Laufschuhe

Wichtig: Ich bin kein Arzt und kein Sportmediziner. Alles, was ich da unten so selbstbewußt als endgültige Wahrheit darstelle, ist nur das, was ich gelesen und in der Regel durch eigene Erfahrungen verifiziert habe - aber nur für mich.

Ich habe da noch ein paar alte Turnschuhe, die ich erstmal aufbrauchen möchte.

Ich bin zwar ein Fan von Noname-Produkten, besonders bei Laufbekleidung, aber es gibt eine sehr wichtige Ausnahme: das sind die Schuhe. Ich bin ein schwerer Überpronierer, also jemand, dessen Füße kräftig nach innen einknicken, wenn sie beim Laufschritt aufsetzen. Da die Normalfüßler in der Minderheit sind, wirst Du wahrscheinlich entweder dieses oder das entgegengesetzte (oder/und noch irgendein anderes) orthopädisches Problem haben. Jedenfalls für diese Leute gilt:

a) Die ersten paar Termine kannst Du mit Deinen alten Tretern absolvieren, um zu kucken, ob Laufen überhaupt etwas für Dich ist.

b) Aber dann solltest Du einen guten Laufladen besuchen, der ein Laufband hat und eine Videoanalyse anbietet. Das solltest Du am Nachmittag tun, weil dann Deine Füße schon ein bißchen breit getreten sind. Dort wird der Verkäufer Dich fragen, wieviel Du so läufst, Deine alten Laufschuhe (die Du ja wahrscheinlich noch gar nicht hast) zum Anschauen erbitten, und Dich auf dem Laufband ein oder mehrere Male (mit verschiedenen Schuhen) probelaufen lassen. Hinterher wird er sich in Zeitlupe Deine Laufbewegungen anschauen. Wenn er das nicht tut, ist es kein guter Verkäufer - geh wieder! Du wirst nämlich ein Heidengeld für Deine Schuhe loswerden müssen (meine teuersten haben 155 Euro gekostet), aber Du kommst nicht drum herum.

Ich bin zum Orthopäden gegangen, der mir Einlagen verschrieben hat. Was muß ich nun beim Laufschuhkauf beachten?

Zunächst muß ich nochmal auf meinen "Disclaimer" oben verweisen. Meine Erfahrungen damit sind folgende: Ich war auch beim Orthopäden und habe Einlagen verschrieben bekommen. Ich habe dann bei einem Spezialisten Einlagen fertigen lassen. Der hat mir auch eine Liste der für mich in Frage kommenden Schuhe gemacht. Schuhe und Einlagen habe ich ein Jahr lang getragen. Zu Anfang hatte ich keine Probleme. Nach ca. einem Jahr begannen immer häufiger die Sehnen, die Fußballen und Ferse verbinden, zu schmerzen. Als ich zu einem anderen Orthopäden ging, meinte der: "Kein Wunder. Man sollte nicht Einlagen in speziell ausgeformten Laufschuhen tragen, sondern entweder Einlagen oder Schuhe für Überpronierer." Daraufhin habe ich jetzt seit Herbst 2003 die Einlagen weggelassen. Die Beschwerden verschwanden, und die Videoanalysen bei meinen Laufschuhkäufen in dieser Zeit zeigten, daß ich nicht überproniere - die Schuhunterstützung reicht da aus. Mein Fazit: Ich nehme statt Einlagen lieber die Schuhe, die für schwere Überpronierer gemacht sind.

Sollte ich nicht lieber leichte Wettkampfschuhe nehmen?

Bei einem Zeitziel von 30 Minuten auf 10 km unbedingt. Wenn Du in meiner "Preisklasse" läufst (Bestzeit über 10 km: 39:27 Minuten) oder langsamer bist, laß es sein. Das zusätzliche Gewicht der "stabilisierenden" Schuhe ist sowas von egal... Dagegen erleichtern die "schweren" Stabilschuhe das Laufen sehr, weil man nicht sooo genau hinkucken muß, wohin man tritt.

Wie kriege ich raus, ob meine Laufschuhe nach eifriger Benutzung noch etwas taugen?

Leider weiß ich hier auch keinen Weg. Ich kenne aber einige Wege, die nicht funktionieren:

a) Die Schuhe sind wegzuwerfen, wenn die Außensohle abgelaufen (schiefgetreten) ist. Falsch: Die Außensohle hält inzwischen länger als das Innenleben. Und das ist es, was Krummtreter wie uns davor bewahrt, Kniebeschwerden, Hüftprobleme und andere unerfreuliche Dinge zu bekommen.

b) Die Schuhe sind wegzuwerfen, wenn die neue Modellserie auf den Markt kommt. Falsch: Die Herstellerfirmen bringen ständig neue Modelle auf den Markt. Der technische Fortschritt in diesem Sektor ist zwar wahrnehmbar, aber längst nicht so schnell wie der "Modezyklus". Schuhe aus dem vergangenen Jahr sind daher in der Regel genauso gut wie die des jetzigen Jahres - und oft billiger zu haben.

c) Die Schuhe sind wegzuwerfen, wenn sie verdreckt sind. Falsch: Laufschuhe gehören dreckig. Man kann sie abbürsten, darf sie aber nicht waschen. Der Dreck ist eine Art Patina, eine Schicht des Ruhms und des Fleißes. In (von außen) dreckigen Schuhen kann man genauso gut laufen wie in sauberen Schuhen.

Meine Vorgehensweise ist daher, Schuhe 1000 km zu tragen und dann wegzuwerfen. Unter anderem dafür führe ich mein Lauftagebuch mit einem speziellen Programm, das eine Schuhstatistik erstellen kann. Auf den Wert "1000 km" bin ich gekommen, weil in den meisten Laufbüchern und Zeitschriften angegeben wird, daß durchschnittliche Laufschuhe zwischen 800 km und 1000 km halten.

Ich liebe Schuhe. Ich will viele Paare Laufschuhe haben.

Nur zu. Es ist sinnvoll, mehr als ein Paar Laufschuhe gleichzeitig zu verwenden (naja, nicht wirklich gleichzeitig, aber ein ums andere Mal wechselnd). Zum einen sollen die Schuhe länger halten bzw. bei meiner Wegwerfgrenze von 1000 km in einem besseren Zustand sein, zum anderen gewöhnt sich der Fuß nicht nur an einen speziellen Schuh. Der zweite Grund hat mich daher seit einiger Zeit überzeugt, immer zwei Paar Schuhe aktuell zu haben. Mehr ist dann wohl eher eine Frage der Sucht als der Notwendigkeit.

Ist es empfehlenswert, Laufschuhe im Internet kaufen?

Ja, wenn du genau weißt, was du willst. Von einigen Schuhfirmen (z. B. New Balance) weiß ich genau, daß die Schuhe mir passen, und ich kenne auch die genaue Größe, die ich haben muß. Da kann man dann bei Ebay prima Schnäppchen machen. Da es aber so etwas wie Umtausch nur theoretisch (wenn überhaupt) gibt, rate ich davon ab, unbekannte Schuhe rein nach den Größentabellen zu kaufen. Praktisch ist "Meine Suche" in "Mein Ebay": dort habe ich Suchanfragen für meine Lieblingsschuhe gespeichert, so daß ich eine Email kriege, wenn jemand einen Schuh, der auf die Suchanfrage paßt, einstellt.