch eine weitere Spielebene, nämlich ein Aktienspiel. Das ist zwar nicht zu vergleichen mit dem Aktienhandel bei 18xx-Spielen, aber doch sehr hübsch. Das einzige, was mich gestört hat, war das unberechenbare Auftreten der Wertungen. Und natürlich störte mich, daß ich nicht damit angeben konnte, auch den Vorgänger von "Union Pacific" zu kennen ("Santa Fe"). Das hätte ich zwar tun können, wäre aber völlig sinnlos gewesen, denn die Spielteilnehmer waren alle zu jung, um das überhaupt kennen und würdigen zu können.

Die Obermafiosa.
Vor zwölf Jahren plärrte sie noch unentwegt
"Zebrastreiheifen, Zebrastreiheifen, mancher wird dich nie
begreiheifen" vor sich hin, heute bequatscht sie brave Bürger.
So, 31.12.06
Langsamer DL
Länge/Zeit: 9,30 km, 0:55:11 h, 5:56 min/km
Profil/Wetter: eben; bedeckt, kühl, regnerisch
Strecke: Klingberg - rund um den Pönitzer See

Am vierten Tag des Silvester-Go-Turniers bin ich mit Klaus-Johannes die gestrige Strecke noch einmal gelaufen. Da wir überraschenderweise langsamer als gestern waren, war es sogar angenehm. "Überraschend" deswegen, weil meine Erfahrung aus dem Laufen zu zweit (vor allem mit Männern) ist, daß man immer zu schnell wird. Selbst wenn ich die besten Bremsvorsätze habe - irgendwie rutscht einem das Tempo weg. Das ist oft gar nicht der versteckte Ehrgeiz, sondern dem Ratschen und Tratschen während des Laufens geschuldet.

Natürlich konnte auch dieser Tag nicht ohne eine Partie "Szepter von Zavandor" vergehen. Wie immer ein schönes Spiel. Aber das Problem mit dem Weg des Feuers ist noch nicht abschließend gelöst.

Neben einer Partie Caylus und das übliche Prosit-Neujahr-Gefeiere war der Höhepunkt des Abends eine Mafia-Partie, die erst um 1 Uhr nachts begann. Diese Partie wurde mit 17 Leuten gespielt, plus Jan als Spielleiter. 12 waren brave Bürger, davon ein Detektiv. 5 waren böse Mafiosi. Leider war ich auch einer davon. Ich kann doch gar nicht lügen... Es war wie immer schön zu sehen, wie sich die braven Bürger nach und nach aufhängten. Nur gelegentlich mußte auch ein Mafiosi dran glauben. In der vorletzten Runde traf es dann leider auch mich. Noch 5 waren übrig, drei brave Bürger und zwei Mafiosi (Jana B. und Norbert D.). Und einer der braven Bürger, Martin B., wachte plötzlich aus rotweinseligem Schlummer auf, behauptete, Jana und Norbert seien die Bösen und bitte ohne weitere Diskussion aufzuhängen, und die Sache schien verloren. Vor allem, weil die beiden übrigen braven Bürger Nils B. und meine Tochter Eva waren, zwei kleine Kinder, die den professoralen Worten von Martin nichts entgegenzusetzen hatten.

Aber die Bürger hatten nicht mit der Obermafiosa Jana gerechnet. Ich weiß nicht, wie sie es gemacht hat, aber irgendwie hat sie es durch eine rhetorische Glanzleistung geschafft, daß plötzlich zwei brave Bürger (von den dreien) angeklagt waren. Damit war alles klar, und das Aufhängen eines von denen eine Formsache, denn in der nächsten Nacht hätten die beiden Mafiosi einen der verbliebenen Bürger erschossen, so daß am nächsten Tag die weltliche Gerichtsbarkeit fest in böser Hand gewesen wäre. Das war wirklich großartig. Wie das noch zu einem Sieg des Bösen hingebogen wurde, das entschädigte dafür, daß die Partie erst um halb vier zu Ende war und ich völlig fertig erst kurz nach vier Uhr ins Bett sank.

01.12.06-31.12.06
3 Einheiten
Länge/Zeit: 24,80 km, 2:22:22 h, 5:44 min/km